Dugins unmoralisches Angebot an die Dame Europa

Seit knapp einer Woche habe ich das Vergnügen, für das Contra-Magazin zu schreiben. Keine wirklich lange Zeit. Und doch – wer meine Artikel interessant genug findet um sie regelmäßig zu verfolgen, stellt fest, dass Russland thematisch einen festen Platz in meinem Herzen hat. Dies ist bereits seit Jahren der Fall. Die Ereignisse in diesem Land bewegen meine Seele, obwohl es bis jetzt weder bereist habe, noch seine Sprache beherrsche. Die Ereignisse der letzten Tage, angeheizt durch die neusten Provokationen und Unverschämtheiten der NATO, treiben mir die Tränen in die Augen.

Von Daniela Disterheft

Letztens stieß ich nun auf ein Youtube-Video, dessen Inhalt ich genau aus diesem Grund, ebenfalls absolut nicht unkommentiert lassen kann. Es handelt sich hierbei um die Einlassungen eines Herrn Alexander Dugin, seines Zeichens Soziologe, Publizist und Politiker. Er vertritt den Standpunkt, dass Russland Europa erobern müsse, da dieses aus sich heraus nicht in der Lage sei, sich seinem eigenen Untergang entgegenstellen. 

Wenn Russland in Europa einmarschiert, natürlich nur bestückt mit den Waffen sogenannter Softpower, also massiver Einflussnahme via Internet und öffentlicher Berichterstattung und dieser Feldzug dann schließlich erfolgreich sei, könne sich Europa als russisches Protektorat darauf verlassen, dass die Russen sich für uns unserer „Ausländerproblematik“ und unserer „moralischen Neuausrichtung“ annehmen würden. Denn Europa, so Dugin, hasse sich selbst so abgrundtief, dass es zur erfolgreichen Gegenwehr, wie beispielsweise Femen und Gender Mainstreaming in der Lage sei. Wenn Europa erst ein russisches Protektorat wäre, könne es endlich aufhören, ständig vor der Welt seine Sünden zu bekennen.

Er bezieht sich dabei übrigens auf Nietzsche, der diese Idee auch schon verfochten habe. Ich denke, spätestes hier wird klar, nach welchem Land es Herrn Dugin im Speziellen gelüstet. Welche wahre Eroberungsphantasie er in den Begriff Europa hüllt. Herr Dugin fände es geschickt, wenn Russland Deutschland freien würde. Denn sie ist die klügste und wohlhabendste „Kandidatin“ auf europäischem Territorium. Er spricht von der europäischen Technologie, auf welche Russland unbegrenzten Zugriff haben sollte. Doch er meint damit die deutsche Technologie. Geopolitische Strategien müsste man auch nicht mehr ersinnen, hätte das Visaproblem vom Hals denn die Russen wären ja dann Teil Europas.
 
Dies ist meine persönliche Antwort auf ihr „großzügiges“ Angebot, werter Herr Dugin. Als Deutsche möchte ich ihnen sagen: Sie nähern sich ihrer Auserwählten, der schönen, klugen und mit reicher Mitgift ausgestatteten Jungfer, Deutschland, mit der mentalen Attitüde eines Zuhälters. Komm, mein schönes Kind. Lasse dich erobern, „nehmen“ und dann treusorgend beschützen – (ausrauben)! Deine Intelligenz dient allein mir. Die Früchte deiner Arbeit reichst du mir zum Abendessen und das ohne dich darum zu bitten. Dein Boden gehört zu meinem Haus, zu meinem Hof. Du darfst den Namen Russland führen, denn für den deinen schämst du dich zu Tode. Du darfst deine Religion behalten und all deine früheren Freier, die dich noch heute belästigen, kriegen von uns auf die Fresse und danach schmeißen wir sie von deinem Hof, der ja jetzt unser ist. Meine Familie ist jetzt deine Familie, bei niemandem brauchst du mehr zu fürchten, dass er nicht zu uns gehört. Nun gestatte ich dir, vor Glück auf die Knie zu fallen und mir die Hände zu küssen, weil du eingesehen hast, dass du ohne mich des Todes bist.

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Herr Dugin, dass es ihnen in den Sinn kommt, sich so ein Arrangement zusammenzuphantasieren und es tatsächlich auch noch laut auszusprechen, liegt einzig und allein daran, dass es dem deutschen Volke immer noch nicht gelungen ist, sich eindeutig und selbstbewusst neu zu definieren und den aus solcherlei Prozess entstandenen Beschlüssen Taten folgen zu lassen. Dafür wird es allerdings mehr als höchste Zeit. Dies ist der einzige Aspekt, in dem ich mit ihnen übereinstimme.

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Was deutsche Ingenieure und Industrielle angeht, so sollten diese wirklich verstärkt in Russland tätig werden, und zwar vollkommen unabhängig davon, ob das eine Angela M. nun erfreut oder nicht. Von dieser Dame hat Deutschland noch nie etwas Konstruktives und Gutes erfahren. Deswegen sollten die Menschen, die wissen was gebraucht wird, wovon sie reden und wie man es ermöglicht, schlicht eigenständig handeln. Russland und Deutschland lieben sich, wenn sich von außen niemand einmischt. Eine Liebe zwischen zwei Partnern beruht aber immer auf zwei Säulen: Freiwilligkeit und Eigenständigkeit. Jeder Mensch weiß, was in einer Beziehung geschieht, in der sich einer der Partner bis zur Selbstaufgabe hingibt. Da das nicht das Ziel zweier Liebender sein kann, bedanke ich mich herzlich für ihr edles Angebot und versichere ihnen: Wir schaffen das schon allein. Wir behalten unsere Wohnung, unser Einkommen und was unsere Identität angeht, darum kümmern wir uns selbst. Wenn wir uns dann selber lieben, erkennen wir auch, wer uns liebt. Sie, Herr Dugin, tun dies sicher nicht!

Spasiba!

https://www.youtube.com/watch?v=e-oH58VA5Rw

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4 Kommentare

  1. Sehr geehrte Frau Daniela Disterheft,

    ich habe von Alexander Dugin noch nie was Ähnliches gehört oder gelesen. Wo kann man sich das Video anschauen? Wer hat Ihnen das Video übersetzt? Ich muss doch Ihnen nichtwirklich erklären wie wichtig ist alles richtig zu verstehen was man auf eine Fremdsprache hört oder liest.

    Spasiba

    1. Es handelt sich hierbei um ein You Tube Video, das so schon in deutscher Übersetzung vorlag. Verzeihen Sie die Verspätung meiner Antwort. Ich hatte in letzter Zeit keinen Zugang zum Internet.  Es ist vielleicht ratsam, den Namen Alexander Dugin in eine Suchmaschine Ihres Vertrauens einzugeben.

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