Fast seit Beginn der Krim-Krise ereifern sich die Vertreter der Putsch-Regierung in Kiew im Verein mit westlichen Politikern und Medien darüber, dass Russland auf seinem eigenen Territorium unweit der ukrainischen Grenze Militär zusammenziehe. Das hindert aber die Regierung Jazenjuk nicht daran, ihrerseits in der östlichen Ukraine, im Großraum von Slawjansk, erhebliche militärische Kräfte zu konzentrieren.

Von Florian Stumfall

Es handelt sich um ein massives Aufgebot: Satellitenaufnahmen zeigen Hunderte von Panzern, Geschütze aber auch Mehrfachraketenwerfer. An Mannschaften dürften dort mehr als 15.000 Soldaten in Stellung gebracht worden sein, wie aus Militärkreisen in Moskau verlautet wurde. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums spricht von rund 160 ukrainischen Kampfpanzern, 230 Schützenpanzern sowie mindestens 150 Geschützen und Mehrfachraketenwerfer der Typen „Grad“ und „Smertsch“. 

Dieses enorme Aufgebot „ist aus militärischer Sicht unerklärbar und unvergleichbar mit dem Kampfpotenzial der Volkswehr, die über eine begrenzte Anzahl von Pistolen und Sturmgewehren verfügt“, so der Ministeriale. Es handle sich offenbar „nicht um eine Polizeioperation, sondern um den Aufbau von Truppeneinheiten, um die Stadt samt allen Einwohnern auszulöschen.“

Die Volkswehr in Slawjansk zählt etwa 2500 Verteidiger. Das jedenfalls sagt der Bürgermeister, Wjatscheslaw Ponomarjow. „Das sind hauptsächlich Ortsansässige, es gibt auch unsere Gesinnungsgenossen aus anderen Städten und Regionen, darunter meine ehemaligen Sowjetarmee-Kameraden aus Russland, Moldawien und Kasachstan.“ An Waffen verfügen die Volkswehrangehörigen nach Angaben des Bürgermeisters über Pistolen und AK 47, das Arsenal werde ergänzt durch Molotow-Cocktails. Zuvor hatten die Verteidiger der Stadt einige Luftlande-Schützenpanzer erbeutet, als die 25. Dnepropetrowsker Luftlandebrigade versucht hatte, Slawjansk einzunehmen.

Jetzt scheint es also um den zweiten Anlauf zu gehen. Der Einsatz wird allerdings jetzt vom Inlandsgeheimdienst SBU befehligt, wie eine russische Agentur  von einer Quelle aus dem ukrainischen Generalstab  erfahren hat. „Die Stadt wurde im Rahmen der zweiten Etappe der Anti-Terror-Operation blockiert“, so der Befehlshaber der ebenfalls beteiligten Nationalgarde, Stepan Poltorak. 

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„Dass das jetzige Regime in Kiew tatsächlich begonnen hat, die Armee gegen die Bevölkerung innerhalb des Landes einzusetzen, ist zweifellos ein sehr schweres Verbrechen gegen das eigene Volk“, urteilte Russlands Präsident Putin in Sankt Petersburg bei einem Medienforum.

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