Großspurig verkünden die Euro-Jünger nun die Rettung Eurolands: Das finanziell völlig marode Griechenland habe mit der erfolgreichen Emission von Anleihen die Rückkehr auf das Finanzmarktparkett geschafft. Dabei ist dies lediglich das Resultat der gewaltigen Geldschwemme, die für hochspekulative Investments sorgt.

Von Marco Maier

Jeder der halbwegs rechnen kann weiß, dass Griechenland ohne einen umfangreichen Schuldenerlass und der Reduktion der Zinssätze keine Chance hat, aus dem finanziellen Sumpf herauszukommen. Dazu braucht man keinen Professor in VWL, sondern lediglich einen gewöhnlichen Taschenrechner. Dennoch konnten die Griechen eine Anleihentranche mit fünf Jahren Laufzeit in Höhe von 3 Milliarden Euro und einem Zinssatz von 4,75 Prozent erfolgreich platzieren.

Dass diese Tranche sogar sechsfach überzeichnet war und Griechenland somit locker 20 Milliarden Euro mittels Anleihen hätte einnehmen können, zeigt die offenbar herrschende Verzweiflung an den Finanzmärkten. Wie sonst kann man einem Land Geld leihen, welches mit 27 Prozent Arbeitslosigkeit auf einen neuen Rekord zusteuert, dessen Schuldenberg satte 180 Prozent des BIP entspricht und mit einem Haushaltsdefizit von rund 13 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht einmal ansatzweise in Richtung Budgetkonsolidierung marschiert?

Weitere Sparprogramme kann sich das marode Land nicht leisten. Schon jetzt liegt die Wirtschaftsleistung um rund ein Viertel unter dem Vorkrisenniveau. Verursacht unter anderem durch die umfangreichen Einsparungen, wie selbst der IWF einräumte. Und so setzen die Käufer der Anleihen wohl darauf, dass die europäischen Steuerzahler schlussendlich als Bürgen einspringen, falls die Griechen wieder zahlungsunfähig werden. Mit ein Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass die Anleihen nach britischem Recht emittiert wurden, was einen Schuldenschnitt wie jenen 2012 ausschließt.

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Nach der angeblichen "Erfolgsstory Irland" ist Griechenland ein weiteres Indiz dafür, dass die Geldschwemme von Fed und EZB zu gefährlichen Blasen an den Finanzmärkten führt. Die angebliche "Deflationsbekämpfung" wird damit zu einem Casinospiel, bei dem die Staaten (respektive "die Bürger") als "Bank" auf der Verliererseite stehen. Die Zocker selbst haben hingegen kaum etwas zu verlieren.

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