Spanien leidet nach wie vor unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise, die sich in dem westeuropäischen Land vor allem in Form einer geplatzten Immobilienblase bemerkbar machte. So lange die Zinsen niedrig sind, ist die Refinanzierung stemmbar – doch wehe, die Zinssätze steigen wieder an.

Von Marco Maier

Schulden Spanien BIPDie spanische Staatsverschuldung erreichte im ersten Quartal 2014 einen Rekordwert von 96,8 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung – bis zum Ende des Jahres dürfte ein Wert von 99,5 Prozent erreicht werden. Konnte der Schuldenberg – zumindest im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt – zwischen 1997 und 2008 stets verringert werden, verzeichnet das von der Krise schwer getroffene Land seitdem einen sprunghaften Anstieg.

Dies ist verständlich, zumal die spanische Wirtschaftsleistung in den Jahren zuvor lediglich durch die auf Pump hochgepushte Bauwirtschaft aufgebläht wurde. Von Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Diversifizierung war nicht viel zu sehen, was sich jetzt umso mehr bemerkbar macht.

Schulden Spanien EuroIn absoluten Zahlen steigt die spanischen Staatsverschuldung ohnehin schon unablässig an. Bis zum Jahr 2007 nur leicht, danach mit deutlichen Sprüngen auf etwa das Zweieinhalbfache der Summe von 2007. Inzwischen wurde die Eine-Milliarde-Euro-Grenze erreicht.

Allein an ausstehenden Anleihen sind derzeit rund 458 Milliarden Euro auf den Finanzmärkten ausgegeben worden. Davon werden in den kommenden fünf Jahren fast 194 Milliarden Euro fällig, so dass Madrid diese Schuldtitel neu refinanzieren – und auf weiter niedrige Zinsen hoffen – muss um keine Staatspleite zu riskieren.

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Spaniens Glück ist die Stabilisierung der Wirtschaft. Im ersten Quartal 2014 konnte das Land gegenüber dem Vorjahresquartal zumindest ein kleines Plus von 0,4 Prozent schaffen. Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, muss sich jedoch erst noch zeigen, zumal die Arbeitslosigkeit offiziell immer noch bei 25,2 Prozent liegt.

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