OECD: Oberste 1 Prozent sind die Gewinner der letzten 30 Jahre

Ein gestern veröffentlichter Report der OECD zeigt, dass insbesondere die Spitzenverdiener von den Entwicklungen der letzten Jahre profitierten. Im OECD-Schnitt konnte das oberste Prozent 1981 noch 6,5 Prozent aller Einkommen für sich beanspruchen – bis 2012 stieg deren Anteil auf 9,7 Prozent an.

Von Marco Maier

Einkommensanteil Topverdiener OECDMan nennt es im biblischen Vergleich auch den "Matthäus-Effekt" – Wer hat, dem wird gegeben. Jene Menschen die ohnehin schon über enormen Wohlstand und entsprechende Einkünfte. Besonders stark wuchsen die Unterschiede – siehe Grafik links – in den USA, Großbritannien, Portugal und Australien. Deutschland, welches 1981 noch den Spitzenplatz belegte, rutschte trotz Zunahme der Einkomensungleichheit auf Platz 3 ab. Deutlich besser schneiden hierbei die skandinavischen Staaten und die Niederlande ab.

Einkommensentwicklung USA 2008-2012Einen besonderen Einblick in die jüngsten Entwicklungen zeigen die Daten aus den Vereinigten Staaten. Wie man anhand der Grafik rechts erkennt, traf die Finanzkrise 2008/2009 insbesondere die Topverdiener, gefolgt von der breiten Masse. Die Besserverdiener in den Topjobs stiegen noch relativ gut aus. 2010 und 2012 hingegen konnten die Spitzenverdiener wieder ordentlich zulegen, während die breite Masse weiterhin Einkommensverluste erleiden musste.

Wie sehr die "unteren 90 Prozent" gegenüber den Spitzenverdienern ins Hintertreffen geraten sind, zeigt sich in der nachfolgenden OECD-Grafik für ausgewählte Länder. Die Umverteilung von Schaffend zu Reich ist erschreckend.

Verteilung Einkommenszuwächse OECD

Loading...

Dass es auf diese Weise nicht weitergehen kann und darf, versteht sich von selbst. Uns droht ein Jahrhundert der sozialen Unruhen, die auf der zunehmenden Ungleichheit basieren. Sowohl im globalen Kontext, wie auch auf nationaler Ebene.

Spread the love
Lesen Sie auch:  Lockdowns, Coronavirus und Banken: Dem Geld folgen (Teil 1)

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.