BND: Echtzeit-Schnüffeln ohne Grenzen

Wenn es um die Beschaffung von Informationen geht, kennt der deutsche Bundesnachrichtendienst offenbar kein Pardon. Wie antwortet man auf den Protest der Menschen über die NSA-Schnüffeltätigkeit? Mit der totalen Echtzeitüberwachung!

Von Marco Maier

Der deutsche Geheimdienst BND wäre kein deutscher Geheimdienst, wenn er nicht versuchen würde mit größter deutscher Gründlichkeit auf die US-Spähattacken zu reagieren. Nicht etwa um diese zu verhindern – nein, um die Menschen in Deutschland sogar noch effektiver ausschnüffeln zu können. Dank der Kooperation von NSA und BND kann man davon ausgehen, dass diese – nachdem sie ihre langen Nasen ganz tief in die privaten Angelegenheiten der Menschen steckten – ihre Erkenntnisse miteinander teilen.

Anstatt das zu tun, was man eigentlich von den mit Steuergeld finanzierten Überwachungstätern erwarten müsste – nämlich sich in der Spionageabwehr zu üben, damit die anderen Schnüffeldienste ihre Nasen nicht zu tief ins eigene Land stecken – wollen diese nun auch noch mit NSA und GCHQ gleichziehen.

Nicht umsonst will der BND ganze 300 Millionen Euro von der Bundesregierung um die "Netzsicherheit zu erhöhen". Im Geheimdienstdeutsch soll das wohl so viel bedeuten wie: Wir wollen die Sicherheit erhöhen, möglichst viele Daten in Echtzeit aus dem Netz abzusaugen – und zu speichern. Denn was nützen die ganzen Daten, wenn man sie nicht lange genug sichern kann um sie Byte für Byte auseinanderzunehmen?

Besonders interessant ist der Umstand, dass die Superschnüffler vom BND vor allem soziale Netzwerke, Foren und Blogs in Echtzeit analysieren wollen. Anstatt also erst die Erlaubnis der Anbieter einzuholen um dann eine Kopie der betreffenden Accounts zu erhalten, sollen die Nutzer erst gar nicht mitbekommen, wie ihre Eingaben systematisch überwacht und ausgewertet werden. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die SZ, der NDR und der WDR erhielten.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  US-Cyber-Armee-Enthüllungen sind ein Hohn für die Anschuldigungen gegen Russland

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.