Dass sich die nahezu 15.000 sunnitischen Kämpfer im Irak den Namen ISIS gegeben haben, verrät ihr Ziel. Es wird erkennbar, wenn man sich die eigentliche Bedeutung bewusst macht. Die erste Hälfte des Kürzels bedeutet „Islamischer Staat“, die zweite aber nicht genau „Irak und Syrien“, sondern „Irak und Sham“. Dieses „Sham“ umfasst nicht nur Syrien, sondern die ganze Levante, also auch Jordanien, den Libanon und Palästina, das heutige Israel also mit eingeschlossen. Damit soll an die große Zeit des Islam unter der Omayyaden-Dynastie erinnert werden.
Von Florian Stumfall
Im 8. Jahrhundert, auf seinem Höhepunkt, umfasste das Omayyadische Kalifat allerdings ein noch viel größeres Gebiet. Es reichte von den Pyrenäen zur marokkanischen Atlantikküste über ganz Nordafrika über die arabische Halbinsel und die Levante bis Kleinasien, den Kaukasus und den Aralsee in Mittelasien bis hin zum Hindukusch und den Indus. Folgt man der Lehre des Propheten, so hat der Islam auch heute noch Anspruch auf dieses ganze Gebiet denn es heißt, wo immer die Pferde der islamischen Krieger geritten sind, dort ist „Dar ul Islam“, das Haus des Friedens.
Mit dem Frieden allerdings war es nie weit her. Mohammed führte von seiner Erleuchtung an bis zu seinem Tod unablässig Krieg, wobei seine Anhänger verpflichtet sind, ihn in allem was er tat, nachzueifern. Nach dem Tode des Propheten 632 wurde sein Schwiegervater Abu Bakr sein Nachfolger, eigentlich „Stellvertreter“, das bedeutet der Titel Kalif. Als er aber starb, führte die Nachfolgefrage zur islamischen Katastrophe. Ein Teil der Gläubigen wollte Abu Bakrs Sohn Abu Chalid Yazid als Kalifen, ein anderer aber Hassan ibn Ali, den Enkel des Propheten. Der Streit wurde in der Schlacht bei Kerbala ausgefochten, Hussein fand den Tod, Yazid wurde Kalif und der Islam spaltete sich auf in Sunniten, das sind die Anhänger des Yazid, und die Schiiten, die Getreuen Husseins. Seither ist Kerbala die Heilige Stadt der Schiiten.
Nun gab es Spaltungen von Religionen schon vorher und auch nachher. Doch hier liegt eine Besonderheit vor. Der Grund für das Schisma liegt nicht in dogmatischen Fragen, sondern in einer politischen, der Thronfolge. Die beiden islamischen Hauptrichtungen trennen keinerlei Unterschiede, was die Glaubensinhalte angeht, sondern lediglich die verschiedene politische Loyalität gegenüber Hussein oder Yazid im 7. Jahrhundert. Dagegen brachen bei den christlichen Schismen zuerst die dogmatischen Unterschiede auf, bevor dies dann zur Gewalt führte. Doch der Islam lehnt jede Trennung von Glauben und Politik ab, sodass die dynastische Frage zum Glaubensinhalt geworden ist, für beide Seiten.
In der Folge prägten die Sunniten die Geschichte des Islam. Nach der Epoche der Kalifen tauchten die türkischen Seldschuken auf und errichteten das Osmanische Reich, das zwar den Omayyadischen Westen nie mehr vollständig erobern konnte, aber doch das Byzantinische Reich zerstörte und über den Balkan weit nach Osteuropa vordrang. Noch vor dem Ersten Weltkrieg umfasste es ganz Kleinasien, die gesamte Levante einschließlich des Zweistromlandes und in einem etwa 200 Kilometer breiten Streifen die Küstenlinie der Arabischen Halbinsel zum Roten Meer, das Hedschas, zu dem auch Mekka gehört.
Der Erste Weltkrieg brachte das Ende des Osmanischen Reiches. Die Briten hatten, wie Lawrence von Arabien so eindringlich beschreibt, einige arabische Stämme als Hilfstruppen gewonnen, und der Britische Hochkommissar in Ägypten, Henry McMahon, versprach dafür dem letzten König des Hedschas, Hussein ibn Ali, die Unabhängigkeit für alle Araber. Doch es kam anders. 1916 verhandelten für Großbritannien Mark Sykes und für Frankreich François Picot über die Neuordnung der Levante. Was dabei herauskam, war keineswegs die Unabhängigkeit für die Araber, sondern nur ein Wechsel der Kolonialherren: statt der Türken waren es nun die Engländer und Franzosen. Im wesentlichen halten die Grenzen, die Sykes und Picot ausgehandelt haben, – vorerst – bis heute.
Für die Araber bedeutet das eine unerträgliche Schmach, die als umso schlimmer empfunden wird, als sie ihren Glauben beleidigt. Der Koran sagt nämlich wiederholt, Allah werde die Werke der Ungläubigen „zunichte machen“. Die Wirklichkeit aber sah seit Jahrhunderten anders aus. Nachdem der Islam sowohl Persien als auch Byzanz erobert hatte, verschüttete er durch die Islamisierung selbst die beiden stärksten Quellen, aus denen er seine Kultur speiste. Die arabische Welt hörte auf, politisch und kulturell eine führende Rolle zu spielen, unerträglich für jeden Gläubigen. Das Dasein unter dem Kolonialismus schließlich war für sie vollends katastrophal, denn sie waren gewohnt, ihrerseits die Christen in ihrem Machtbereich als „Dhimmi“ zu behandeln, Menschen minderen Rechts. So sammelte sich ein gewaltiger Hass auf alles an, was man mit dem Westen in Verbindung bringt.
Deshalb musste die arabische Welt den Wandel der Schwergewichte als Wink Gottes empfinden, als Europa in die Abhängigkeit vom arabischen Erdöl geriet. Der unsinnige Luxus, den die Golf-Potentaten treiben, ist nicht zuletzt Ausdruck des Triumphes, den sie empfinden. Damit macht sich eine neue Stimmung des Aufbruchs breit. Mohammed hatte durchgehend Krieg geführt – es ist an der Zeit, dass seine Söhne sich der Pflicht besinnen, ihm darin nachzueifern.
So versteht sich der Name ISIS als die Aufforderung, an das Kalifat von Damaskus anzuknüpfen und ein Reich zu errichten, das zumindest das Kernland der Omayyaden umfasst. Gleichzeitig ist es gottgefällig, die Schiiten zu vernichten, denn sie gelten den Sunniten als Abtrünnige, was der Koran mit dem Tode belegt. Gleichzeitig muss verschwinden, was von westlicher Art ist. Schließlich betrachten die neuen Reiter des Propheten die Existenz Israels als einen Frevel, der getilgt werden muss. Für Menschen, die in Belangen des Glaubens wie der Politik stark emotionalisiert sind, sind das alles gute Gründe für den Feldzug, den die Welt derzeit sorgenvoll betrachtet.
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Man merkt dass der verfasser islamfeindlicht ist, verzählt irgendeinen unsinn, dies ist ein weiterer versuch den menschen ne gehirnwäsche zu verpassen, ich dachte diese seite sei etwas seriöses, aber leider muss ich zugeben dass es nur ein abklatsch von vol.at ist, mich würde bloß interessieren wer von wem die texte kopiert
In jedem unserer Artikel fließt auch die Ansicht unserer Autoren mit ein. Dass Herr Stumfall islamfeindlich ist, wage ich jedoch zu bezweifeln. Allerdings ist auch klar, dass nicht jeder Artikel auf ungeteilte Zustimmung stößt - insbesondere dann, wenn es sich um kontroversere Themen handelt.
Wer den Koran liest, merkt nur eines: Es steht gegen die Lehre von Jesus Christus und das gebot: Du sollst nicht töten. Gott des Koran ist Luzifer, Ihr Lichtträger. Gotteskrieger sind also nicht die des Jesus Christus. Der sagte liebet euch und Gott über alles. Das genaue Gegenterd im Koran und dem Talmud gelehrt. Mohamed war leider ein Produkt der Dunkeln Seite und das wird jetzt in den nächsten Monaten zu einem Weltkrieg führen.
Die islamfeindliche Grundgesinnung des Autors verhindert leider eine qualitativ hochwertige analyse … trotz des interessanten Ansatzes.
Zum obigen Zitat: Der Prophet hat in seiner gesamten Zeit gerade mal 21 oder 22 Tage Krieg geführt. Eine bessere Recherche ist sicherlich auch empfehlenswert …
21 oder 22 Tage? Ich lese zum Beispiel hier von deutlich mehr Kriegszügen. Allerdings steht dort nicht viel über die Dauer, wobei manche davon sicherlich mehr als nur einen Tag andauerten.