Das Europa-Gefühl

Heute am Tag der Wahl zum Europaparlament frage ich mich intensiv, wie wichtig mir Europa ist. Ich stelle fest, die Propaganda kommt bei mir einfach nicht an. Österreich ist mir nach wie vor zu wichtig, um es an die "Vereinigten Staaten von Europa" bedingungslos abzutreten. Längst ist es für mich beschlossene Sache – mein Österreich bekommt ihr nicht "kampflos".

Von Andre Eric Keller

Egal wo man hinhört, egal welche Zeitung man liest oder welche Informationssendung man sieht, von überall schallt es her: "Europa ist da wo du bist, Europa bist auch du". Vielleicht glaube auch ich es irgendwann. Vorerst ärgere ich mich extrem über die Gehirnwäsche. Wer glaubt denn bitte dieses stumpfsinnige wiederkehrende Gewäsch von Solidarität. Ich sehe gar nicht ein, mich solidarisch mit den Südstaaten und Osterweiterungsländern zu erklären. Diese Solidarität würde denen helfen, aber was haben wir davon. Vielleicht mag für manche Geben wichtiger als Nehmen sein – für mich hingegen ist ein ausgeglichenes Geben und Nehmen optimal. Nur Geben ist für mich gar nicht vorstellbar. Das wäre einfach nur dumm. Und dumm ist für mich eben diese auf "Solidarität" ausgerichtete Politik der selbsternannten Kommission. 

Und dann wären da noch die Werte der Europäischen Union. Unter anderem wird die "Demokratie" hochgehalten. Wir dürfen zwar das Parlament zur Europäischen Union wählen, aber zu entscheiden hat es nichts. Sehr demokratisch. Der Verordnungswahn macht mich auch echt sauer. Von A -Z will man alles regulieren. Mit Richtlinien fahren sie dann in ihrem Gleichheitswahn über die nationalen Parlamente und gehen nicht auf die Bedürfnisse der Menschen ein. Nein, ich habe keine Lust auf ein Europa der Europäischen Union. Wenn man dort in Brüssel nur ein klein wenig das Hirn einschalten würde – ich kann gerne nachhelfen – so ginge man die wichtigsten Dinge sofort an. Wenn schon ein gemeinsames Europa entstehen muss, dann widmen wir uns doch zuerst einer gemeinsamen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in der ganzen Europäischen Union. Sozialleistungen detto. Das würde ein Riesenproblem lösen und vor allem die innereuropäische Völkerwanderung eindämmen. Das scheint aber nicht gewollt zu sein, denn man ist an einer Durchmischung der verschiedenen Völker interessiert, um so irgendwann die nationalen Identitäten begraben zu können. 

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Das Europa der Europäischen Union ist unfair. Unfair zu denen die mehr haben. Wozu wurden all die Dinge erkämpft und erstritten, wenn die EU mit ihrer Gleichmacherei wie eine Dampfwalze darüber fahren kann? Warum fängt diese EU z.B. nicht bei sich selbst zu sparen an. Wieso benötigt sie zwei Niederlassungen für das Europäische Parlament in Straßburg und Brüssel? Fragen gibt es zuhauf. Nur beantworten wird es niemand. Und wie soll sich dann ein Gefühl von Europa einstellen, wenn man kein gutes Gefühl mit der Europäischen Union hat? Ich kann mich einfach nicht mit diesem Europa identifizieren, wenn es sich nicht mit mir identifiziert. Versteht eines Tages dieses Europa der EU meine Sorgen und Ängste, dann kann ich mir eine persönliche Annäherung vorstellen. Beantwortet dieses Europa meine Fragen nicht, versucht es mich zu reglementieren und zu überwachen, so wird es nie mein Herz erobern können. Und dieses Gefühl von Europa werde ich dann wohl nie spüren. 

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