Chinesische Schiffe. Bild: Flickr / asitimes CC-BY 2.0
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Vor ziemlich genau drei Jahren führten Russland und China ihre ersten gemeinsamen Seemanöver durch, vor der russischen Pazifik-Küste im Fernen Osten. Zweck des Manövers war es, die praktische Koordination zwischen den beiden Seestreitkräften zu verbessern. Die diesjährigen Gefechtsübungen dürften erheblich mehr Gelegenheit bieten, den Ernstfall realitätsnah zu proben: Sie überschneiden sich zeitlich mit Seemanövern der japanischen Kriegsmarine.

Von Florian Stumfall

Japan hat als Gefechtsannahme die Verteidigung ihrer Inselgruppe Amami, speziell der Insel Eniya östlich von  Okinawa vorgegeben. Das hat einen doppelt symbolischen Charakter. Erstens liegt Okinawa zusammen mit einer nördlicheren japanischen Insel dem chinesischen Festland am nächsten und gibt damit die geographische Ausrichtung vor, und zum anderen sind hierbei unausgesprochen und gedanklich auch die USA involviert, die auf Okinawa eine große Militärbasis unterhalten. Bei der Übung werden alle Teilstreitkräfte mitwirken, das Heer mit 1.330 Soldaten, eine ungenannte Anzahl von Flugzeugen und die Marine mit vier Schiffen. Das Verteidigungsministerium erklärte, man wolle Japans Fähigkeit steigern, „die Inseln zu verteidigen“.

Dass diese Manöver geplant sind, gab das Ministerium nur wenige Stunden bekannt, nachdem die Chinesen ihrerseits erklärt hatten, sie würden zusammen mit den Russen in den Gewässern „vor Shanghai“ eine gemeinsame Übung abhalten. „Vor Shanghai“ bedeutet in diesem Fall eine große Nähe zu den Diaoyu/Senkaku-Inseln, die von China und Japan gleichermaßen beansprucht werden. Damit die Richtung auch hier von vorne herein klar ist, ließ China im zeitlichen Vorfeld drei Segler der Küstenwache in territorialen Gewässern vor den Inseln patrouillieren.

Diese Geste bezog sich erkennbar auf  eine militärische Garantie, die US-Präsident Obama im April an Japan abgegeben hatte, falls China die Inseln angreifen sollte. Peking ließ Obama daraufhin wissen, sie würden die umstrittenen Inseln als „inhärentes chinesisches Territorium“ betrachten. Seither haben sich chinesische Schiffe wiederholt den unbewohnten Eilanden genähert. Damit haben die russisch-chinesischen Seemanöver sozusagen einen tieferen Sinn.

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Das Selbe gilt für Japan. Wenn die Streitkräfte des Landes auch ein wenig weiter östlich üben, so dient das doch, wie es offiziell heißt, „zur Verteidigung und Zurückgewinnung der Inseln“, und gemeint sind natürlich die Streitobjekte. „Das Verteidigungsministerium stärkt die Fähigkeit amphibischer Operationen in Reaktion auf Chinas maritimen Vormärsche, und die Landeübungen werden als Schritt angesehen, China in Schach zu halten“, heißt es bei der japanischen Agentur Kyodo.

Manöver, bei denen es nicht einen angenommenen, anonymen Feind gibt, sondern einen konkreten, mit Namen? Das zeugt von einem gefährlichen Maß an militärischem Realismus.

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1 KOMMENTAR

  1. Russland wird von der NATO aus dem europäischen Raum erdrückt. China wird von der NATO aus dem pazifischen Raum erdrückt. Da ist es doch nur logisch, dass sich die beiden Nationen verbünden, da beide durch ein solches Bündnis gewinnen können.

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