Russland: NATO und Springer-Presse im Kriegsfieber

Anstatt sich auf eine Deeskalationsstrategie zu einigen, giert die NATO offensichtlich nach einem Krieg mit Russland. Anders kann man die Äußerungen des NATO-Oberkommandeurs Philip Breedlove nicht erklären. Die proamerikanische Springer-Presse hat deshalb wieder einen Grund zum feiern und mit Schlagzeilen zu titeln, die an jene von 1914 oder 1939 erinnern.

Von Marco Maier

Philip BreedloveBreedlove erklärte, dass Russland in 3-5 Tagen alle Ziele in der Ukraine erreichen könnte. Diese rein militärisch-strategische Einschätzung zur aktuellen Lage sorgt beim Springer-Revolverblatt "Bild" schon dafür, dass mit der Schlagzeile "Nato warnt vor Russeneinmarsch in der Ukraine" getitelt wird. "Die Welt" titelt mit "Nato-General warnt vor russischer Ukraine-Invasion". Demnach geht das nordatlantische Bündnis davon aus, dass Russland um die 40.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine stationiert habe um damit die Ostukraine zu annektieren.

Abgesehen von der völlig absurden Annahme, ein riesiges Land wie die Ukraine mit gerade einmal 40.000 Soladten einnehmen zu können, warnt der NATO-Oberkommandeur auch noch davor, dass Russland einen "Korridor" von der Krim aus zur vorwiegend von Russen bewohnten Region Transnistrien in Moldawien schlagen könnte. Die abtrünnige Region wünscht sich – wie die Krim – einen Anschluss an Russland.

Ukraine KarteAllerdings hat der russische Präsident Vladimir Putin oft genug erklärt, keine weiteren Gebietsansprüche gegenüber der Ukraine zu haben. Im Wissen um die Aggressivität der NATO würde er wohl selbst positiv verlaufende Volksabstimmungen in den ostukrainischen Oblasten über einen Anschluss an Russland kaum akzeptieren können.

Vergleicht man die Rhetorik des Westens mit jener Russlands wird klar, wer hier wirklich auf einen Krieg aus ist. Für einen Angriff wären die russischen Truppen deutlich zu unterbesetzt – allerdings durchaus wirksam in Form einer Verteidigungsarmee gegen NATO-Invasionstruppen.  Während man von Russland verlangt, den Schutz seiner Grenzen zu reduzieren, hat die NATO schon angekündigt, ihre Truppenstärke in den osteuropäischen Mitgliedsstaaten deutlich aufzustocken. Zudem hat die ukrainische Putschistenregierung schon die Söldnertruppe "Academi" (früher "Blackwater International"), die schon durch Kriegsverbrechen im Irak auffällig wurde angeheuert. Es scheint, als ob alle Mitwirkenden einen Krieg wollen – bis auf Russland, welches trotz der feindseligen Haltung des Westens immer noch den Dialog sucht.

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Artikelbild: Flickr / isafmedia CC-BY 2.0​

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7 Kommentare

  1. Die USA trauen sich nicht Russland direkt anzugreifen. Sie wissen, dass es das Ende ihres Imperiums bedeuten würde, wenn man bedenkt, dass Russland fast doppelt so viele aktive Atomsprengköpfe haben, wie die USA. Die meisten davon wurden zudem modernisiert, sodass sie die amerikanische Abwehreinrichtungen effektiv umgehen können. In einem Krieg zwischen Atommächten gilt die Regel: "Wer als erster schießt, stirbt als zweiter." Zugleich hat die NATO noch die "Shanghai Cooperation Organization" im Nacken, die sich anfangs nur als politische und wirtschaftliche Gemeinschaft bilden wollte, doch seit der Ukraine Krise wäre es nicht verkehrt, wenn sie sich zum militärischen Gegenpol zur NATO entwickeln würde, um das US-Imperium von asiatischen Raum fernzuhalten. Und das ärgert die NATO ungemein. Schon damals, als die SCO in Kasachstan entstehen sollte, haben die Amerikaner versucht, dieses Unternehmen scheitern zu lassen, zum Glück, ohne Erfolg!

    Wenn man bedenkt, dass die USA die einzige wirkliche militärische Gefahr innerhalb der NATO darstellt (Frankreich und GB sind jetzt nicht so die echte Gefahr für Russland), wohingegen eine Militärallianz zwischen Russland und China die USA ersticken würde, so kann man gut nachvollziehen, warum die USA agressiv agiert und vor Wut schäumt und versucht mit allen Mitteln Russland zu isolieren. Wird diesmal nicht funktionieren, da auch China erkannt hat, was das US-Imperium mit ihnen vorhaben. Somit ist ein Bündnis zwischen Russland und China eine Notwendigkeit für beide Staaten und das wissen sie auch.

    Sollte es dennoch zum Krieg kommen, ist ein nuklearer Fallout nicht auszuschließen. In diesem Fall gebe es keine Weltmächte mehr, auch die USA wäre weg. Zu Befürchten ist allerdings, dass sich USA denken würde: "Bevor wir untergehen, sollen die anderen mit untergehen". Hier ist vor allem die Bevölkerung in den USA und Europa gefragt, auf die Straße zu gehen und für Frieden zu demonstrieren. Ebenso kollektive Befehlsverweigerung aller Soldaten, eine atomaren Angriff auszuführen.

    1. Die Karten sind heute anders gemischt als frueher… damals gabs nur die megapotente USA und ihre Nato-Followers (Top Thumb Likers?) vs. den gesamten Ostblock. Heute dagegen sind es lauter finanziell geschwaechte europaeische Schuldenstaaten und eine kurz vor dem Bankrott stehende Usa, die jedes Jahr kurz vor knapp ihr Haushaltsdefizit erhoehen muss… vs. die BRIC-Staaten und die SCO. Und Russland-China stehen militaerisch blendend aufgestellt da, muessen auch nicht weltweit fuer ueber 700 Basen permanent finanzielle Logistik meistern. Das heisst, die Usa werden auf Granit beissen, wenn sie es wagen sollten, Russland unter Vorwand zu attackieren.

      “…eine Militärallianz zwischen Russland und China die USA ersticken würde, so kann man gut nachvollziehen, warum die USA agressiv agiert und vor Wut schäumt und versucht mit allen Mitteln Russland zu isolieren. Wird diesmal nicht funktionieren, da auch China erkannt hat, was das US-Imperium mit ihnen vorhaben. Somit ist ein Bündnis zwischen Russland und China eine Notwendigkeit für beide Staaten und das wissen sie auch.”

      Blendend formuliert! Ich schaetze China weiss das schon laengst und nicht erst seit Kurzem. China hat modernstes russisches Militaer, baut die besten Fighterjets in Lizenz. Sie waeren allenfalls mit biologischen Waffen zu bezwingen, d.h. auf die spezielle Genetik von Gelbasiaten zugeschneiderte Biowaffen. Aber Indien hat ja auch maechtig aufgeholt. Venezuela wuerde mit Ecuador und Brasilien gegen die Usa paktieren und ihnen vor der eigenen Haustuer Schwierigkeiten machen. Statt dass die Usa also wie frueher woanders hinfahren und Stress machen, waeren sie diesmal gleichzeitig mit Stress vor der eigenen Haustuer konfrontiert und somit in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt… und zusaetzlich obendrein massive Unruhen bis hin zum Buergerkrieg im eigenen Land… 😉
      Das kann nicht gutgehen, das hat man ja schon bei Hitlers dummer Kriegsfuehrung gemerkt.

  2. Eine weitere Gefahr stellt der Untergang des Dollars dar. Was man so hört, wollen die BRICS, speziell Russland und China ja den US-Dollar als Weltleitwährung schwächen/ ablösen. Das würde in weiterer Folge den Zusammenbruch des US-Imperiums bedeuten. Und bevor das passiert, werden die ganz sicher irgend eine Schweinerei organisieren.

    1. Zustimmung, uneingeschraenkt.
      habe ich selber hier schonmal gestern irgendwo erwaehnt ;]

      Da wir wissen wie link die Usa sind und wie gern sie doppelseitig abgekartete Spielchen startet, muss man auf der Hut sein, wenn etwas ZU OFFENSICHTLICH aussieht… dann muss man damit rechnen, das im Hintergrund was ganz anderes beabsichtigt ist.

  3. Ich glaube du verstehst nicht besonders viel von Militär und Sicherbeitspolitik…Die Nato ist nach wie vor ein starkes Bündnis nd steht geopolitisch um Längen besser da als Russland. Zzdem ist die rssische Armme weder modern, noch schlagkräftig. Sir hat zwar viele Atomraketen; die Nato hat zusammen deutlich mehr und hat ein potentes Raketenabwehrsystem, Russland nicht. China hat zwar eine große Armme, genau wie Russland. Jedoch besitzen sie weniger Atomwaffen und haben auch Differenzen mit China. Fakt ist: Sie sind isoliert und nicht sehr mächtig, denn was nützen 2 Mio. Soldaten, wenn sie schlecht ausgebildet und technisch zurückgeblieben sind?

  4. http://adamlauks.wordpress.com/2011/09/08/gestohlene-ehre-eines-folteropfers-durch-das-pressegerichtavel-springer-verlag-und-die-tochter-eines-hohen-parteifunktionars-der-sed/

    Apropos Pressefreiheit und Umgang mit Opfern der STASI kann man in meinem Blogbeitrag genau nachvollziehen.  Um eine Gegendarstellung  zu umgehen  geben der Fotograf und "die Journslistin" falsche eidesstattliche Erklärungen ab, holen sie sich die dritte sogar von einem  angeblichen Opfer die driette,  beauftragen eine Kanzlei mit 80 Anwälten und Richter produziert SOFORT in meiner Anwesenheit DIE WAHRHEIT.. entwürdigend, verhöhnend, verschleiernd rufschädigend und existenzgefährdend.  Mit wissen des Vorstands, des Aufsichtsrates und der Friede Springer !

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