Timoschenkos dritte Revolution

Julia Timoschenko ist eine Frau der klaren Worte. Noch ist unvergessen, wie sie sich erbötig gemacht hatte, Russlands Präsidenten Putin in den Kopf zu schießen und von der Notwendigkeit sprach, gegen die russische Minderheit in der Ukraine mit Atombomben vorzugehen. Jetzt, in überschaubarer Entfernung zum Wahltermin am 25. Mai, stellt sie klar, dass sie ein anderes Wahlergebnis als das, das sie zur Präsidentin macht, nicht anerkennen werde. Sollte sie nicht siegen, werde es eine weitere Revolution geben. „Wenn das Land einen anderen Präsidenten wählt – und ich habe eigentlich nur einen Konkurrenten –, so werden wir einen dritten Anlauf zur Revolution nehmen“, sagte sie.

Von Florian Stumfall

Mit dem einen Konkurrenten, den sie sieht, meint sie den Oligarchen, Finanzier des Rechten Sektors und Merkel-Gast Pjotr Poroschenko. Dieser führt in den Umfragen mit 33 Prozent, Timoschenko hat nur zehn. Allerdings geben diese Zahlen die Stimmungslage nur unzureichend wider. Denn die Erhebungen unterscheiden zwischen den Bürgern allgemein und denen, die auch zur Wahl gehen wollen. Bei diesen liegt Poroschenko sogar bei über 48 Prozent. Rechnet man dennoch mit einer Stichwahl, so dürften bei der großen Zahl von Kandidaten – 23 sind zugelassen – noch erhebliche Stimmen auf ihn entfallen. Jedenfalls hat Timoschenko keine Chance, woran sie aber auch selbst schuld ist. So hat sie ein Zusammengehen mit einem anderen Kandidaten ausgeschlagen. Das hatten der frühere Gouverneur von Charkow, Michail Dobkin, und auch Vitali Klitschko die einzige Chance gegen Poroschenko bezeichnet. Dobkin hatte gesagt, er wäre bereit, im Interesse von Stabilität und Ruhe in der Ukraine „selbst mit dem Teufel oder einer Hexe zu paktieren“.

Timoschenko glaubt, das Rennen mit Versprechungen doch noch zu machen. So erklärt sie die Notwendigkeit, ihr die Stimme zu geben, mit der Behauptung, nur sie könne die Korruption beenden. Nun gibt es keine Zweifel, dass sie sich mit der Korruption in der Ukraine bestens auskennt, aber nicht wegen ihrer Versuche, sie zu beenden. Ein weiteres Versprechen der Timoschenko betrifft die EU-Politik. In ihrem Wahlprogramm heißt es: „Das Abkommen über die Assoziierung mit der Europäischen Union, einschließlich der Gründung einer Freihandelszone und der Abschaffung der Visumpflicht für die Bürger der Ukraine, soll noch 2014 unterzeichnet werden. Zudem wird ein Mechanismus zur Koordinierung der Politik der europäischen Integration ins Leben gerufen.“ Und ein weiteres: „Zu verstärken ist die Kooperation mit der EU im Bereich der Sicherheit und Verteidigung sowie der allgemeinen Außenpolitik und der Politik der Sicherheit“.

Je nach Geschmack als Versprechen oder als Drohung kann man Timoschenkos Ankündigung auffassen, den jetzigen Putsch-Premier Jazenjuk im Amt zu lassen. Sie erklärte: „Im Fall meines Sieges – genauer gesagt, nach meinem Sieg – wird Arseni Jazenjuk das Amt des Regierungschefs weiter innehaben.“

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4 Kommentare

  1. haha..

    ich glaub die Frau Timoschenko will eine Revolution à la Robbespierre… dann wünschen wir der Frau doch viel Erfolg.

    Mfg

  2. Das ist die EU-Demokratie. Wenn ihr der lisaboner Verag nicht wählt, dann wählen wir eben so lange bis… oder gar nicht und bestimmen. Ab zurück in den Knast, da macht se keinen Schaden!

  3. Frau Timoschenko hat ausgespielt. Sie ist korrupt und machgierig! Der Bürgerkrieg in der Ukraine ist ihr letzter Versuch, wieder an Macht & Geld zu kommen. Mit der Ankündigung, die Ergebnisse der Wahl notfalls nicht anzuerkennen, hat sie sich selbst in schlechtes Licht gerückt. Die Ukrainer wissen noch sehr gut, wer bei der "orangenen Revolution" Gewinner und Verlierer gewesen ist!

  4. die verehrte Zopfprinzessin scheint sich in der Haft nur von Uranmunition ernährt zu haben oder wurde durch eine Doppelgängerin von Dr. Frankenschenkos Gruselkabinett ausgetauscht. Gut- da kann man nichts machen, die Marionetten der USAaaar sind unterbittlich und es ist deren Job. Aber das schlimme ist die Arschkriecherei unserer "Elite", denn sonst wäre die blonde Giftschlange mit Zopf ziemlich schnell im Abseits. Dazu kommt noch die verharmlosende Darstellung und ins Gegenteil verkehrte Darstellung der Qualitätsmedien (=Quarantänemedien) z.B. das Märchen vom tragischen Kabelbrand im öffentlichen Gebäude (eigentlich: durchgeführter Massenmord / Hinrichtungen !!!). Wir wollen nicht hoffen, dass wir von einer Zivilisation in einer anderen Galaxis beobachtet werden. Sonst könnten die Wesen auf die Idee kommen, dass es hier kein intelligentes Leben gibt und der Planet einer Warpschnelltrasse im Weg ist.

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