Zwar ist Bayern nach wie vor das sicherste deutsche Bundesland und München die sicherste Großstadt, doch ein Verbrechen greift immer mehr um sich: der Einbruch. Das System ist immer dasselbe: Er werden Privathäuser ausgespäht, die günstig liegen, das heißt nicht zu sehr eingesehen sind und einen problemlosen Fluchtweg bieten, wo es keinen Hund und keine allzu sperrigen Zäune gibt, und wo man zu ebener Erde leicht einsteigen kann. Die ständig gleiche Vorgehensweise lässt auf organisierte Kriminalität schließen. Da sind gelernte Täter am Werk, keine Freizeit-Kriminellen.

Von Florian Stumfall

Im vergangenen Jahr geschahen bundesweit rund 150.000 Einbrüche, davon in Bayern 6.385. Diese Zahl bei der ansonsten geringen Kriminalitätsbelastung im Freistaat gibt Aufschluss über die Herkunft der Täter. Trotz aller diesbezüglichen Rücksichten, die die politische Korrektheit vorschreibt, geben die zuständigen Stellen unumwunden zu, wer dahintersteckt: Banden aus Rumänien und Bulgarien. Hinweise auf eine gewisse Volksgruppe werden nicht gegeben.

Bayern ist in dieser Hinsicht geographisch benachteiligt: Es ist das Einfallstor der sogenannten Balkan-Route, eines der großen Rauschgift-Ströme, die durch Europa gehen. Und da kommen nicht nur Heroin und Haschisch, sondern eben auch Einbrecherbanden daher. Insofern ist die Sache leider gar nicht neu, wenn sie auch jetzt einen Höhepunkt erlebt. Schon vor rund 20 Jahren klagte der damalige bayerische Innenminister Günther Beckstein darüber, dass seine Amtskollegen in Buka­rest und Sofia keinen Handstreich tun, um dem Treiben Einhalt zu gebieten, im Gegenteil. Oft statteten sie in Bayern festgenommene Straftäter umgehend mit neuen Papieren aus und schickten sie wieder auf die Walz. 

Becksteins Nachfolger Hermann sieht ebenfalls Grund zur Klage, wenn er von Rumänien und Bulgarien spricht: „Die Zusammenarbeit ist, vorsichtig ausgedrückt, extrem mühsam.“ Und er fährt fort: „Bei mancher Dienststelle ist man sich nicht sicher, ob die Zusammenarbeit mit uns oder mit der organisierten Kriminalität enger ist.“

Nachdem aber das Übel seit langem bekannt ist, fragt man sich, warum solche Eile geboten war, diese beiden Länder, die ja auch keinen wirtschaftlichen Sex-Appeal haben, in die EU aufzunehmen. Mehr noch: immer öfter sind Stimmen zuhören, die danach rufen, Bukarest und Sofia auch in den Schengen-­Raum aufzunehmen, der eine gemeinsame Sicherheitszone darstellen soll. Inzwischen mahnt Bayern die EU, sie solle Rumänien und Bulgarien zu Zusammenarbeit zwingen. Gut gesagt, aber wie?

Loading...

Dieser Artikel erscheint als Kolumne auch bei den "Dolomiten".

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

One thought on “Bayern: Einbrecher-Banden werden aktiver”

  1. Das Dilemma an all diesen Ratgebern "wie mache ich mein Haus sicher" ist doch: St. Florian läßt grüßen – sie verhindern ja keinen einzigen Einbruch – der findet nur woanders statt! Und irgendwann haben alle nachgerüstet und dann geht es in die nächste Widerstandsklasse! Das Problem läßt sich nur an den Grenzen und in den Gerichtssälen losen – in letzteren sitzen zuviele rot-grüne Versteher. Und eigentlich konnte jeder mit gesunden Menschenverstand absehen, daß ein Abbau von Grenzen zu sehr armen Ländern zu sowas führt, leider nicht unsere Politiker, deshalb wäre es gut, sie für eine Denkpause von ihren Ämtern zu entlasten!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.