Fußball-WM: Was Brasiliens Straßenkinder als Sex-Sklaven erleiden

Die Bremer Stadtmusikanten zogen in die weite Welt in der Gewissheit: etwas besseres als den Tod finden wir überall. Dass genau der es ist, weshalb unzähliger Straßenkinder bei Nacht und Nebel, wenn sie schlafen, heimsucht, sollte bekannt sein. Im Schatten der Nacht widerfahren diesen Kindern aber auch noch andere Dinge. Dinge, vor denen jeder die Augen verschießt. Dinge, die diese Kinder erdulden, weil irgendetwas in ihnen immer noch leise ruft: etwas Besseres als den Tod wird es auch für mich eines Tages geben.

Von Daniela Disterheft

Für Kinder im zarten Alter von gerade einmal zehn Jahren, bleibt vielfach nicht mehr, als dieser Glaube. So verkaufen sie sich, ihren jungen Körper, auf den Straßen Brasiliens. Die brasilianischen Behörden stellen sich jedoch blind. In einer Reportage, die auf mirror.co.uk erschien, beschreibt der Autor Mark Williams-Thomas, der nach Recife, einer WM-Stadt an der Nordküste flog, um dort mit Kindern zu sprechen die sich für ihren Lebensunterhalt prostituieren, folgende Zustände: „Ich habe in vielen Ländern gegen Kinderprostitution ermittelt und über dreißig Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet.“

Weiter klagt er an: „Dass der Missbrauch in Brasiliens WM-Städten jedoch derart offen und am helllichten Tag stattfindet, hat mich schockiert.“ Diese Zustände betreffen tausende von Kindern. Um ihre Existenz zu ertragen, greifen sie zu allem, was sie vergessen lässt: dem schnüffeln von Klebstoff, das binnen kurzer Zeit bleibende Hirnschäden hinterlässt, und sie greifen zu Kokain und Crack. Denn die, die sie führ ihre Zwecke benutzen, sind Zuhälter und Drogendealer. Selbst im Alter von zehn Jahren versuchen die Mädchen und Jungen durch Kleidung und Make Up älter auszusehen. 

Die rund 600.000 ausländischen Fans die extra für diese Weltmeisterschaft nach Brasilien gekommen sind, werden das Elend dieser Kinder noch vergrößern. In Großbritannien versucht man die Fans für dieses Thema zu sensibilisieren. Sie werden darüber informiert, dass sie, im Falle dass sie Sex mit Personen unter 17 Jahren haben sollten, sowohl in Brasilien als auch in der Heimat strafrechtlich verfolgt werden können. Sofern man sie dabei erwischt.

Das englische Fußballteam unterstützt in diesem Zusammenhang eine Initiative mit dem Namen „It´s a penalty“. Einer der Botschafter dieser Initiative ist der englische Kapitän Frank Lampard. Sollte Großbritannien das Endspiel erreichen, wird die Mannschaft dieses in Recife, der "schwarzen Hauptstadt" Brasiliens, absolvieren. Diese Stadt ist für Drogenhandel und Kindesmissbrauch berüchtigt. Fünf WM-Spiele werden in dieser Stadt ausgetragen. Grund genug für Mark Williams-Thomas, genau hinzuschauen. Hier geht es zu seiner Reportage in deutscher Übersetzung:

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Teil 1: Das Geschäft läuft auf offener Straße

Teil 2: Ein Teufelskreis, der die Polizei ratlos macht

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