Kindesmissbrauch: Vatikan feuerte seit 2003 ganze 848 Priester

Ganz untätig blieb der Vatikan in Sachen Missbrauchsfälle durch Geistliche nicht. Insgesamt 848 Priester wurden seit dem Jahr 2003 in den Laienstand zurückversetzt. Dies gab die katholische Zentrale gegenüber dem UNO-Anti-Folter-Komitee in Genf bekannt. Weiter 2.572 Geistliche erhielten leichtere Strafen.

Von Marco Maier

Laut der britischen Zeitung "The Guardian" verteidigte der Vatikan seine Vorgehensweise damit, dass die Täter doppelt bestraft würden. Einmal durch die kirchenrechtlichen Sanktionen und zudem noch durch die staatlichen Gerichte. Weiters leistete die Katholische Kirche Zahlungen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar, die den Opfern des priesterlichen Missbrauchs zugute kamen.

Bei den leichteren Strafen für straffällig gewordene Geistliche (wohl vorwiegend strafrechtlich verjährte Fälle) handelt es sich um kirchenrechtliche Sanktionen und Auflagen. Beispielsweise Berufsverbote, vorzeitiger Ruhestand, ein Leben in "Gebet und Buße", Geldstrafen, Kürzungen von Ruhestandsbezügen und dergleichen.

Erzbischof Tomasi, der vor dem Komitee aussagte, bedauerte die früheren Maßnahmen der Kirche, die an die Therapiefähigkeit pädophiler Priester glaubte und dadurch den weiteren Missbrauch von Kindern ermöglichte. Dabei verwahrte er sich jedoch der Forderung, dass der Vatikan weltweit strafrechtlich gegen Kirchenmitarbeiter vorgehen müsse.

Angesichts der großen Anzahl an betroffenen Geistlichen stellt sich jedoch die Frage, ob das kirchlich-zölibatäre Umfeld nicht vielleicht auch eine Art Magnet für diese Menschen ist. Immerhin sind das über 3.400 Personen in gerade einmal 10 Jahren.

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