Russische Abwehr: Lehrstunde in Elektronik für die USA

Wenn es eine als seriös bezeichnete, bürgerliche, überregionale Tageszeitung als Schwäche beklagt, dass die Europäer im Rahmen der Ukraine-Krise auf militärische Optionen verzichtet haben, dann beginnt der Krieg wieder ein Mittel der Politik zu werden. Doch während die Europäer ohnehin nur mit dem großen Bruder drohen können, gerät dieser in Gefahr, sich selbst  zu überschätzen. Die Begegnung des US-Zerstörers „Donald Cook“ mit einem russischen Kampfflugzeug ist hierfür das beste Beispiel.

Von Florian Stumfall

Zur Erinnerung: Ein russisches Kampfflugzeug vom Typ SU-24 hatte über 90 Minuten lang die „Donald Cook“ wiederholt angeflogen, ohne dass von dort etwas anderes gekommen wäre als eine Warnung. Pawel Solotarjow, Stellvertreter des Direktors des Instituts für USA und Kanada der Akademie der Wissenschaften Russlands erklärte: „Am 10. April hat der Zerstörer ‚Donald Cook’, mit Marschflugkörpern ‚Tomahawk’ an Bord, das Neutralgewässer des Schwarzen Meeres erreicht. Das Ziel war die Durchführung einer Einschüchterungsaktion und die Demonstration der Stärke im Zusammenhang mit der Position Russlands in Bezug auf die Ukraine und die Krim. Das Auftauchen von amerikanischen Kriegsschiffen in diesem Gewässer widerspricht der Konvention über den Charakter und die Fristen für den Aufenthalt von Kriegsschiffen von Nichtanrainer-Ländern im Schwarzen Meer.“ 

Die Flugmanöver der unbewaffneten SU-24 waren die russische Antwort darauf. Zwar habe das US-„Aegis“-System  die SU-24 von ferne geortet, und es wurde Gefechtsalarm ausgelöst. Zunächst verlief alles planmäßig. Die Schiffs-Radare lasen den Kurs der Annäherung bis zum Ziel ab. Doch plötzlich allgemeiner Black-Out. Die Bildschirme erloschen, „Aegis“ war tot, die Raketen konnten keine Zielzuweisung bekommen. Die Su-24 aber wiederholte das Manöver, und zwar zwölf Mal. Während dieser vollen 90 Minuten konnten die Techniker auf der „Donald Cook“ kein Mittel gegen den Totalausfall ihrer Elektronik finden.

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Das einzelne Flugzeug hatte den Zerstörer gelähmt und blind und taub gemacht, und dessen Rückzug in den Hafen von Konstanza hatte den Charakter einer Flucht. Die USA, die ihre Weltmachansprüche in hohem Maße von ihrer technischen Leistungsfähigkeit gerade im Rüstungswesen ableiten, haben ihren Meister gefunden. Wenn ein einzelnes russisches Flugzeug einen ganzen hochmodernen Zerstörer ausschalten kann, dann kann eine Staffel eine Flottille lahmlegen. Angeblich wird der nächste Krieg mittels IT, Satelliten und Computern entschieden. Sollte das stimmen, so hat der Vorfall im Schwarzen Meer geostrategisch eine neue Lage geschaffen.

Russlands Reaktion auf den militärischen Druck durch die USA sei vernichtend ruhig gewesen, sagt Pawel Solotarjow: „Es handelte sich um eine recht originelle Demonstration. Ein Frontbomber ohne jegliche Bewaffnung, jedoch mit Apparaturen für die funkelektronische Niederhaltung der Funkmessmittel des Gegners an Bord, trat gegen einen Zerstörer an. … Es folgte auch eine Reaktion darauf, dass das modernste System, vor allen Dingen sein Informations-, sein Funkmessteil, nicht im gebotenen Maße funktioniert hatte. Daher war denn auch eine solche nervöse Reaktion der amerikanischen Seite zu beobachten.“

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19 Kommentare

    1. Fragen Sie die Tagesschau, den Spiegel, die Bild usw. auch um die einzelnen Quellen zu deren Aussagen? Bislang gibt es meines Wissens nach keine weiteren Bestätigungen dafür, was jedoch angesichts der beiden Betroffenen – Russland und die USA – verständlich ist. Wer sollte das sonst noch auf offener See mitbekommen haben? Und die Amerikaner werden sich davor hüten, der russischen Version zuzustimmen. 😉

          1. wer hätte gedacht, dass lügen mal als weapons of mass distractions angesehen werden können, :-))

            im gedenken an die ausgeraubte bank of bagdad

             

        1. Die amerikanische Seite berichtet das naturgemäß anders. Allerdings ist eine Sache auch in der amerikanischen Berichterstattung auffällig: Der Bericht wurde am 14.April verfasst. Und darin steht"The Cook arrived in the Black Sea on April 10. The ship is now making a port call in Constanta, Romania."

          Anders ausgedrückt. Die Donald Cook, die als Drohgebärde angerückt ist, hat sich maximal vier Tage danach wieder verzogen, ohne daß sich geopolitisch irgendwas geändert hätte. Das heisst aber, daß irgend was dieses Schiff verschreckt bzw. zum Rückzug gezwungen hat.

          Und daß die USA sehr gerne und sehr oft lügen, ist ja auch kein Geheimnis.Wieso also nicht auch über diese Geschichte? Und welche Nation würde schon zugeben, daß sie von ihrem Gegner eins auf die Nase gekriegt hat?

          Zusammengefasst: Ich glaube die russische Version.

      1. Der Artikel ist doch Bullshit. Woher wollen denn die Russen wissen ob die Amis die nicht hätten abschießen können? Waren die an Bord? Es gab schlichtweg keinen Grund die Russen vom Himmel zu blasen. Und nebenbei keine quellen die einen ausfall der elektronik glaubhaft belegen. Typische selbstüberschätzung und suffgelaber der russen

        1. Hallo Baron,

          man kann das schon. Erstens hat des Zerstörerkommandant auf jeden Fall Kontakt mit seinem übergeordneten Kommandeur aufgenommen. das ist mithörbar. Sogar der Sprechfunk an Bord ist mithörbar (aus dieser Entfernung sowieso). Ich glaube auch nicht jede Ente, aber zumindest das Funkmeßsystem scheint niedergehalten worden zu sein. Also ausgeschalten haben die Russen mit Sicherheit nichts, das geht gar nicht, aber das System so ziemlich lahmgelegt, das ist schon möglich. Eigentlich dürfte eine 100% iges Lahmlegen der Luftabwehr des Zerstörers auch nicht so einfach möglich sein (es kann auch in anderen Betriebsmodi arbeiten. Aber unabhängig davon, dass du nicht schießen möchtest weißt du ja nicht, was der andere macht. Der kann auf den Knopf drücken und dann ist die Abwehr der Maschine dein kleinstes Problem und mit eingschränkten Mitteln kaum möglich. Außerdem haben sich wohl 2 SU 24 in der Nähe aufgehalten. Was hat die andere SU 24 gemacht. Sicher viele Fragen wenig Antworten. Ach ja wegen dem Funkverkehr – der ist in der Regel verschlüsselt, aber da haben wir in den 80er Jahren des vorigen jahrhunderts schon mitgehört und entschlüsselt. Ich kann mir schon vorstellen, das die Amis schon einen gehörigen Schreck bekommen haben.

           

           

           

           

    2. Es gibt da noch ganz andere Spielzeuge…. wenn es los gehen sollte . Es wird nicht so sein wie bei dem Blitzkrieg., als auf eine  Frontbreite von 2 Km geradwe zqwei Panzer und  Zug schlecht bewaffnete Roratmisten  gegenüber den Hitlers Divisionen standen. Quelle Obversturmbahnführer der SS, den die STASI  zu Lebenlang verurteilt hatte. Er hat sich geschähmt ob Legenden über die  Vormärsche unter Kampfhandlungen…

  1. Was ist das bitte für ein Artikel?

    Wo sind die Quellenangaben? Hat der Redakteur schlecht geträumt? Oder ne Glaskugel? Hat er es aus seinen Handlinien gelesen?

    Journalistisch mehr als unterirdisch…

    Mir wäre es peinlich, soetwas zu veröffentlichen…

    1. Warum? weil ein Zivilist wie du den Artikel verfasst und da ein wenig unpräzise gewesen ist. Da brauch ich keine Glaskugel. Der Funkverkehr des Zerstörers ist grunsätzlich mithörbar und für ein Flugzeug der Hightech-Kategorie SU 24 die Aufzeichnug gar kein Problem. (das war schon in den 80er des vorigen Jahrhunderts ein alter Hut) Wird das Radar niedergehalten, dann gibt es sicherlich noch andere Möglichkeiten die Luftabwehr eingeschränkt aufrecht zu erhalten. Wirst du aber von zwei Maschinen angegriffen, sind deine Chancen unter diesen Umständen sehr begrenzt. Selbst wenn du eine runterholst, kann die Ihre Waffen vorher abgefeuert haben – was macht die andere SU 24. Hat die schon Anti schiff Raketen abgefeuert. Wenn dir Funkmeß nur begrenzt oder gar nicht zur verfügung steht, bist du am Arsch. Das die Flugzeuge angeblich nicht bewaffnet waren, können die nicht wissen. Die ticken auch anders als du. Die glauben wirklich, die anderen drücken ab. Ich bin jedes Jahr drüben- wirklich – bei denen steht der Russe immer noch vor der Tür. Da brauch ich auch keine Quellenangabe – die hatten zurecht die Hosen gestrichen voll. Aber man schickt auch keinen einzelnen Zerstörer in einen solchen Teich. Überall rugherum Küstenverteidigung. Das zeugt von Selbstüberschätzung  und Überheblichkeit. Die US-Jungs konnten da echt nicht viel reißen. Das geht auf die Nerven, vorallem dann wenn man vorher glaubt, die anderen hätten nur die Probleme.

      Mitzmaus

       

       

       

       

       

       

       

  2. Ist Baron Münchhausen neuerdings Russe?! Selten so eine Räuberpistole gelesen. Neben den 27 Matrosen die angeblich ihre Kündigung eingereicht haben, hätte die russische Propaganda noch einen drauf setzen müssen und erwähnen können, dass der Kapitän überlegt hat das Schiff zu versenken!

  3. Der Artikel ist gut, hat mir gefallen. Hier hat Russland den schießwütigen Cowboys gezeigt, dass es siegen kann, ohne auch nur einen einzigen Schuss abzugeben. Cool. Wenn bei den Jungs vom anderen Ufer die Technik versagt, kriegen sie kalte Füsse. Siehe Vietnam. Jungs zieht euch warm an, oder besser noch: bleibt zu Hause. Es reichen über 700 US-Militärbasen in der Welt für euch, wollt ihr noch mehr?     

    https://www.youtube.com/watch?v=lg3uvSnvCFw           Die Vollversion der ZDF-Dokumentation "Standing Army. Die geheime Strategie der US-Militärbasen" 

    Und komme mir jetzt keiner und sage: ZDF geht gar nicht.

  4. Nö ! Aber als Offizier stand er ausschließlich in russischen Diensten. Das ist nachzulesen. Ist ein Bisschen lustig, sonst würde ich mir die Mühe nicht machen. Bitte lies mal , was ich bla und Baron geschrieben habe. Ich glaube auch nicht jede Ente auch nicht die Geschichten des Barons von Münchhausen (in russischen Diensten). Der Sachverhalt ist ein bisschen blöd wiedergegeben aber ist wahrscheinlich .

    Mitzmaus

     

     

     

     

     

  5. Matrosen der US Navy können sicherlich nicht einfach so, obendrein schlicht aus Angst um ihr Leben als Soldat „Rücktritt“ einreichen und „von Bord“ gehen, sondern würden wohl eher von der Militärpolizei sofort verhaftet und vom Militärstaatsanwalt wegen Fahnenflucht angeklagt mit der Todesstrafe rechnen müssten, so dass dieser Bericht wohl insgesamt wenig glaubhaft ist.

  6. Wenn die russische Technik – insbesondere Elektronik – der westlichen so überlegen ist, warum dominieren dann nicht entsprechende russische Produkte (Smartphones etc.) den Weltmarkt? Haben die für ihre Militärtechnik überhaupt eine eigene Chip-Produktion, oder müssen die die Komponenten dafür im Westen einkaufen?

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