US-Paratroopers bei einer Übung in der Ukraine. Bild: Flickr / US Army CC-BY 2.0

Als ob das ukrainische Militär keine anderen Sorgen hätte, etwa den Zerfall von Disziplin und Kampfmoral, führen in diesen Tagen Panzerjägereinheiten zusammen mit anderen Waffengattungen Manöver auf einem nicht näher genannten Truppenübungsplatz durch. „Bei dem Geländetraining von Militärs wird der taktischen Ausbildung große Aufmerksamkeit gewidmet: dem Stören des Zusammenwirkens der Panzer des Gegners mit Hilfe von Feuermitteln, der Trennung der Infanterie von gepanzerten Gefechtsfahrzeugen und der Panzer selbst voneinander“, heißt es in der Mitteilung des Militäramtes.

Von Florian Stumfall

Die hier gewonnen Fähigkeiten könnten bald im Rahmen eines der acht Manöver angewendet werden, die die NATO in diesem Jahr in der Ukraine abhalten will. Während westliche Politiker tagtäglich Russland auffordern, Truppen auf dem eigenen Grund und Boden so zu verlegen, wie es die NATO wünscht, tritt diese in der Ukraine auf, als gehörte das Land bereits zum westlichen Kriegsbündnis. Das scheint im Interesse sowohl der NATO als auch der Kiewer Regierung zu liegen. Denn kaum war diese installiert, reiste der Putsch-Premier Jazenjuk in die USA, wo er mit dem Pentagon und der NATO Gespräche über eine militärische Zusammenarbeit einfädelte. „Wir führen jetzt bi- und multilaterale Konsultationen über die Gewährung technischer Hilfe, darunter auf der Ebene der Verteidigungsministerien“, sagte er unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Washington. 

An allen acht Militärübungen des laufenden Jahres  in der Ukraine werden NATO-Länder teilnehmen, so Jewgeni Perebijnis, Sprecher des ukrainischen Außenministeriums. Es handelt sich dabei um die Übungen Rapid Trident 2014 und Sea Breeze 2014, die Fliegerübung Sicherer Himmel 2014, eine Übung der Militärpolizei (Ukraine und Polen) und andere mehr. Die NATO hat sich bereiterklärt, mobile Trainingsgruppen in der Ukraine zu stationieren. In nächster Zeit werden NATO-Experten die Ukraine besuchen, um Kiews Antrag auf die Bereitstellung technischer Mittel zu prüfen, das bestätigte auch der scheidende Allianzchef Anders Fogh Rasmussen in Brüssel nach einer Sitzung des NATO-Rates auf der Außenministerebene mit. 

„Wir sprechen von einer Unterstützung bei der Transformation der ukrainischen Streitkräfte zu einer modernen und effektiven Armee, die angesichts militärischer Bedrohungen zu einem wirksamen Schutz bereit wäre“, sagte Rasmussen. „Wir werden zur Festigung der Kampfbereitschaft der ukrainischen Streitkräfte beitragen. Möglich wäre auch die Entsendung mobiler Trainingsgruppen.“.

Bereits im Jahr 2008 hat die NATO der Ukraine eine Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Tatsächlich gebärdet sich das Bündnis bereits so, als hätte es das Land schon kassiert. Noch am 6. März hatte Jazenjuk eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine ausgeschlossen, drei Wochen später sprach sich Präsident Turtschinow dafür aus.

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