Kiew: Schläger werden gut bezahlt

Wenn von der Gewalt auf dem Kiewer Maidan die Rede ist, so geht es nicht nur um die Scharfschützen, deren Morde man zunächst dem vertriebenen Präsidenten Janukowitsch in die Schuhe hatte schieben wollen. Davon abgesehen, hat nach wie vor eine Truppe von Schlägern nicht nur dort die Oberhand, und Abweichler müssen mit Einschüchterung und Prügeln rechnen. Für die Banden zahlt sich das aus.

Von Florian Stumfall

Ein Durchschnitts-Schläger, der auf dem Kiewer Maidan oder anderswo im Lande dem Putsch-Regime des von den USA eingesetzten Regierungschefs Jazenjuk den Rücken stark macht, bekommt für seine Mühen pro Monat 15.000 Griwna, das sind 1000 Euro, was die Kaufkraft angeht, allerdings mehr. Kommandeure der Schlägertrupps werden entsprechend besser entlohnt, sie bekommen das Dreifache an Sold. Diese Nachricht trägt zu einem kleinen Teil zur Beantwortung der Frage bei, wo um Himmels willen die fünf Milliarden Dollar geblieben sind, die die USA in den Putsch investiert haben.

Bekannt gemacht hat dieses Geschäft der Parlamentsabgeordnete und unabhängige Präsidentschaftskandidat Oleg Zarjow. Er weiß, wovon er spricht, denn er war selbst bereits dreimal Opfer der Schlägerbanden. Im russischen Fernsehen sagte er: „Radikale, die mich in Kiew krankenhausreif geschlagen hatten, und die Angreifer, die mich in Odessa und Nikolajew überfallen haben, sind ein und dieselbe Gruppe … Überall im Osten der Ukraine werden Protestierer von diesen Schlägertrupps zum Schweigen gebracht. Sie sind ein bewaffneter Flügel der Machthaber und bekämpfen die Andersdenkenden.“ Die Frage nach den Tätern stellt sich nicht: Angehörige des „Rechten Sektors“ haben sich zu der Tat bekannt.

Dass weder die USA noch die EU sich zu den Vorfällen äußern, zeuge von dem doppelten Standard des Westens, so der Menschenrechtsbeauftragte des russischen Außenministeriums,  Konstantin Dolgow. Die fehlende Reaktion bezeuge, dass der Westen dem Extremismus und Neonazismus der Kiewer Regierung Vorschub leiste. Diese allerdings reagierte schon. Sie bereitet den Entzug der parlamentarischen Immunität des Abgeordneten Zarjow vor und macht sich daran, ihn von der Liste der Präsidentschaftskandidaten zu streichen.

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