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Die Bank of Amerika ist jene Großbank, die zuletzt mit Geldstrafen und der Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen an Kunden verdonnert wurde, weil sie unfaire und irreführende Praktiken anwandte. Das Büro für finanziellen Konsumentenschutz (CFPB) kündigte umfangreiche Maßnahmen an, um geschädigten Konsumenten zu helfen.

Von Marco Maier

Vergangenen Mittwoch kündigte das CFPB an, dass die Agentur die Bank of America (BoA) und die FIA Card Services "für die ungerechte Konsementenabrechnung rund um den Schutz vor Identitätsdiebstahl durch Zusatzprodukte, und die Verwendung von irreführenden Marketing- und Vertriebspraktiken für Kreditschutz-Zusatzprodukte" anklagen werde. Diese Ankündigung folgte der Regelung auf den Fuß, wonach die BoA für die Irreführung von Fanny Mae und Freddy Mac während der Hypothekenkrise 2008, zur Zahlung von 9,5 Milliarden Dollar verurteilt wurde.

BoA Proteste BostonDie Ankündigung folgte ebenso einem 228 Millionen Dollar Deal, in dem die QBE Insurance Group als Mitangeklagter verwickelt war. In diesem Fall wurde behauptet, dass die BoA und die QBE ein Provisionensystem aufgebaut hätten, um die Kosten für die Hausbesitzer-Versicherung, die Kunden für den Kauf von Immobilien benötigen, in die Höhe zu treiben.

Die CFPB ordnete an, dass die BoA 45 Millionen Dollar an Strafe bezahlen, sowie 738 Millionen Dollar an die geschädigten Kunden refundieren müsse. Darunter mindestens 250 Millionen Dollar für etwa 1,4 Millionen Kunden, die bei der BoA diverse Zusatzprodukte wie "Credit Protection Plus" oder "Credit Protection Deluxe" gekauft hatten. Diese beiden Produkte gibt es nun seit 2012 nicht mehr.

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In der Kreditwirtschaft ist der Verkauf von Zusatzprodukten äußerst rentabel: sie verursachen kaum Kosten, versprechen jedoch einen hohen Profit für die Banken. Einige dieser Produkte sind durchaus legitim und notwendig, doch sehr viele davon dienen lediglich zum abkassieren der Kunden, da sie entweder massiv überbewertet oder einfach nur irreführend und unnötig sind. CFPB stellte fest, dass den Kunden der BoA via Telemarketing Funktionen und Umfänge versprochen wurden, die in den angedrehten Produkten nicht einmal ansatzweise enthalten waren.

Betrug eine gängige Masche in der US-Kreditwirtschaft?

Doch die Bank of America ist längst nicht die einzige Bank, die ein derartiges Betrugsgeschäft zu Lasten der Kunden betrieben hat, und sie wird auch gewiss nicht die letzte sein. Capital One, Discover und JPMorgan mussten ebenfalls schon Strafen für solche miesen Zusatzprodukte bezahlen. Erst im Dezember 2013 wurde das Kreditkartenunternehmen American Express zu einer Zahlung von 16,2 Millionen Dollar als Strafe, sowie ein Minimum von 59,5 Millionen Dollar an Rückerstattungen verdonnert, weil die verkauften Zusatzprodukte nicht den gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprachen. Im September 2013 mussten die Chase Bank USA und JPMorgan Chase zustimmen, 309 Millionen Dollar an 2,1 Millionen Kunden rückzuerstatten, die deren Identitätsdiebstahl-Produkte kauften.

Offenbar wurde der wissentliche Betrug am Kunden zum Standard in der Kreditwirtschaft. Bankenaufsicht und Justizministerium kommen kaum nach, die enorme Vielzahl an Finanzprodukten zu prüfen. Falls sie Betrügern jedoch auf die Schliche kommen, schreiben die betroffenen Finanzunternehmen die Strafen einfach als normale Geschäftskosten einfach ab. Augenscheinlich gilt dies in diesen Kreisen einfach als gewöhnliches, einkalkuliertes Geschäftsrisiko.

Artikelbild: Flickr / JeepersMedia CC-BY 2.0

 

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