Heute Nachmittag explodierte aus noch ungeklärter Ursache in der Ukraine eine Transit-Pipeline, in der russisches Erdgas nach Westeuropa geliefert wird. Der interimistische Innenminister Arsenij Awakow beschuldigt nun Russland der Sabotage.
Von Marco Maier
Die Erdgas-Pipeline Urengoi-Pomary-Uschgoro ist bei der Stadt Lochwiza in der Region Poltawa mit einer rund 200 Meter hohen Stichflamme explodiert. Während Helfer von Feuerwehr und Bergungsdienst versuchten, die Gefahrenstelle abzusichern, sorgten die zuständigen Stellen für einen Stopp der Gaszufuhr.
Indessen bezichtigt Arsenij Awakow, der interimistische Innenminister der Ukraine Russland der Sabotage. Auf der Website des Innenministeriums wird er mit folgenden Worten zitiert: "Sabotage an der Pipeline in der Region Poltawa - ein weiterer Versuch Russlands, die Ukraine als Partner in der Gaswirtschaft zu diskreditieren."
Allerdings gibt es auch die Vermutung, dass ukrainische Stellen für die Explosion verantwortlich sein können. Es könnte sich dem Vernehmen nach auch um eine Racheaktion dafür handeln, dass Gazprom die Gaslieferungen an die Ukraine einstellte und nur noch per Vorkasse liefert.
Augenzeugenberichten zufolge soll es vor dem Ausbruch des Feuers zu zwei Detonationen gekommen sein, was die Vermutung eines Anschlags bestärkt. Doch um einen endgültigen Beweis dafür zu erhalten, müssen die Tatortermittler und Sprengstoffexperten zuerst das betroffene Areal und die Gasleitung untersuchen.
Die Lieferungen nach Westeuropa sollen jedoch nicht unmittelbar gefährdet sein, da der ukrainische Betreiber Naftogaz mittels Ersatzleitungen die Versorgung der russischen Kunden im Westen sicherstellen kann.
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Der Anführer des Rechten Sektors Jarosch hat bereits im Arpil damit gedroht, die Pipeline in die Luft zu jagen, damit Russland kein Geld mit Gas verdienen kann.