Bild: Flickr / 2winTradez CC-BY-SA 2.0

Wie inzwischen bestätigt wurde, haben die USA während des Aufstandes in Libyen die al-Kaida bewaffnet, damit diese Muammar al-Gaddafi stürzen. Bislang kursierten immer wieder Gerüchte über eine Zusammenarbeit der US-Regierung und der islamistischen Organisation durch die Weiten des Internets. Jetzt gibt es eine Bestätigung dafür.

Von Marco Maier

Das undurchsichtige außenpolitische Spiel der Amerikaner kennt offensichtlich weder Ethik noch Moral. Wurde die islamistische Organisation damals in Afghanistan mit US-Hilfe gegründet, um genügend "einheimisches Kanonenfutter" gegen die Sowjetunion aufbringen zu können, avancierte sie 2001 in Folge der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon plötzlich zum Erzfeind. Und das, obwohl die offiziellen Stellen jahrelang sehr gute Beziehungen zum bin Laden Clan hatten.

Als wir auf die Zusammenarbeit der USA und der Israelis mit dieser radikalislamischen Organisation hinwiesen, wurde uns Desinformation vorgeworfen. Dabei ist es zumindest aufmerksamen Beobachtern der geopolitischen Entwicklungen während der letzten Jahrzehnte klar, dass die Amerikaner bei der Unterstützung von politischen Gruppen lediglich auf die geopolitische Relevanz achten. Menschenrechte oder Demokratie spielen hierbei eine höchst untergeordnete Rolle. Wie tief die Verstrickungen reichen, zeigt sich nun am Beispiel Libyen.

So schrieb die Daily Mail  am 22. April in einem Artikel:

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Eine selbstgewählte Gruppe von ehemaligen Top-Militärs, CIA-Insidern und Think-Tankern erklärte am Dienstag in Washington, dass eine siebenmonatige Untersuchung der tödlichen Terroranschläge von 2012 feststellte, dass diese hätten verhindert werden können – wenn die Vereinigten Staaten nicht dabei geholfen hätten, die al-Kaida-Milizen in ganz Libyen ein Jahr früher zu bewaffnen.

"Die Vereinigten Staaten wechselten mit dem was wir in Libyen taten im Krieg gegen den Terror die Seiten, im Wissen um die Förderung der Bereitstellung von Waffen an bekannte al-Kaida Milizen und Figuren," sagte Clare Lopez, ein Mitglied der Kommission und ehemalige CIA-Offizierin gegenüber MailOnline.

Sie beschuldigte die Obama-Administration der Nichtumsetzung des Stopps der Hälfte einer einer Milliarde Dollar teuren Waffenlieferung an die Vereinigten Arabischen Emirate, damit diese nicht die al-Kaida-Milizen erreichen würde.

"Denken Sie daran, diese Waffen die nach Benghasi kamen, durften mit Erlaubnis unserer Streitkräfte passieren, welche die Lieferungen zu Luft und zur See blockierten," behauptete Lopez. "Sie hatten die Erlaubnis zu kommen. … [Sie] wussten, dass diese Waffen kommen und dass es genehmigt war."

"Die Geheimdienste waren Teil davon, das US-Außenministerium war Teil davon, und sicherlich bedeutet dies, dass die gesamte oberste Führung der Vereinigten Staaten, die Führung der Nationalen Sicherheit, und möglicherweise auch der Kongress – wenn dieser darüber informiert wurde – darüber Bescheid wussten."

"Das Weiße Haus und führende Kongressmitglieder," schrieb die Gruppe in dem am Dienstag veröffentlichten Zwischenbericht, "verfolgte vorsätzlich und bewusst eine Politik, die materielle Unterstützung an terroristische Gruppen vorsah, um einen Führer [Muammar al-Gaddafi] zu stürzen, der mit dem Westen eng zusammenarbeitete um die al-Kaida zu unterdrücken."

"Manche sehen es als Verrat an", sagte Wayne Simmons, ein ehemaliger CIA-Offizier, der an den Untersuchungen der Kommission teilnahm.

Gerade diese Umstände müssen bekannt gemacht werden, da sich das selbe Spiel inzwischen in Syrien wiederholt. Während der amerikanischen Bevölkerung weis gemacht wird, dass die US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten gegen die "böse al-Kaida" kämpfen würde, offenbart sich nämlich zusehends ein anderes Bild der Realität. Im Wirklichkeit ist es so, dass die USA ihre selbst gezüchtete "Terrorgruppe" nach wie vor mit Waffen versorgt um damit unliebsamen Staatsführern auf den Pelz zu rücken.

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6 KOMMENTARE

  1. Da hatte es ein Staatsmann, namens Gaddafi, mit dem sich führende Staatsrepräsentanten der Welt gerne fotografieren ließen, gewagt, anstelle des US Dollars, den Gold Dinar einzuführen. Da hatte er es gewagt, ein riesiges, länderübergreifendes Trinkwasserleitungssystem zu bauen, ohne eine US-Baufirma mit daran zu beteiligen. Und Gaddafi hatte es gewagt, ein 70 Mrd Dollar schweres Ölgeschäft aus Frankreich abzuziehen und lieber mit den Chinesen zu kooperieren. Sein Todesurteil. Auf einmal wurde er zum Diktator. Die Praxis der USA, verteufelte Al-Kaida Terroristen anzuheuern, ist ja diesbezüglich längstens bekannt. Nun werden wir mal sehen, wie lange die deutschen Mainstream-Medien diesen Tatbestand verschweigen werden bzw. können. Kriegshysterie gegen Russland zu schüren, ist ja viel „erstrebenswerter“.

  2. @ Romanuss.

    Da Eine soll von dem Anderen ablenken, um den Verstand unserer Gesellschaft zu beschäftigen. Das unerere Politiker bei diesem Spiel mitmachen ist ein Betrug an den Bürgern. Ich persönlich sehe nur 2 Staaten in der Verantwortung (eines davon ist offiziell noch nicht mal ein vollständiger Staat) das Dilema vor 13 Jahren angestossen zu haben und die Menscheit als dumme Schafe darzustellern.

  3. Dafür gibt es jetzt Gott sei Dank überall z.B. Montags-Demonstrationen, raja. Um diesen Betrug zu entlarven, um sich zu verständigen, um klar zu machen, dass es zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung immer wachsende Differenzen gibt. Ja, unsere MSM verüben Betrug am Bürger, mit unseren GEZ Gebühren. Und – mit Verweis auf den o.g. Artikel – die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht. Wie auch z.B. 9/11.

    • Romanuss: Leider gibt es da einen Haken: Die deutsche Bevölkerung ist schlicht dämlich! Das trifft auf viele Länder zu, doch auf Deutschland im besonderen. Schuld daran ist die seit Jahrzehnten laufende Volksverblödung durch die Massenmedien. Der Deutsche hat es einfach nicht gelernt, kritisch zu denken, da er ja sonst auch nicht leicht von Sklavenhaltern ausgebeutet werden könnte; und auch überhaupt zu hinterfragen, bereitet ja Mühe. Erst ganz langsam kehren diese Qualitäten für echte Demokraten zurück, doch das wird nach Kräften von den MSM unterdrückt.

      Wir könnten längst viel weiter sein in unserer Aufklärung der Massen, wenn denn endlich 'mal die Rufer in der Wüste ernstgenommen würden, der Prophet im eigenen Lang Wertschätzung erfahren. Schaut Euch z.B. http://xn--wp-gka.de/index.php?P_Bildungspolitik an. Da habe ich schon vor mehreren Monaten ein Bildungsfernsehen angedacht. Es brächte die Deutschen wieder auf ein erträgliches Mindestmaß an politisch-gesellschaftlicher Bildung und auch aktuelle Nachrichten, die nicht verfälscht oder zensiert werden – doch Resonanz gab es bislang nicht.

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