Straßensperre bei Slawjansk. Bild: RIA Nowosti, Mikhail Voskresensky

Das Genfer Abkommen scheint kaum jemanden zu interessieren. Bei Gefechten um Slawjansk wurden von ukrainischen Truppen fünf Menschen getötet. Das ukrainische Innenministerium nennt den Einsatz von Panzerkolonnen "Anti-Terror-Einsatz". Russlands Präsident Vladimir Putin sprach von einem "Verbrechen am eigenen Volk" und drohte mit Konsequenzen.

Von Marco Maier

Ukrainische Regierungstruppen und paramilitärische Einheiten des "Rechten Sektors" drängen nach Osten, in jene Gebiete die von unzufriedenen Bürgern der Ukraine unter "Selbstverwaltung" gestellt wurden, weil sie sich von der Putschregierung in Kiew nicht vertreten fühlen. Ihre Forderung nach einer Föderalisierung des Landes stößt in Kiew auf wenig Gehör, so dass von vielen Menschen auch der Anschluss an Russland eine Option darstellt.

Die "Genfer Deklaration" musste zu einem wertlosen Stück Papier werden, zumal Moskau kaum Einfluss auf die Menschen in der Ostukraine hat und die Maidan-Koalition sich nicht um die Entwaffnung der Bandera-Horden kümmert, sondern diese auch noch unterstützt. Der Anführer des "Rechten Sektors", Dimitri Jarosch, der auch Präsidentschaftskandidat der extremen Rechten in der Ukraine ist, erklärte nun den Umzug der rechten Milizen von Kiew nach Dnepropetrowsk.

Angesichts der zunehmenden Militarisierung des Landes und die Unfähigkeit der meisten Beteiligten, sich auf einen Frieden bis zu den Wahlen und der Neukonstituierung des Parlaments, sowie der Wahl eines neuen Präsidenten zu einigen, droht die Lage jedoch immer mehr zu eskalieren. Sollte tatsächlich ein Bürgerkrieg in der Ukraine ausbrechen, wären auch die Wahlen die zeitgleich mit den Europawahlen in der EU stattfinden sollen massiv gefährdet.

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Hierbei muss man sich die Frage stellen, ob diese Eskalation nicht vielleicht doch eine Strategie der Maidan-Koalition ist, um weiterhin ohne demokratisches Mandat regieren zu können. Wahrscheinlich gehen deren Wahlkampfstrategen davon aus, dass sie insbesondere im Osten und im Süden kaum Wahlerfolge erzielen werden. Es ist denkbar, dass die momentane Führung in Kiew darin einen Weg sieht, um das Land in die NATO zu führen, bevor andere Mehrheitsverhältnisse dies vielleicht noch verhindern. Es scheint beinahe so, als ob Kiew tatsächlich ein militärisches Eingreifen Moskaus provozieren möchte.

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5 KOMMENTARE

  1. Hier hat mal jemand verstanden was hier wirklich passiert. Und es ist anzunehmen, dass Russland keine andere Wahl hat, als dort einzumarschieren. Leider.

    Wichtig wäre noch der Hinweis, dass die EU hier überhaupt keinen Einfluss besitzt, was man an der Tatsache festmachen kann, dass jedesmal nach einem Besuch eines amerikanischen Protagonisten die nächste Eskalationsstufe gezündet wird. Insofern ist der Besuch von Biden sicher zeitlich im Kontext mit dem aufmarschieren des rechten Sektors im Osten zu sehen. Jazenjuk hat sich offenbar das Plazet geben lassen.

    Das Ganze dürfte dann nach zahllosen Toten ausgehen wie der georgische Konflikt, der ebenfalls von den Amerikanern mit dem Idioten Sakaschwilli ausgelöst wurde und von den Russen halbwegs friedvoll mit dem Einmarsch und späteren Rückzug aufgenommen wurde.

    Hoffen wir, dass die neokonservativen in der US Administration nicht weiter die Oberhand behalten  und einen Bündnisfall konstruieren.

     

     

     

    • Ein Bündnisfall gegen Russland bedeutet sowieso das Ende der Welt, weil Atomwaffen von beiden Seiten. Die NATO schreit immer nur nach Bündnisfall, aber wird einen Scheiß tun, sollte Russland beispielsweise in Litauen einfallen. Sie wird nicht wegen einem kleinen Land wie Litauen einen Nuklearkrieg riskieren. Diese Länder werden einfach fallen gelassen als Kanonenfutter und Pufferzone, um sich in Deutschland zu formieren. Richtig! DEUTSCHLAND! Unser Boden dient dazu die ersten schweren Gefechte eines möglichen 3. Weltkrieg auszutragen.

      Die NATO ist ein Provokationsbündnis, welches die Sicherheitsinteressen anderer Länder bewusst ignoriert und damit Kriege und Krisen verursacht. Im Verteidigungsfall wird die USA sich auf ihren Boden zurückziehen und zusehen wie Europa brennt. Blöd nur, dass russiche Atomraketen auch die USA erreichen können.

      Wenn also die NATO nicht Russland angreift, wird es irgendwann einen Präventivschlag Russlands auf die NATO geben, sollte die NATO ihre Einkreisungsstrategie fortführen. Das ist eine Möglichkeit.

  2. Das satanische Banksterpack, welches auch das amerikanische Volk in Geiselhaft und Armut hält, kontrolliert als Schattenregierung die Marionette Obama (bin Laden) und benutzt das Militär als ausführendes Organ, um die Neue Weltordnung (NWO) des Teufels durchsetzen zu können. Dazu müssen die eigenständigen Nationalstaaten verschwinden. Das nationale Schwergewicht Russland kann und wird sich wehren. Die (gekauften) europäischen Vasallenstaaten sollen auf dem "Schlachtfeld Europa" die Kastanien aus dem Feuer holen und dabei mit Russland untergehen. Der finstere Plan wird in sofern nicht aufgehen, weil der amerikanische Kontinent diesmal nicht davon kommen würde. Das Leben auf diesem Planeten würde weitgehend ausgelöscht sein. Preisfrage: Welche Macht würde davon profitieren? Kleiner Tipp: Der Mensch ist mehr als Fleisch und Blut…

  3. Schon wieder Tote bei Kämpfen in der Ukraine. Die Spirale von Gewalt und Gegengewalt dreht immer schneller, russische Armee wird bald intervenieren. Jugoslawien 1991 wiederholt sich in der Ukraine, gewisse Mechanismen und Verhaltensmuster wiederholen sich abermals.

    So wie seinerzeit die kroatische Polizei serbische Milizen nicht entwaffnen konnte, so wird dies auch der ukrainischen Armee gegenüber den russischen Aufständischen nicht gelingen. So wie 1991 die serbo-jugoslawische Bundesarmee den serbischen Milizen in Kroatien zu Hilfe eilte, so wir bald die russische Armee in der Ukraine intervenieren, um den Russen in der Ukraine zu Hilfe zu kommen. Ein Ethnokonflikt, oder zumindest so deklariert. Die Parallelen sind frappant zu Jugoslawien 1991, auch bei der Propaganda, so wie die Rolle von EU und USA, damals wie heute.

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