Der ukrainische Oligarch Igor Kolomojskyj, der von der Maidan-Koalition als Gouverneur der südostrussischen Region Dneproperovsk eingesetzt wurde, bedroht den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Oleh Zarjow, der als freier Abgeordneter im ukrainischen Parlament sitzt.

Von Marco Maier

Bislang fiel der Oligarch Igor Kolomojskyj vor allem mit seiner Plakataktion auf, in der er 10.000 Dollar Kopfgeld für jeden aufgegriffenen "Moskalj" (Russen) ausgelobte. Zarjow, der erst im April von nationalistischen Schlägern derart traktiert wurde, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste, wurde von ihm per Telefon bedroht.

Oleh Zarjow, früher Mitglied der "Partei der Regionen" des gestürzten Präsidenten Janukowitsch, gilt als Verfechter einer föderalistischen Ukraine mit starken Selbstbestimmungsrechten für die einzelnen Regionen, was für die zentralistisch-nationalistische Führung in Kiew nicht in Frage kommt. Diese wollen ihre Macht nicht teilen, womit er einen Stachel im System darstellt.

Nachfolgend der Telefonmitschnitt und die Übersetzung.

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Kolomojskyj: Hallo.
Zarjow: Hi.
Kolomojskyj: Wo bist du? Dort?
Zarjow: Ja, dort.
Kolomojskyj: Wie geht’s dir?
Zarjow: Gut.
Kolomojskyj: Es ist dort eine große Unannehmlichkeit passiert. Ein Jude aus der jüdischen Gemeinschaft von Dnepropetrovsk wurde ermordet.
Zarjow: Was ist mit ihm geschehen?
Kolomojskyj: Also, ein Jude aus der Jüdischen Gemeinschaft von Dnepropetrovsk ist gestorben. Ich bin jetzt in der Synagoge.
Zarjow: Wieso war er dort?
Kolomojskyj: Es ist egal wieso er dort war. Es wurde gesagt, dass man für deinen Kopf, bljat (böses Wort), schon viel Geld zahlen wird.
Zarjow: Für meinen?
Kolomojskyj: Ein Million Dollar. Für deinen, ja. Man sagt dass sie überall nach dir suchen werden. Ich habe dir das einfach gesagt. Ich wollte, dass du weißt, dass es für dich besser ist, in Moskau zu bleiben und nicht herauszufahren.
Zarjow: Ich wollte dir was sagen. In Afrika gibt es solche…
Kolomojskyj: Morgen wird man nach deinen Leuten suchen.
Zarjow: In Aftika gibt es solche… so ein Gift…
Kolomojskyj: Hör zu, Scheiß drauf, was es in Afrika gibt. Erzähl mir keine Geschichten. Ich sage dir jetzt, dass man in der Synagoge vor dem Sabbat gebetet hat. Es wurde für den Ermordeten gebetet, für Schlemkevich, den Juden, der in Mariupol ermordet wurde, bljat.
Zarjow: So ist…
Kolomojskyj: Es wurde gesagt, dass Zarjow an allem schuld sei, bljat. Und Morgen wird man nach all deinen nahen Verwandten suchen, bljat. Sag ihnen, dass sie alle besser von hier verschwinden, weil wir sie strangulieren werden, bljat… Ich sage, weißt du, sag es auch Markov, dass er besser nicht hierher fährt. Ich meine in die Ukraine. Auf keinen Fall! Hallo…
Zarjow: Ruf mich bitte nicht mehr an! Ruf mich nicht mehr an, Igor!
Kolomojskyj: Ich soll dich nicht mehr anrufen? Ok, Tschüss.
Zarjow: Ok, Tschüss.

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