Irans Außenminister Mohammad Dschavad Sarif Bild: Mueller / MSC CC-BY-SA 3.0

Die Atomgespräche zwischen dem Iran und den westlichen Mächten sind geplatzt. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und der iranische Außenminister Mohammed Javad Zarif haben die Gespräche ohne Begründung für beendet erklärt. Die USA fuhren offenbar wieder eine harte Linie.

Von Marco Maier

Offenbar finden die Vertreter der westlichen Staaten und des Irans keine gemeinsame Linie in Sachen iranisches Atomprogramm. Der Verhandlungsführer der iranischen Verhandlungsdelegation, Vizeaußenminister Abbas Araqchi erklärte, es habe "keine greifbaren Erfolge" gegeben. Ebenso sehen insbesondere die USA "große Diskrepanzen zwischen den Positionen beider Seiten". Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow hingegen beurteilte die Gespräche als "nützlich".

Offenbar wollen die westlichen Staaten dem Iran weiterhin keine Zugeständnisse zur zivilen Nutzung der Atomkraft zugestehen, während das mit Europa und den USA eng verbundene Israel trotz Atomwaffensperrvertrag illegalerweise Nuklearwaffen besitzen darf, ohne dafür auch nur den Hauch von Sanktionen verspüren zu müssen.

Sowohl die Amerikaner als auch die Iraner werfen der Gegenseite "mangelnden Realismus" hinsichtlich der Forderungen vor. Hinsichtlich des Umstandes, dass sowohl die Amerikaner als auch die Europäer in außenpolitischen Fragen gerne mit zweierlei Maß messen, anstatt die internationalen Partner gleichwertig zu behandeln, dürften USA und EU die berechtigten Interessen des Irans wohl kaum entsprechend gewürdigt haben.

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An den Gesprächen nahmen neben den Vertretern des Irans jene der fünf UNO-Vetomächte des Weltsicherheitsrats und Deutschlands teil. Die Gespräche sollten dem Interimsabkommen vom letzten November eine endgültige Fassung geben. Damals hatte sich der Iran verpflichtet, Teile seines Forschungsplans auf Eis zu legen, dafür Lockerungen bei den Sanktionen erhalten.

Vizeaußenminister Araqchi hatte dem Westen für die eigentlich viertägige Verhandlugnsrunde am Donnerstag einen 13-Punkte-Plan vorgelegt, mit dessen Hilfe der Konflikt stufenweise beigelegt werden soll. Doch insbesondere die USA sträubten sich massiv dagegen. Ob es sich schlichtweg um Arroganz der Delegation aus Washington oder um politisches Kalkül handelte ist unklar. Denn wer gibt ihnen eigentlich das Recht darüber zu entscheiden, wer diese Technologie einsetzen darf und wer nicht? Immerhin sind sie die einzige Nation dieser Erde, die schon mit Atombomben Städte in Schutt und Asche legte.

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