Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Die USA mauern

Zum Petersburger Wirtschaftsforum diese Woche werden drei ausländische Staatschefs erwartet, außerdem fünf Regierungschefs und vier Außenminister. Das bestätigte Russlands Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew, ohne zu sagen, welche Länder ihre Spitzenpolitiker entsenden.

Von Florian Stumfall

Delegationen aus 20 Ländern werden erwartet, darunter Deutschland, Belgien, Australien, Dänemark, Ungarn, Italien, Spanien, Lettland, Norwegen, Chile, Mexiko und Aserbaidschan. Doch der Minister schränkte gleichzeitig ein: „Es gibt manche Risiken, dass sich etwas wegen des nicht so günstigen geopolitischen Klimas ändert, aber nach der Zusammensetzung der Teilnehmer zu urteilen, werden diese Risiken nicht eintreten.“

Von der Politik abgesehen, soweit das möglich ist, erscheint Russland als geeigneter Gastgeber. Wie Uljukajew mitteilte, ist die Industrieproduktion des Landes in den ersten vier Monaten des Jahres um mehr als zwei Prozent gewachsen, ein Wert, um den manches Euro-Land sehr froh wäre. „Wir sehen eine Verbesserung der Situation in der Industrie“ bestätigt der Minister, wobei er zugibt, dass das nicht nur auf eigener Tüchtigkeit beruht: „Zum Teil ist dies eine Folge der Wechselkursveränderungen.“

Schon vor einem Monat haben 734 Unternehmen und 561 Top-Manager ihre Teilnahme am Wirtschaftsforum bestätigt. Dabei dürften allerdings die Gäste aus den USA dünn gesät sein. Wie die „New York Times“ berichtet, haben Berater von Präsident Obama, so Valerie Jarrett, Finanzminister Jacob Lew und Handelsministerin Penny Pritzker, auf US-Unternehmen in dem Sinne eingewirkt, sie sollten ihren Besuch in St. Petersburg absagen. Bei den unauflöslich engen Verbindungen zwischen dem Weißen Haus und der Wall-Street-Oligarchie ist es kein Wunder, dass einige Schwergewichte umgehend  ihre Willfährigkeit bekundet haben, dem Aufruf zu folgen: Alcoa, Goldman Sachs, PepsiCo, Morgan Stanley oder auch Conoco Phillips. 

Einer der betroffenen Unternehmer meinte zu dem Aufruf: „Im Grunde genommen hieß es: ‚Wir schreiben Ihnen zwar nicht vor, was Sie zu tun haben, aber es würde schlecht aussehen‘.“ Der Vorstoß des Weißen Hauses müsse so verstanden werden, dass „diejenigen, die die Einladung nach St. Petersburg wahrnehmen würden, auf die Schwarze Liste der Administration Obama geraten“, so ein Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Gesprächsrunde der US-Handelskammer in Russland.

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Die „Times“ berichtet auch über die hinter vorgehaltener Hand geäußerten Bedenken von US-Wirtschafts-Bossen. Der Abbruch von Geschäftsverbindungen  mit Russland würde sich negativ auf die Beziehungen auswirken. In die entstehende Lücke würden dann die Europäer und die Asiaten eindringen. Bedenkt man, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den USA und Russland weitaus geringer sind als diejenigen zwischen Russland und der EU, so ist erkennbar, dass auch die Amerikaner nichts zu verschenken haben, auch nicht Obama zuliebe.

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Ein Kommentar

  1. Russland ist uns näher als USA….sind eigentlich unsere direkten Nachbarn…

    ohne die Russen gäbs bis heut kein vereinigtes Deutschland.

    Die Deutschen die hier so gegen Russland hetzen sollten mal darüber

    nachdenken.

    Die hätten damals auch ganz anderst können und die Demos mit Gewalt niederschlagen…

    Panzer und Soldaten hatten die ja genug in der DDR stationiert.

    Aber die Russen haben sich für einen friedlichen Abzug entschieden.

    Das sollte man nie vergessen…und schon garnicht als deutscher Politiker !

    Wir Deutschen  haben ihnen Leid angetan…Millionen Russen sind im 2 WK getötet worden.

    Und anstatt ihnen die Hand zu reichen lassen wir uns von den Amis gegen sie aufhetzen.

    Dabei wollen die USA nur die Russen schwächen und uns ihr Fracking Gas andrehen.

    Wir sollten die AMIS aus EUROPA jagen und uns mit den Russen verbrüdern.

     

    Ach und nebenbei…die Krise die wir seit 2008 in der EU haben….

    die uns fast alle ärmer gemacht hat….die haben wir den US Bankstern und ihren verlogenen

    betrügerischen Ratingagenturen zu verdanken.

    Na, erinnert ihr euch noch…wer uns die wertlosen Papiere mit Top Bonität angedereht hat ?

    Schon vergessen ?

    Und als nächstes werden die uns mit TTIP schön abziehn.

    Alles was man nicht so durch bekommen hat ( Gen / fracking / Chlorhänchen etc…)

    wird auf diesem Weg in die EU kommen.

    FUCK USA !

     

     

     

     

     

     

     

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