Smog in Peking. Bild: Flickr / Kevin Dooley

Der jüngste Smog-Alarm, der vor kurzer Zeit die chinesische Hauptstadt Peking fast lahmgelegt hat, scheint den Verantwortlichen gehörig in die Knochen gefahren zu sein. Jedenfalls gewinnt ein Thema an Bedeutung, mit dem man über viele Jahre China ganz und gar nicht in Zusammenhang gebracht hat: der Umweltschutz.

Von Florian Stumfall

Rund 1500 Gäste aus aller Welt bildeten das Forum der „Internationalen Konferenz für Ingenieurswissenschaften und Technologie“ in Peking Anfang Juni, das sich Staatspräsident Xi Jinping für seine programmatische Rede ausgesucht hatte. „Die Strategie der innovationsgetriebenen Entwicklung wird ab sofort die wichtigste nationale Strategie sein“, so Xi. „Wir werden unsere Anstrengungen zum Schutz von Natur und Umwelt massiv verstärken und keine Möglichkeit ungenutzt lassen, um das Smogproblem, sowie andere Umweltprobleme zu lösen und China wieder in ein Land mit blauem Himmel, saftigen grünen Wiesen und glasklarem Wasser zu verwandeln.“

Es fällt auf, dass der Staatspräsident einen Kongress von Naturwissenschaftlern für die richtige Veranstaltung angesehen hat, über den Umweltschutz zu sprechen. Daraus darf man schließen, dass er zwischen den beiden Denkrichtungen keinen grundsätzlichen Gegensatz sieht, ein bemerkenswert ideologiefreier und pragmatischer Ansatz, der sich wohltuend von manchem heißen aber sachfremden Eifer vor allem in westlichen Gesellschaften unterscheidet. China müsse sich auf seine 42 Millionen Ingenieurs- und Technologie-Talente verlassen, um das Ziel zu erreichen. „Sie sind Chinas wichtigste Ressource zur Gestaltung der Zukunft.“

Noch ist es allerdings nicht so weit. Die zuständigen Behörden haben eingestanden, dass in den Jahren 2011 bis 2013 die Ziele bei der Verminderung von Schadstoffen in der Luft noch nicht erreicht worden sind. Man will sich nun verstärkt bemühen, das bis nächstes Jahr aufzuholen. Li Junfeng, der Generaldirektor des Nationalen Zentrums für die Klimaforschung erklärte: „Gelingt es dem Land nicht, seine Ziele für das Jahr 2015 bei Energieeinsparung und Emissionsreduktion zu erreichen, wird es noch schwieriger, die Ziele für 2017 bei der Verbesserung der Luftqualität und Reduzierung der Emissionen zu erfüllen.“ Für die Versäumnisse machte er lokale Autoritäten verantwortlich, die immer noch der wirtschaftlichen Entwicklung Priorität einräumten, ohne den Umweltthemen genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

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