Osteuropa: Die NATO rückt vor

In der Kriminologie gibt es eine unumstößliche Regel, wonach der Täter zunächst unter denen gesucht wird, die einen Vorteil von der Tat haben. Daran fühlt sich erinnert wer feststellt, dass die NATO, die den Umsturz in der Ukraine verursacht hat, wegen der dortigen Zustände erwägt, in Osteuropa dauerhaft Truppen-Kontingente zu stationieren. Darüber berichtet die Agentur Reuters und beruft sich dabei auf den Obersten NATO-Befehlshaber Europa, US-General Philip Breedlove.

Von Florian Stumfall

„Ich glaube, dass die ständige Truppenstationierung in Osteuropa das ist, worüber wir nachdenken müssen. Wir werden das den Spitzenvertretern unserer Länder zur Erörterung vorlegen, um zu sehen, zu welchem Ergebnis das führen wird“, sagte Breedlove. Bisher werden die NATO-Streitkräfte in Osteuropa routinemäßig ausgewechselt. Mit einer ständigen Stationierung wird gleichzeitig die Absicht erörtert, die fraglichen Einheiten merklich zu verstärken. In diesem Zusammenhang rief NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die europäischen NATO-Mitglieder dazu auf, ihre Rüstungsausgaben zu erhöhen. Russland benehme sich mehr als Gegner denn als Partner, erklärte er.

Mit einem Hinweis auf die internationale Rechtslage reagierte Russlands Außenminister Lawrow auf die Truppenverstärkung der NATO. „Was die Pläne angeht, die militärische Präsenz der NATO-Kräfte auf den Territorien osteuropäischer Mitglieder auszubauen, so gehen wir davon aus, dass es in den Beziehungen zwischen Russland und der NATO bestimmte Regeln gibt“, erinnerte er und wies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Erklärung von Rom aus dem Jahr 2002 über die Zusammenarbeit Russland-NATO sowie auf die Grundakte des Russland-NATO-Rats hin. Danach darf es keine ständige militärische Präsenz der NATO in Osteuropa geben. „Wir haben entsprechende Fragen an die Nordatlantische Allianz gerichtet“, so Lawrow. Eine Antwort steht noch aus. 

In einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Schoigu erklärte US-Kriegsminister Hagel, die Aktionen der NATO – so auch das derzeitige Manöver in Polen – trage „keinen provokatorischen respektive expansionistischen Charakter“. Möglich allerdings, dass die russische Seite dies nicht für bare Münze nimmt. Der frühere Leiter der Verwaltung für internationale Kooperation beim russischen Verteidigungsministerium, Generalleutnant Jewgeni Buschinski, stellte die Überlegung an, Russland könnte im Gegenzug Iskander-Raketen in der Exklave Königsberg aufstellen. Diese Raketen wären eine ideale technische Antwort auf den Raketenschirm, den die NATO gegen Russland in Stellung bringen will.

Noch vor einem halben Jahr, als die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen noch nicht so belastet waren, hatte Präsident Putin erklärt, die endgültige Entscheidung über die Iskander-Aufstellung sei noch nicht getroffen. Derzeit, so fuhr er damals fort „müssen wir niemanden schützen, aber niemand sollte die anderen zu Gegenschritten provozieren.“ Das hat sich mittlerweile gründlich geändert.

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3 Kommentare

  1.  

    Die politische Lage in der Ostukraine entwickelt sich immer dramatischer. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht zu einem gravierenden, militärischen Schlagabtausch zwischen Russland und der NATO kommt. Die Zeichen stehen auf Eskalation seitens der Interimsregierung in Kiew und der anglo-amerikanischen Imperialisten.

    Wer weiß, was die Zukunft bringt.

     

     

     

     

    1. Russland versohlt der NATO den Arsch und das wars dann.

      Denn für einen Angriffskrieg braucht man auch motivierte Soldaten ohne Furcht. Witzigerweise hat man vor den Russen mehr Angst als vor Amerikanern, was daran liegen könnte, dass die USA ihre militärische Stärke offen zur Schau stellen und sich wie nen toller Hecht aufführen, während die Russen eine schwer vorherzusehende Strategie führen und ihre tödlichsten Geschütze immer geheimhalten. Wer weiß, welche Geheimwaffen Russland gegen die NATO einsetzen könnte, sollte sie in Russland einfallen, ohne gleich einen nuklearen Holocaust zu verursachen?

      Um auch gleich die Frage zu beantworten, warum Russland dann die NATO nicht angreifft, wenn sie über solche Geheimwaffen verfügt?! Russland hat einfach kein Interesse an einem atomaren Schlagabtausch oder Angriffskrieg gegen NATO. Wüsste auch nicht, wieso sowas im Interesse Russlands sein sollte.

  2. Russland verhält sich momentan sehr richtig und lässt sich (zum Glück) auch nicht vom Westen provozieren, und das gefällt den Marionetten der EUSA nun mal gar nicht.

    Doch wenn es zu einer Eskalation kommt, heißt es Gute Nacht lieber Westen…

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