Symbolfoto. Bild: Flickr / brian.ch CC-BY-SA 2.0
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Die Föderalisten in Slawjansk müssen mit alten Waffen ausgerüstet gegen die heranrückenden Verbände der ukrainischen Armee und der Milizen des Rechten Sektors kämpfen. Würden sie von Russland unterstützt, so wäre die Ausrüstung deutlich moderner.

Von Florian Stumfall

In der Nähe der Stadt Artjomowsk befindet sich in einer alten Kohlengrube das größte Waffenlager der östlichen Ukraine. Unbestätigten Meldungen zufolge hat es die Armee vermint und so zur Sprengung vorbereitet. „Es gibt glaubwürdige Informationen von Mitarbeitern der Grube, dass diese vermint ist“, so der Vize-Chef der Bürgerwehr der ostukrainischen Kohleregion Donbass, Sergej Zyplakow. „Die Führung in Kiew plant, das Waffenlager zu sprengen, wenn die Volkswehr versucht, es zu erobern.“ Angeblich soll es dort ein bis drei Millionen Waffen aus den beiden Weltkriegen geben.

Der Gedanke, auch auf altes Gerät zurückzugreifen, mag der Volkswehr schon kommen. Doch obwohl es ihr an Waffen mangle, habe sie nicht vor, das stark bewachte Munitionslager zu stürmen, versicherte Zyplakow. Die Grube werde von den Sondereinheiten bewacht. „Wenn sie eingenommen wird, wird man sie einfach sprengen.“ Wie Zyplakow sagt, gibt es im ganzen Gebiet Donezk keine anderen Waffenlager mehr. „Die Junta (in Kiew) hat alle Waffen abtransportieren lassen.“
 
Dass die Volkswehr überwiegend mit alten Waffen ausgerüstet ist, bestätigt die „New York Times“, deren Korrespondent eine Woche bei der 12. Volkswehr-Kompanie in der Region Donezk verbracht hat, die die Stadt Slawjansk verteidigt. Und der US-Journalist setzt hinzu: „Unter den Kämpfern gibt es keine russischen Bürger.“

Wäre an den vielfältigen Verdächtigungen, in der Ostukraine würden längst Russen kämpfen, etwas dran, so hätten deren allfällige Verbündete zumindest bessere Waffen. So aber verwenden sie die AK 47, Makarow-Pistolen, leichte Maschinengewehren, Dragunow-Gewehre für die Scharfschützen und Panzerfäuste. So hätten beispielsweise ukrainische Armee-Angehörige eine Panzerfaust vom Typ RPG-7 für 2000 US-Dollar an die Volkswehr verkauft – viel Geld für Soldaten, die von ihrer Heeresleitung nicht einmal genug zu essen bekommen. Im Regelfall aber stammen die Waffen von besetzten Polizeistationen oder auch Armee-Einheiten, die sich der Volkswehr ergeben hätten. „Aus Russland sind die Waffen nicht“, sagen ihre Leute.

Doch kämpft die Volkswehr auch mit alten Waffen, an Beistand fehlt es ihr nicht. Von der Krim rücken zwei Bataillone freiwilliger Kämpfer nach Slawjansk vor, teilte Nikolai Solnzew mit, der Kommandeur der  Bewegung „Ostfront“. „Die auf der Krim aufgestellten Bataillone eilen uns zur Hilfe. Wir werden gemeinsam gegen den Faschismus kämpfen“, sagte Solnzew. Zur Frage, welche Mannschaftsstärke die beiden  Formationen aufweisen, machte er keine Angaben. Wie die beiden Bataillone die ukrainische Grenze passieren und nach Slawjansk gelangen, ist nicht bekannt. 

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