Sicherheitskräfte in Goma. Bild: Flickr / MONUSCO CC-BY-SA 2.0

Krieg, Mord und Totschlag sind im Kongo, der „Demokratischen Republik Kongo“, derart an der Tagesordnung, dass es die westlichen Medien, die ohnehin sehr selektiv berichten, aufgegeben haben, dies zur Kenntnis zu nehmen. So bleibt auch unerwähnt, dass im Osten des riesigen Landes, welches so groß ist wie Westeuropa, eine neue Rebellion ausgebrochen ist.

Von Florian Stumfall

Kongo KivuLubero ist eine Provinz im nördlichen Kivu, etwa 250 Kilometer von Goma entfernt, die von Hutu bewohnt wird. Da diese keinen Tag ihres Lebens sicher sind, hat sich eine weitere Rebellen-Armee gebildet, die FPPH (Force pour la protection du peuple Hutu), die Streitmacht für den Schutz des Hutu-Volkes.

Das erklärte Ziel der FPPH ist es, im Nord-Kivu eine autonome Region zu schaffen, welche die Gebiete von Rutshuru, Masisi, Nyiragongo und Walikale sowie die Stadt Goma umfassen soll. Über das Wichtigste, was man zu einem solchen Vorhaben braucht, verfügt die FPPH: die Finanziers im Hintergrund.

Diese Finanziers sollen sich aus einer Gruppe von Abgeordneten aus Nord-Kivu und anderen Mitgliedern der Regierung zusammensetzen. Wo sie in der Hauptstadt Kinshasa das Geld gestohlen haben um eine Rebellion zu finanzieren, wissen nur sie selbst. Ihr Interesse an einem Lubero-Staat ist einfach und für Afrika typisch: Es geht um Bodenschätze. Ist schon der ganze Kongo überreich an Edelmetallen und seltenen Mineralien, so trifft das für Kivu ganz besonders zu. Vor allem sind dort die Lagerstätten besser erschlossen als diejenigen in vielen anderen Regionen.

Noch befindet sich die FPPH in ihren Anfängen, weshalb sie auch in den Reihen der Einheimischen von Lubero rekrutieren und ein Bündnis mit den Mai Mai Nyatura, den „Demokratischen Kräften zur Befreiung von Ruanda“ eingegangen sind. Doch sie stellen schon, wie „africatime“ schreibt, eine neue bewaffnete Gruppe dar, „nicht mehr und nicht weniger als noch eine negative Kraft“. Wenn es so weitergehe, werde in Zukunft jedes Volk im Kongo eine bewaffnete Gruppe zu ihrem Schutz haben. Das sind insgesamt mehr als 400.

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