Tote in Slawjansk – Der Rechte Sektor macht wieder ernst

Ostern war in der orthodoxen Welt dieses Jahr am selben Tag wie im Westen. Das hat aber nicht verhindern können, dass der extremistische Rechte Sektor, ein verlängerter Arm der Putsch-Regierung in Kiew, im ostukrainischen Slawjansk eine blutige Schießerei begonnen hat. Der Chef der dortigen Volkswehr, Wjatscheslaw Ponomarjow, hat die russische Regierung darum gebeten,  Friedenstruppen zu entsenden, die die Einwohner der Stadt „vor der Nationalgarde und dem Rechten Sektor schützen“ können. Und er setzte hinzu: „Man redet gar nicht mit uns, man schießt einfach.“

Von Florian Stumfall

Die offiziellen russischen Organe haben sich über den Vorfall empört gezeigt. Er zeuge von der Weigerung der Behörden in Kiew, „Nationalisten und Extremisten zu zügeln und zu entwaffnen“, so eine Stellungnahme des Außenministeriums. „Verwunderlich ist, dass diese Tragödie bereits kurz nach der Unterzeichnung der Erklärung zu den Ergebnissen des Vierertreffens in Genf geschehen ist“, heißt es weiter, „Diese Erklärung enthielt den Aufruf, von beliebigen Gewaltaktionen, Einschüchterung und Provokationen Abstand zu nehmen.“ Moskau bestehe darauf, dass „die ukrainische Seite die übernommenen Verpflichtungen zur Deeskalation der Situation im Südosten der Ukraine strikt einhält“. so das russische Außenamt.

In der Nacht zum Sonntag hatten Unbekannte den Kontrollposten vor der Einfahrt in Slawjansk im Dorf Bylbassowka beschossen. Ponomarjow informierte die Medien, dass bei der Schießerei ein Mitglied der Volkswehr getötet und zwei weitere verletzt wurden. Mit dem Gegenfeuer seien bis zu sieben Angreifer getötet worden. Er erklärte, die Stadt lebe im Zustand einer Belagerung durch den Rechten Sektor. Nur Russland könnte die Stadt schützen, deshalb habe er sich an Präsident Putin mit der Bitte gewandt, Friedenstruppen in die ostukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk zu entsenden.

Lesen Sie auch:  Fall Navalny: "Es gibt bessere Gifte, wenn man wirklich jemanden töten will"

Das ukrainische Innenministerium hat derweil bestätigt, dass es zu diesem Schusswechsel an einem Kontrollposten gekommen sei. „Zwischen zwei Gruppen von Bürgern kam es in der Stadt Slawjansk, Gebiet Donezk, zu einem bewaffneten Zusammenstoß an einem Kontrollposten. Dabei kam eine Person ums Leben, drei weitere erhielten Schusswunden und wurden ins Krankenhaus eingeliefert“, so die zurückhaltende Schilderung des Ministeriums, in der vom „Rechten Sektor“ keine Rede war.  

Schon drei Tage zuvor war gemeldet worden, dass zwei bis drei Fahrzeuge mit Provokateuren in  Slawjansk beobachtet worden seien. Sie fuhren in der Nacht zum Gründonnerstag  in der Stadt herum und gaben Schüsse auf Kontrollposten der Bürgerwehr ab, hieß es. Da war noch niemand verletzt worden. „Ihr Ziel besteht darin, in der Stadt Panik zu stiften und womöglich eventuell Zusammenstöße zwischen diversen Gruppen der Selbstverteidigung zu provozieren“, sagte ein Mitstreiter von Ponomarjow zu diesem Vorfall. Es seien eben diese Provokateure gewesen, die am Samstag zuvor einen Wagen mit Angehörigen der Volkswehr beschossen und dabei einen Menschen getötet und zwei weitere verletzt haben.

Loading...
Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.