Reporter ohne Grenzen. Bild: Flickr / leoglenn_g CC-BY 2.0

Ganze 27.000 Menschen arbeiten für den US-Propagandaapparat, welcher einen massiven Einfluss auf die mediale Berichterstattung ausübt. Konzentrieren sich die deutschen Medien auf die angeblichen "Putin-Propagandatrolle", so wird das schier unglaubliche Ausmaß der Einflussnahme des Pentagons weitestgehend verschwiegen. Doch auch in Deutschland haben politische Netzwerke großen Einfluss auf die Medien.

Von Marco Maier

Es gibt wohl keine Regierung auf dieser Welt, die nicht an einer positiven Berichterstattung über die eigene Arbeit interessiert ist. Unterschiede gibt es lediglich in der Art, mit der dieses Ziel erreicht werden soll. Setzen manche Regimes auf offene Repressionen, gehen andere den subtileren Weg durch freundschaftliche Beziehungen zu den Medienzaren und Chefredakteuren. Ein Blick in die Vereinigten Staaten zeigt, dass es auch einen weiteren Weg der Einflussnahme gibt.

Schon im Jahr 2009 kritisierte Tom Curley, Chef der Nachrichtenagentur AP, den massiven Druck des US-Verteidigungsministeriums auf die Journalisten. Insbesondere bei der Kriegsberichterstattung gab es massive Repressionen durch das US-Militär, die bis heute andauern. Inzwischen dürfen die US-Behörden auch mittels Spionage und strafrechtlicher Verfolgung Journalisten unter Druck setzen.

Ebenso darf man den US-Einfluss auf die deutschen Medien nicht unterschätzen. Einerseits sind viele Top-Redakteure in den diversen transatlantischen Netzwerken unterwegs, andererseits haben sich einige Medienkonzerne – wie zum Beispiel Springer – auf eine proamerikanische Linie festgelegt.

Doch wer glaubt, dies wäre schon alles, der irrt. Das feminine "Trio Infernale" – bestehend aus Angela Markel, Liz Mohn und Friede Springer – verbindet die hohe Politik – inklusive öffentlich-rechtlichen Programmen – mit den beiden großen Medienkonzernen Bertelsmann und Springer, die (unter anderem mit "RTL" und "Bild") einen erheblichen Einluss auf die veröffentlichte Meinung, und damit auf das Weltbild der Menschen haben.

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Zwar kritisiert auch die Organisation "Reporter ohne Grenzen" in deren Report diverse Einschränkungen Fehlentwicklungen in Deutschland, doch eine substanzielle Kritik findet nicht statt. Oberflächlich beschränkt man sich auf die Geheimdienste, die schrumpfende Vielfalt und die enge Verquickung von journalistischer Arbeit mit der Werbung für Produkte und Unternehmen. Die Verflechtung mit der Politik und diversen internationalen Lobbyvereinen hingegen ist kein Wort wert.

Auffallend ist, dass man zwar immer wieder Russland und China wegen den Einschränkungen der Pressefreiheit kritisiert, jedoch auf die zunehmend kritische Lage im eigenen Land keinen Blick wirft. Sicher, noch mag es hierzulande besser sein als in manch anderen Staaten – doch nur weil das hiesige System auf andere Methoden setzt, macht es die Medienlandschaft nicht wirklich freier. Zwar darf man – noch – kritisch berichten, doch dann muss man sich auf Schmutzkübelkampagnen gefasst machen. Wo man direkt keinen Einfluss ausüben kann, muss man eben die indirekte Schiene fahren.

Besonders auffallend ist dies in Sachen Ukraine-Berichterstattung, wo vor allem die Position der Interimsregierung propagiert wird und jegliche oppositionelle Meinung dem Zensor zum Opfer fällt. Das Schema "Kiew ist gut, Russland und die Rebellen im Osten sind böse" zieht sich hierbei genauso wie ein roter Faden durch die Massenmedien, als auch die Diffamierung von jenen (kleinen) Medien die sich an der Hetzkampagne nicht beteiligen.

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3 KOMMENTARE

  1. Wenn keine einzige gedruckte deutsche Zeitung eine solche Kritik ausübt, die Sie sich trauen zu machen, dann steht Deutschland in meinen Augen nicht besser als China da und sogar noch schlechter als Russland, was Presse- und Meinungsfreiheit angeht.

    Ich wünsche viel Erfolg für Ihr Magazin und Ihnen viel Kraft. 

    • Beide von Ihnen genannten Videoquellen worden von Youtube wegen „Urheberrechtsverletzungen“ gelöscht- was gibt es hier noch zu ergänzen ? q.e.d…

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