Die syrische Regierung ist zumindest auf absehbare Zeit nicht gefährdet, das meint jedenfalls der Befehlshaber der schiitischen Hisbollah, Hassan Nasrallah. „Eine Gefahr, dass das Regime in Syrien fallen wird, gibt es nicht mehr, auch die Gefahr einer Teilung Syriens liegt hinter uns“, so der Scheich in einem Interview mit der Zeitung „Al-Safir“, zitiert nach der iranischen Agentur IRNA.

Von Florian Stumfall

Mittlerweile hat Staatspräsident Assad Extremisten Amnestie zugesagt, wenn sie ihre Waffen niederlegen, so die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“. Er kann sich diese Großzügigkeit erlauben. Seine Armee hat sich im Westen des Landes durchgesetzt, in Damaskus, Homs und Palmyra schweigen die Waffen. Belagerung und Hunger haben ein Ende gefunden, Geschäfte sind wieder geöffnet, und die Straßencafés sind voller Gäste.

Die Pläne, Syrien in seine Bestandteile zu zerlegen und sich dazu militärischer Mittel zu bedienen, dürften ihren entscheidenden Rückschlag erlitten haben, als Russlands Präsident Putin durch seine Vermittlung im Streit um die chemischen Waffen den US-Amerikanern den Vorwand für ein militärisches Eingreifen weggenommen hat. Doch hat sich das Pentagon mit dieser diplomatischen Niederlage nicht abgefunden.

Die Feinde Assads haben ihre Niederlage eingestehen müssen, wollen aber weiterkämpfen, wenn auch mit geänderter Taktik und vor allem mit Hilfe der USA. Diese planen, ihre militärische Unterstützung der Regimegegner in Syrien, zu wesentlichen Teilen der Al-Kaida und ihr nahestehenden Kräfte, auszudehnen, so die Agentur Reuters unter Berufung auf US-Quellen. Unter anderem ist vorgesehen, umfangreiche Trainings-Projekte durchzuführen und die Lieferung von Schusswaffen auszuweiten. Das soll vor allem Einheiten zugutekommen, die in Jordanien nahe der syrischen Grenze stationiert sind. Was die Trainings-Programme angeht, so sind sie nicht nur für die Aufständischen in Syrien gedacht, sondern auch für Streitkräfte aus den USA selbst, ferner aus Saudi-Arabien, Jordanien und den Emiraten. Im Süden von Jordanien soll ein Aufmarschgebiet für eine neuerliche Offensive gegen Damaskus bereitet werden.

Die US-Diplomatie fährt derweil einen Schlingerkurs. Außenminister Kerry lehnt den Wunsch der Saudis ab, die Aufständischen mit mobilen Flugabwehr-Systemen und Panzerabwehrwaffen auszustatten. Auf eine Nachfrage seines russischen Amtskollegen Lawrow sicherte Kerry zu, dass Washington keine Abwehrwaffen an die syrischen Aufständischen liefern werde. Doch diese Zusage ist offenbar nicht viel wert. Wie die Nachrichtenagentur mitteilt, erwägt die Obama-Administration gleichzeitig, das Lieferverbot aufzuheben.

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1 KOMMENTAR

  1. Amnestie? Assad sollte sie alle verfolgen und ***! Sie haben die Morde an Kindern, Frauen und Unschuldige begangen. Immer wieder haben sie versucht dies auf Assad Regime zu zuschreiben. Irgendwan werden diese Mörder es wieder versuchen! Kein Kompromiss.

    //Bitte keine Aufrufe zur Gewalt. Danke! (mm)

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