Wer braucht schon so etwas wie Logik, wenn Deutschlands Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande an "gemeinsamen Lösungen" arbeiten. So heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Spitzenpolitiker: "Fänden keine international anerkannten Präsidentschaftswahlen statt, würde dies das Land unausweichlich weiter destabilisieren. Deutschland und Frankreich stimmen darin überein, dass in diesem Fall die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen sind, wie sie der Europäische Rat am 6. März 2014 vorgesehen hat."

Von Marco Maier

Man muss sich hier die Frage stellen: Welchen Einfluss soll Russland auf die Wahlen in der Ukraine haben? Präsident Putin weiß ganz genau, dass eine direkte Unterstützung der Föderalisten und Sezessionisten im Süden und Osten des Landes massive diplomatische Auswirkungen hätte. Deshalb sind die Volksmilizen auch weitestgehend auf sich allein gestellt und wehren sich vorwiegend mit Uraltwaffen gegen die mittels westlicher Gelder höchgerüsteten Sturmtruppen der sogenannten "Nationalgarde".

Selbst wenn Putin die Menschen in der Ukraine auffordern würde, sich an den Wahlen zu beteiligen – sein Einfluss ist einfach zu gering. Umso absurder ist es, mit einer Ausweitung der antirussischen Sanktionen zu drohen. Als Vergleich: Man stelle sich vor, in Südtirol gäbe es wieder eine starke Bewegung die wieder zurück nach Österreich möchte, oder einfach die Eigenstaatlichkeit. Italien ginge mit Militär gegen die "Seperatisten" vor, doch Österreich hält sich aus diplomatischen Gründen weitestgehend heraus. Und nun drohen Deutschland und Frankreich Österreich mit Sanktionen, wenn die Südtiroler bei den italienischen Wahlen Probleme machen, weil zum Beispiel FPÖ und ÖVP die Seperatisten moralisch unterstützen. Wäre dies nicht auch völlig absurd?

Zusammen mit dem polnischen Präsidenten Komorowski, der aus seinem Hass auf Russland keinen Hehl macht, lassen sich die europäischen Spitzenpolitiker schön vor den Karren spannen, der unseren Kontinent direkt in eine neue Ära des Kalten Kriegs führt. Und das, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Beinahe könnte man meinen, dass die westeuropäischen Regierungen im geopolitischen Ränkespiel lediglich Marionetten der Amerikaner sind. Putin ist eben kein Jelzin, der das Land günstig verscherbeln wollte.

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2 thoughts on “Ukraine-Wahlen: Merkel und Hollande drohen Russland mit weiteren Sanktionen”

  1. Obamas Hund setzte ein Häuflein auf den heiligen Rasen vor dem White House. Umgehend wurden verschärfte Sanktionen gegen Präsident Putin und Russland beschlossen. Merkel und Hollande bekräftigten sofort diese "alternativlose" Entscheidung und beriefen den NATO-Rat ein…

  2. Russland unterstützt die "Seperatisten" auch nicht, das würde den Westmächten nur in den Plan passen. Deshalb haben sie es über die "Mainshitmedien" verbreitet…

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