Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichte jüngst Zahlen, wonach die Geldschwemme der Zentralbanken zu einer neuen Rekordsumme bei den Finanzderivaten führte. Ganze 710 Billionen Dollar sind die teils hochspekulativen Papier wert. Zumindest in den Computern der Finanzindustrie.

Von Marco Maier

Finanzderivate BIZDie "Zentralbank der Zentralbanken", wie die BIZ auch gerne genannt wird, verdeutlichte in ihrem jüngsten Bericht, welche gefährlichen Auswirkungen die gewaltige Geldschwemme der Zentralbanken hat. Insbesondere, da die Summe des "Wertes" dieser Papiere inzwischen um etwa 20 Prozent über dem Wert liegt, den diese noch kurz vor Ausbruch der globalen Finanzkrise 2008 hatten. Besonders das Jahr 2013 zeigt – im Vergleich zu 2012 – einen dramatischen Anstieg (siehe Grafik links).

Diese Summen sind insofern mit besonderem Argwohn zu sehen, da diese Derivate auch ihre Renditen verlangen, welche vorwiegend von der Realwirtschaft – und damit von den wirklich wertschöpfenden Unternehmen und den Menschen – bezahlt werden müssen. Selbst wenn die Durchschnittsrendite nur bei 2 Prozent pro Jahr liegt, so sind das in etwa 14 Billionen Dollar. Zum Vergleich: die Weltwirtschaftsleistung beläuft sich auf etwa 74 Billionen Dollar.

Sämtliche Versprechungen der Politiker den Derivatehandel einzuschränken waren offenbar wieder einmal nur leere Worthülsen. Offenbar scheinen die Lobbyisten der Finanzindustrie – siehe auch im Buch "Der größte Raubzug der Geschichte" – mit ihrer Tätigkeit sehr erfolgreich gewesen zu sein. Das Finanzmarktcasino feiert wieder fröhliche Urständ, während sich Realwirtschaft, Menschen und viele Staaten mehr schlecht als recht durchschlagen.

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One thought on “Finanzderivate: Blase größer als vor der Finanzkrise 2008”

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