Die USA bekommen Konkurrenz auf mehr als einem Feld.  Nachdem abzusehen ist, dass die Rolle des Dollars als Weltleitwährung in nicht allzu langer Zeit beendet sein wird, machen sich Russland und China auch noch daran, eine eigene Rating-Agentur ins Leben zu rufen.

Von Florian Stumfall

Das hauptsächliche Anliegen von Russlands Finanzminister Anton Siluanow: „Wir wollen, dass die Bewertungen der Agentur außerhalb der Politik bleiben.“ Um den Partner sichtbar mit einzubeziehen, gab der Minister das neue Projekt anlässlich einer China-Reise bekannt. „Anfänglich“, so erläuterte er, „wird sich die Agentur mit der Bewertung von Projekten, Investitionen auf dem Gebiet der russisch-chinesischen Zusammenarbeit, unter Hinzuziehung einer Reihe von asiatischen Ländern beschäftigen. Gewinnt sie allmählich an Gewicht und Ansehen, dann kann sie auch anderen Ländern zur Verfügung stehen, welche Ratingleistungen benötigen.“

Das Abkommen zwischen den beiden Ländern ist bereits unterzeichnet. Die Betonung Siluanows, wonach das neue Institut unpolitisch arbeiten solle, ist ein deutlicher Seitenhieb auf die US-Rating-Giganten Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Kritik vor allem an diesen dreien gibt es in Moskau und Peking schon länger. Den Instituten wird vorgeworfen, sie beugten sich dem politischen Druck aus Washington. Dieser Verdacht wird durch Vorgänge wie den folgenden mehr als erhärtet: Einige Wochen, nachdem sich die Krim der Russischen Föderation angeschlossen hatte, wurde diese von Standard & Poor’s auf Ramsch-Niveau herabgestuft.

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