Bild: Flickr / isafmedia CC-BY 2.0
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Im Kampf gegen den syrischen Präsidenten al-Assad scheint den Vereinigen Staaten von Amerika jedes Mittel recht zu sein. Um die Aufständischen in Syrien und deren ausländischen Helfer zu unterstützen, haben die US-Militärs Berichten zufolge auch die islamistischen Kämpfer des "Islamischen Staates im Irak und der Levante" (ISIS) trainiert.

Von Marco Maier

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. So ungefähr könnte man die Situation beschreiben, wenn die US-Regierung für die militärische Ausbildung islamistischer Kräfte im Nahen Osten sorgt. Im gleichen Atemzug, wie die amerikanische Regierung die eigene Bevölkerung auf den "Kampf gegen den Terror" einstimmt und mit Drohnen Jagd auf angebliche Terroristen macht, sorgt sie in einem Trainingslager für entsprechenden Nachschub.

Beinahe scheint es so, als ob sich der Militärisch-Industrielle-Komplex in Sachen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für später üben würde. Das dies funktioniert, zeigt der Aufbau der al-Kaida, die damals von der CIA zur Bekämpfung der Sowjettruppen in Afghanistan gegründet wurde. Auch Saddam Hussein wurde zuerst unterstützt, um dann hernach als Feind bekämpft zu werden. Mit der ISIS scheint nun wieder ein solches Spiel abzulaufen.

Wie nämlich die jordanischen Behörden bestätigten, unterhielten die USA im Jahr 2012 auf deren Boden ein Ausbildungslager für die ISIS, in der US-Ausbildner dutzende ISIS-Kämpfer für den Kampf gegen Baschar al-Assad trainierten. Dies war Teil es Programms, um den Assad-Gegnern verdeckte Hilfe zu leisten.

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Insgesamt sollen dabei rund 200 von ursprünglich geplanten 1.200 Männern vornehmlich im Anti-Panzer-Kampf ausgebildet worden sein. Ziel war es, der Freien Syrischen Armee (FSA) einen gut ausgebildeten Kader zu verschaffen, indem die Assad-Gegner in zwei jordanischen Trainingscamps auf den Kampf gegen die syrische Armee vorbereiten. Sowohl der "Spiegel" als auch der "Guardian" berichteten darüber, wenngleich der Guardian noch zusätzliche Ausbilder aus Frankreich und Großbritannien erwähnte.

Zwar haben die US-Stellen die trainierten Kämpfer zuvor auf Verbindungen zur al-Kaida und anderen extremistischen Gruppierungen überprüft, doch diese Maßnahme scheint nicht erfolgreich gewesen zu sein. Nicht wenige der ausgebildeten Männer kämpfen nämlich für die ISIS, welche vom US-Verbündeten Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten bewaffnet und finanziert wird. Saudi-Arabien ist übrigens ein wichtiger Empfänger deutscher Waffenlieferungen.

Inzwischen hat ISIS auch Trainingscamps in der Türkei errichtet. In der Nähe der Incirlik Air Base bei Adana, wo sich auch US-Einheiten befinden, bildet die islamistische Gruppe neue Kämpfer aus. Angesichts der unrühmlichen Geschichte der USA in Sachen Gründung, Finanzierung und Ausbildung von Terrorgruppen, insbesondere im Zusammenhang mit den jüngsten Erkenntnissen über die Trainingscamps in Jordanien, sollte man das Naheliegende nicht unterschätzen.

Wie oft schon musste man erkennen, dass die ganzen US-Administrationen der vergangenen Jahrzehnte ihr eigenes Land und dessen Verbündete in Kriege stürzten, die sie durch die umfangreiche Unterstützung der angeblichen Feinde erst haben ausbrechen lassen? Von der Finanzierung der Nationalsozialisten vor dem Zweiten Weltkrieg, über die Gründung der al-Kaida in Afghanistan, bis hin zu den Golfkriegen und anderer Schauplätze der Gewalt – überall zeigt sich das vorangegangene US-Engagement.

Für die Saudis und andere "US-Verbündete" muss sich deren Establishment irgendwann die Frage stellen, wie lange es wohl noch dauert, bis die Amerikaner auch sie wie eine heiße Kartoffel fallen lassen und den bisherigen "Freunden" in den Rücken fallen. Hussein und Gaddafi, einst US-Verbündete, können sie jedoch leider nicht mehr fragen – jedoch einen Blick auf die heutigen Zustände werfen. Vielleicht haben sie nämlich auch bald von den USA gegründete und finanzierte "Rebellen" im eigenen Land.

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4 KOMMENTARE

  1. Jetzt haben die ISIS Terroristen der USA vor den Koffen geschissen und greifen Irak an. Das kann man nur eines sagen: Die GBewalt die man sät kommt auf den Verursacher zurück.

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