Zündeln nach Profi-Art: US-Söldner in der Ukraine

Schon lange nichts mehr von „Blackwater" gehört? Der größten Söldner-Armee der Welt? Kein Wunder. Nach sogar in diesem Metier besonders abscheulichen Verbrechen, die diese Truppe im Irak begangen hatte, hielt man es für angemessen, den Namen zu ändern. Und außerdem wechselte der Besitzer. Nun sind sie auch in der Ukraine unterwegs.

Von Florian Stumfall

Die Putsch-Regierung in Kiew hat drei Verbände Sicherheitskräfte in die Ostukraine verlegt, in die Gebiete von Donezk und Lugansk. Es handelt sich dabei um eine Einheit der sogenannten Innentruppen, eine Formation der Nationalgarde, zu der Kämpfer des „Rechten Sektor“ gehören, und eine Einheit der berüchtigten US-amerikanischen Söldner „Blackwater“, die sich neuerdings „Academi“ nennen, sowie Leute von Greystone, einer Firma, die mit „Academi“ zusammenarbeitet. „Ihnen wurde die Aufgabe gestellt, die Proteste möglichst schnell und hart niederzuschlagen“, so der Informant einer russischen Presseagentur, der allerdings anonym bleiben will. Diese „Blackwater“-Leute, harte Burschen, die für Geld und zum Vergnügen töten, hat man zu diesem Zweck in Uniformen der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“ gesteckt. Niemand soll auf die Idee kommen, die USA würden sich auch nur von weitem in ukrainische Belange einmischen.

Überraschend verkaufte der frühere Navy Seals-Offizier Prince, der Gründer von  „Blackwater“, im Sommer des vergangenen Jahres seine Truppe. Und noch überraschender war die Identität des Käufers, die ruchbar wurde, obwohl er ein Konsortium von Investoren vorgeschoben hatte. Niemand anders als der Saatgut-, Giftgas- und Lebensmittel-Riese Monsanto ist jetzt Besitzer der Söldner, was ein eigenartiges Licht auf die Geschäftspraktiken des Konzerns wirft.

Das russische Außenamt hat sich skeptisch zu den Verlegungen der Sicherheitskräfte geäußert und weist ebenfalls auf die Camouflage der US-Söldner hin: „Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass zu dieser Operation rund 150 US-Spezialisten aus der privaten Militärorganisation Greystone mobilisiert wurden, die in die Uniformen der Sondereinheit ‚Sokol‘ gekleidet sind.“

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Der russische Außenminister Lawrow rief in einem Beitrag in der britischen Zeitung „Guardian“ die NATO auf, keine weiteren Spannungen mehr zu provozieren und die „ernsthafte Arbeit gemeinsam mit Moskau“ wiederaufzunehmen. „Die Welt von heute ist kein Kindergarten, in dem Erzieher Strafen nach eigenem Gutdünken verhängen. Militante Erklärungen, die beim jüngsten Außenministertreffen der NATO in Brüssel abgegeben wurden, laufen Forderungen nach einer Deeskalation der Lage zuwider“, so Lawrow.

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