Pogrom von Odessa am 2. Mai 2014. Bild: Youtube

Ein „Präludium zum Bürgerkrieg“ nannte der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates, Andrej Klimow die Gewaltexzesse in Odessa, bei denen 46 Menschen den Tod fanden. „Wir sprechen unser tiefempfundenes Beileid im Zusammenhang mit dem Tod von Menschen, die ihr Leben in diesem Gemetzel lassen mussten. Dass dies im 21. Jahrhundert passiert, ist Schmach und Schande, vor allem für den Westen, der die Welt mit Märchen über eine abstrakte Demokratie traktiert und zugleich auf Menschen zu schießen begann.“ Dabei verglich Klimow die Entwicklung in der Ukraine mit dem Jugoslawien-Krieg. „Aber heute versuchen die gleichen Leute, die Situation in der Ukraine, in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze zu dirigieren“, sagte er.

Von Florian Stumfall

Naturgemäß sah das beispielsweise die frühere Regierungschefin, Oligarchin und Präsidentschaftskandidatin Timoschenko das ganz anders. Dass der Pöbel in Odessa Molotow-Cocktails in Häuser warf und so den Verbrennungstod von 40 Menschen verschuldete, ist bei ihr der  „Schutz administrativer Gebäude“ und Gewalttaten von Radikalen aus dem Rechten Sektor nennt sie eine „friedliche Demonstration“. Timoschenko wörtlich: „In Odessa müssen wir durchhalten und uns verteidigen, weil Stadtbewohner uns halfen, als eine friedliche proukrainische Demonstration überfallen worden war. Wir konnten auch administrative Gebäude schützen.“ Die Brand-Opfer verunglimpfte sie als  „Angehörige von Diversionstruppen, die gekommen waren, um Einwohner von Odessa zu töten“.

Am Freitagabend hatten die Kämpfer aus dem Rechten Sektor einige Dutzend Anhänger der Föderalisierung in der Ukraine im Gewerkschaftshaus von Odessa blockiert und mit Molotow-Cocktails beworfen, worauf das Gebäude in Flammen aufging und 38 Menschen vom Mob ermordet wurden.. 

Die ukrainischen Sicherheitskräfte hatten gleichzeitig Befehl, nicht gegen den Rechten Sektor einzuschreiten, wie ein hoher Offizier des ukrainischen Innenministeriums mitteilte. „Maidan-Gegner in Odessa wurden von in Zivil umgekleideten Angehörigen der Sonderbataillone ‚Vostok‘ und ‚Sturm‘, die in Dnepropetrowsk und Odessa stationiert sind, misshandelt und getötet. Diese beiden neuen Bataillone setzen sich aus Aktivisten nationalistischer Organisationen zusammen. Auch damit kann die Passivität der Miliz in Odessa erklärt werden“, sagte der Offizier. Bei den neuen Bataillonen handelt es sich ebenfalls um Mannschaften des  Rechten Sektors die für den Einsatz gegen Anhänger der Föderalisierung im Osten der Ukraine vorgesehen sind, wie der Chef des Rechten Sektors und Präsidentenkandidat Dmitri Jarosch erklärte.

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Jarosch bestätigte auch dass die beiden Bataillone von dem Politiker Igor Kolomojski sowie vom Parlamentsabgeordneten und Präsidentenkandidaten Pjotr Poroschenko finanziert werden. Kolomojski ist einer der reichsten ukrainischen Geschäftsleute, seine „Privatholding“ umfasst Banken, Metall- und Eisenwerke, Erzanreicherungskombinate und ölverarbeitende Betriebe. Poroschenko hat seine geschätzten 1,6 Milliarden Dollar mit Schokolade, TV-Sendern sowie Schiffsbau- und Rüstungsunternehmen gemacht. 

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