Mit dem Blick eines Philosophen, Politologen und Ökonomen erklärt Florian Stumfall in seinem Buch "Das EU Diktat – Vom Untergang der Freiheit in Europa" die Fehlentwicklungen der Europäischen Union. Die dabei beleuchteten Aspekte sind für all jene Menschen interessant, die sich argumentativ mit der Brüsseler Eurokratie auseinandersetzen möchten.

Von Marco Maier

Cover vorneWer sich wirklich mit dem Konstrukt der Europäischen Union auseinandersetzen möchte, muss sich auch mit dem grundlegenden Wesen von Staaten und Staatsverbünden beschäftigen. Der Autor zeigt einleitend in einem historischen Abriss, wie sich staatliche Gesellschaften entwickelten, um damit ein Verständnis für die Fehlentwicklungen beim Aufbau der Europäischen Union zu schaffen.

Besonders kritisch betrachtet Stumfall die zunehmende Kompetenzverlagerung nach Brüssel, wodurch sich seiner Ansicht nach gefährliche Tendenzen hin zu einem autokratischen System ausbilden. Besonders kritisch beleuchtet er hierbei das Großmachtstreben der Eurokratie, welches mittels widerlegbarer Behauptungen die Machtausdehnung zu rechtfertigen sucht. Wohlstand und eine gesunde Wirtschaftskraft hängen, so der Autor, nicht von der Größe der Staaten ab. Dabei wirft er einen Blick auf erfolgreiche kleinere Staaten dieser Welt.

Cover hintenWenn die EU als Wirtschafts- und Zollunion gelobt, und diese "Errungenschaft" als Wohlstandsförderung gepriesen wird, die wir lediglich der EU zu verdanken haben, so zeigt Florian Stumfall anhand des Beispiels vom Zollverein des Deutschen Bundes im 19. Jahrhundert auf, dass derartige Abkommen schon früher bestanden und es dazu keine supranationale Behörde braucht. Das Plädoyer für eine kleinteilige Staatsordnung zieht sich hierbei anhand mannigfaltiger historischer, politischer und wirtschaftlicher Beispiele durch das ganze Buch.

Doch nicht nur der staatsrechliche Aspekt inklusive der Gewaltenteilung kommt darin zur Sprache, auch der wirtschafts- und finanzpolitische Aspekt. Er hinterfragt hierbei nicht nur die Machtergreifung Brüssels in Sachen Gesetze und Verordnungen, die tief in die rechtsstaatliche Ordnung der EU-Mitgliedsstaaten bis auf die kommunale Ebene greifen, sondern ebenso äußerst kritisch und sachlich fundiert die finanzpolitischen Instrumente von ESM & Co.

Insgesamt betrachtet kann man sagen: Insbesondere für EU-Kritiker bietet dieses Buch ein hervorragendes argumentatives Rüstzeug, um damit die glühenden Verfechter dieser Europäischen Union ins Schwitzen zu bringen. Ebenso ist es ein Plädoyer für ein Europa, welches in seiner Vielfalt bestehen und gefördert werden soll, anstatt einer Zentralverwaltung von Bürokraten unterstellt zu werden.

Geschrieben von einem Bayern mit Herzblut für seine Heimat, verbindet dieses Werk in harmonischer Weise sowohl konservative wie auch manch libertär wirkende Elemente miteinander – ergänzt durch eine ordentliche Prise Regionalismus. Meiner Ansicht nach ist dieses Buch eine hervorragend gelungene Zusammenfassung all dessen, was im heutigen "vereinigten Europa" falsch läuft, ohne jedoch dabei auf Lösungsvorschläge zu verzichten, sondern stets auf positivere Beispiele zu verweisen.

Das Buch können Sie entweder direkt beim EWK-Verlag, oder (wenn Sie uns unterstützen möchten) über unseren Bücherladen bestellen. Die 21 Euro für das 192 Seiten umfassende Buch (Hardcover) sind eine lohnenswerte Investition.

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