Die Europawahl hat begonnen – Niederländer und Briten fangen an

Mit den Niederlanden und Großbritannien fangen zwei EU-Mitgliedstaaten mit dem Wahlgang zum Europäischen Parlament an, in denen die EU-kritischen Parteien stark im medialen Blickfeld stehen.

Von Marco Maier

Von einem massiven Rechtsrutsch kann in den Niederlanden nicht gesprochen werden. Die als rechtspopulistisch geltende PVV von Geert Wilders, die noch 2009 mit 17 Prozent hinter der konservativen CDA auf Platz 2 landete, dürfte dieses Jahr den letzten Umfragen entsprechend mit rund 12 Prozent der Wählerstimmen nur Platz 3 oder 4 erreichen, wenngleich das Feld von Platz 2 bis Platz 5 doch recht eng ist. Dabei lag Wilders' Partei in den letzten Wochen mit Umfragewerten von 16-18 Prozent noch klar auf Platz 1.

Als Sieger dürfte die liberale D66 mit etwa 19,3 Prozent der Stimmen feststehen. Die ebenfalls liberale VVD folgt in den Umfragen mit 12,3 Prozent. Die Sozialisten (SP) liegen mit der PVV gleichauf (11,9 Prozent). Starke Verluste hagelt es für die konservative CDA die in den jüngsten Umfragen lediglich eine Zustimmung von 11,3 Prozent erhielt. Sozialdemokraten (PvdA, 9,9 Prozent) und Rechtskonservative (CU/SGP, 9,5 Prozent), sowie die Grünen (6 Prozent) folgen auf den Plätzen.

Anders sieht es in Großbritannien aus: Die Populisten von der UKIP und die Labour Party (Sozialdemokraten) dürfen mit massiven Stimmengewinnen rechnen, während die konservativen Tories, die Liberaldemokraten und die rechte British National Party wohl starke Verluste verkraften werden müssen.

Derzeit liegen Labor und UKIP mit jeweils 27 Prozent Zustimmung in den Umfragen an der Spitze. Mit 23 Prozent und Platz 3 müssen sich die Tories zufrieden geben. Liberaldemokraten (10 Prozent) und Grüne (8 Prozent) folgen auf den Plätzen. Allen anderen wahlwerbenden Parteien (zusammen 5 Prozent) werden keine Chancen für einen Einzug eingeräumt.

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Morgen haben die Iren die Möglichkeit zur Stimmabgabe, die Tschechen haben sogar 2 Tage Zeit (morgen und übermorgen). Lettland, Malta, die Slowakei und die französischen Überseegebiete wählen am Samstag, der Rest dann am Sonntag.

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3 Kommentare

  1. Wer immer noch wählen geht, hat wohl nur wenig begriffen. Das  Eu-Parlament hat gerademal beratende Funktion und selbst v. Rompuy sagt: "Die EU-Wahlen sind überflüssig, entschieden wird woanders."

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