Das Kapital des Staates sind seine Bürger. Was nützen kranke Bürger dem Staat, wenn diese nicht schaffen können. Im Mittelalter leisteten Kirchen, Kommunen und Zünfte ihren Dienst an den Menschen. Im Zeichen der Not der Industrialisierung 1883 bis 1898 dann in verschiedene Sozialversicherungen, eingeführt in allen arbeitenden Bevölkerungsschichten.

Von Volker Eigen

Wie heute wurden Festbeträge einbezahlt. Ausgezahlt wurde die Rente allerdings erst mit dem vollendeten 70. Lebensjahr. Man ging zudem davon aus, dass die Familie den größten Anteil für die angehörigen Rentner selbst aufbrachte. Träger der sozialen Krankenversicherungen waren Gemeindekrankenversicherungs-, Orts-, Betriebs-, Innungskrankenkassen, Knappschafts- und Hilfskrankenkassen.

Für bestimmte Personengruppen gab es von da an eine Versicherungspflicht. Die von dieser Pflicht ausgenommen waren, mussten sich auf andere Weise versichern. 1883 kann damit also als die Geburtsstunde der privaten Krankenkasse bezeichnet werden. Nach der Einführung der Sozialversicherung für Arbeiter erhielt die PKV Impulse von den Beamten und von Angehörigen des Mittelstandes. Interesse zeigten insbesondere Kommunalbeamte, Lehrer und Geistliche. Die älteste Einrichtung dieser Art war die schon 1848 entstandene Krankenkasse der Beamten des Berliner Polizeipräsidiums. Aufgrund des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen vom 12. Mai 1901 wurden die Krankenversicherungsunternehmen dem neu errichteten Kaiserlichen Aufsichtsamt für die Privatversicherung unterstellt.

Aufschwung der PKV: Um die Jahreswende 1923/24 setzte ein Zustrom zu den Versicherungsunternehmen ein. In den darauf folgenden Jahren wandelten sich auch öffentlich-rechtliche Versicherungsunternehmen der privaten Krankenversicherung zu. Sie beschränkten sich auf die Versicherung der Beamten und ihrer Familien, deren Gehälter nach der Stabilisierung der Währung nicht immer ausreichten, um die Kosten für schwere Krankheiten selbst zu bezahlen.

Von besonderer Bedeutung für die private Krankenversicherung wurden die Vorschriften des Gesetzes über den Aufbau der Sozialversicherung von 1934. Dessen Bestimmungen machten die Ersatzkassen zu Körperschaften des öffentlichen Rechts und zu Trägern der gesetzlichen Krankenversicherung. Insbesondere wurde zwischen Angestellten- und Arbeiterersatzkassen getrennt. Sozialversicherungsfremde Mitglieder mussten aus ihnen ausscheiden.

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Aufgrund dieser Beschränkung des Versichertenkreises, auf die nach der Reichsversicherungsordnung versicherungspflichtigen und -berechtigten Personen, wurden sie von der Aufsicht über private Versicherungsunternehmen herausgenommen. Für die Krankenversicherung der aus den Ersatzkassen ausgeschiedenen Mitglieder waren jetzt die privaten Gesellschaften zuständig.

1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs brach die Private Krankenversicherung (PKV) zusammen. Es musste vom Nullpunkt begonnen werden. Die sowjetische Besatzungsmacht hatte jedwede Tätigkeit der PKV verboten. Eine große Anzahl von Versicherungsunternehmen siedelte darum in das Gebiet der Bundesrepublik über. Im Mai 1946 fand in Hameln die erste Zusammenkunft der Krankenversicherer der britischen Besatzungszone statt. 1947 wurde der Verband der privaten Krankenversicherung für die britische Zone mit Sitz in Köln gegründet. 1948 konstituierte sich der bizonale Verband der privaten Krankenversicherung. 1949 dehnte sich der Verband auf das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aus.

Die private Vollversicherung wird in starkem Maße durch den Gesetzgeber bestimmt. Genauer gesagt durch die Festlegung der Versicherungspflichtgrenze in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sie beträgt 75 Prozent der der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung. Bis in die 1970er Jahre wurde der gesetzliche Versicherungsschutz auf fast alle Bevölkerungsschichten ausgedehnt. Durch die Einführung der Pflichtversicherung für Landwirte und die Öffnung der GKV für Angestellte, musste die PKV zwischen 1970 und 1973 eine Abwanderung von 815.000 Versicherten verkraften.

1989 wurde im Gesundheitsreformgesetz auch Arbeitern gestattet, deren Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen, sich vollständig privat zu versichern. Beamte und Selbständige wurden unabhängig vom Einkommen auf die private Versicherung verwiesen.

1990 traten die fünf neuen Bundesländer der ehemaligen DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. 1991 wurde dort das gegliederte Krankenversicherungssystem der Bundesrepublik eingeführt. Das Gesundheitsstrukturgesetz von 1993 brachte für die PKV die Einführung des Standardtarifs der sie verpflichtet, älteren Versicherten einen auf den durchschnittlichen Höchstbeitrag der GKV begrenzten Tarif anzubieten. Bei der Pflegepflichtversicherung von 1995 wurde der Grundsatz "Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung" in die Praxis umgesetzt. Die PKV wurde damit auch zum Träger der Pflegepflichtversicherung.

Die Zwei-Klassen-Gesellschaft wird in private und gesetzliche Unterteilt, dazu noch die im Schatten der staatlichen Trägerschaft der Beamten, die Diskussionen um die Behandlung und Gleichstellung lenkt vom eigentlichen Missbrauch ab. Bei den Privaten steht der Profit im Vordergrund, die Einzahler, so lange sie denn Gesund sind, sorgen für gute Dividenden. Im Alter steigen dann die Beiträge und sind bei rückläufigen Renten nicht mehr bezahlbar.

Auch die Einführung der 400-Euro-Jobs lassen den Staat immer wieder dafür bezahlen, dass einzelne Unternehmen billige Lohnsklaven haben und die Allgemeinheit für die Kosten aufkommen muss. Diese sogenannte staatliche Förderung ist ein Trugschluss. Die Arbeit ist nun mal vorhanden, warum sollten diese dann nicht auch entsprechend entlohnt werden? Die Bereicherung der Unternehmen und Auftraggeber mit staatlicher Förderung gehen zu lasten der Allgemeinheit. Um Effektivität sind die Krankenkassen bemüht und zahlen für ihren Verwaltungsakt ihren Angestellten königliche Gehälter. Seid Euch da mal im Klaren, denn diese Menschen tragen nichts Produktives in der Gesellschaft dazu bei, sie verwalten lediglich Euer „Taschengeld“ für Eure Gesundheit! Trügerisch werdet ihr seid Jahrzehnten in dem Glauben gehalten, dieses System anzubeten.

Ich komme mir vor als würde ich in einer Kaste leben. Soziale Gerechtigkeit erfahren wir nur, wenn alle zusammen in einem Wertesystem den gleichen Anteil dazu beitragen. Ob es der Arbeiter ist der im Monat 1.200 Euro Netto verdient und 120 Euro in die Krankenkasse einzahlt, oder der Vorstandschef mit seinem Gehalt von 120.000 Euro, der dann eben mal 12.000 Euro einbezahlt. Bei gleichen Kosten für die täglichen Dinge des Lebens bleibt dem normalen Arbeiter nun mal weniger übrig um besondere Luxusartikel davon zu bestreiten. Dann lasst ihn doch wenigstens eine faire soziale Existenz ermöglichen.

Die von den Lobbyisten (Politikern) in den Arbeitsmarkt geforderte Facharbeiterzuwanderung bei Arbeitslosenzahlen von etwa 2.9 Millionen (Stand Februar 2014) ist eine geschönte Darstellung, da nicht jeder Zuwandernde sofort eine Arbeit findet. Allein im Januar sind laut Spiegel aus Bulgarien und Rumänien 9.850 Menschen nach Deutschland eingewandert. Andere europäische Länder werden hier bewusst nicht aufgeführt. Laut Statistischem Bundesamt sind die Arbeitslosenzahlen weiterhin rückläufig. Na wenn da nicht mal jemand den Rotstift angesetzt hat wird wohl jemand die Mathematik neu definieren müssen. 

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