Aktivisten des "Rechten Sektors". Bild: Flickr / Global Panorama CC-BY-SA 2.0

Der frühere tschechische Präsident Vaclav Klaus hat den Umstand genutzt, dass er, frei von den Zwängen seines früheren Amtes, im Stande ist, einfach die Wahrheit zu sagen. So hat er zu den Ursachen der Ukraine-Krise einen Beitrag geleistet, der wegen seines Seltenheitswertes eigentlich in alle großen Medien gehörte. Aber gerade die scheuen sich davor, die Wirklichkeit mitzuteilen.

Von Florian Stumfall

„Weder Russland, noch Putin haben das verursacht, was auf dem Kiewer Maidan ausgebrochen ist“, so Klaus in einem Interview für das tschechische Fernsehen. „Die Situation wurde von Westeuropa und den Vereinigten Staaten umgekippt.“ Und er setzte mit einem Hinweis auf die Fragilität der Ukraine hinzu: „Ich habe immer gesagt: Setzt die Ukraine nicht unter Druck, sonst werdet ihr dieses Land zerstören. Gerade das geschieht jetzt.“

Zudem wandte sich Klaus gegen die Art der Finanzhilfe des Westens. Bei seinem kürzlichen Besuch in Kiew hatte der US-Vize-Präsident Biden eine Summe von 50 Millionen Dollar zugesagt. Klaus dazu: „Dies ist eine lächerliche Hilfe. Der Flug von Vizepräsident Biden in die Ukraine dürfte ungefähr die gleiche Summe gekostet haben. Ich glaube nicht, dass man der Ukraine so helfen wird.“ Überhaupt sei er kein Freund 
„einer internationalen Geldverteilung“.

Dass Klaus mit seinem Hinweis auf die Urheberschaft der Unruhen in Kiew recht hat, belegt nicht zuletzt der bekannte französische Enthüllungsjournalist Thierry Meyssan. Auch er wies dieser Tage auf die Hintergründe des Maidan-Aufstands hin. Nach einer Quelle aus der polnischen Opposition hatte der Warschauer Außenminister Sikorsky im vorigen Herbst 86 Mitglieder des ukrainischen Rechten Sektors eingeladen, angeblich zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Allerdings kamen die Gäste nicht zur Uni Warschau, sondern in das Ausbildungszentrum der Polizei in Legionowo. Dort erhielten sie über vier Wochen ein intensives Training. Lehrgegenstände waren: das Lenken von großen Menschenmassen, Personen-Erkennung, Kampftaktiken, Verhalten in Krisen-Situationen, Bau von Barrikaden und Schießübungen, auch für Scharfschützen.

Loading...

„Für den Sturz der Regierung seines Nachbarn“, so Meyssan, „stützte sich Polen auf Nazi-Aktivisten, wie die Türkei sich auf Al-Kaida stützt, um die syrische Regierung zu stürzen.“ Delikat ist in diesem Zusammenhang, dass es maßgeblich Außenminister Sikorsky war, der den Beitritt Polens in die NATO betrieben hatte.

Auch weitere Mitglieder des westlichen Kriegs-Bündnisses, so vor allem Litauen, sollen sich an dem Staatsstreich in Kiew beteiligt haben. Meyssan: „Es liegt nahe, dass die NATO jetzt über ein neues Gladio-Netzwerk in Osteuropa verfügt. Darüber hinaus wurden im Anschluss an den Staatsstreich amerikanische Söldner einer Tochtergesellschaft der Firma Academi (früher Blackwater), Greystone Ltd. in Zusammenarbeit mit der CIA eingesetzt.“

Gladio war eine geheime Sondereinheit der NATO in Italien für Sabotage und Guerilla-Operationen.

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende unter dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

2 KOMMENTARE

  1. ist Ihnen bekannt, dass der Artikel aus der Wochenzeitung "Nie", in dem die Camps für die Kämpfer vom Rechten Sektor beschrieben sind und auf den sich Herr Meyssan beruft, ein Aprilscherz war? 🙂

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here