Bild: Flickr / US Army CC-BY 2.0

Gerade jetzt zur Osterzeit werden NATO-Truppen von christlichen Politikern nach Osten verlegt, anstatt den Dialog zu suchen. So lange der Westen seine Fehler in Bezug auf die Unterstützung gewisser Kräfte in Kiew nicht zugibt, wird die politische Spannung wohl noch weiter steigen. Das Resultat: Krieg.

Von Marco Maier

Wer sich nur ein klein wenig Mühe gibt um die Hintergründe des Maidan-Putsches in der Ukraine zu erfahren wird feststellen, dass insbesondere die Amerikaner, aber auch viele Organisationen aus der EU an der Finanzierung dieses Coups beteiligt waren. Völlig unkritisch wurden hierbei Gruppierungen unterstützt, die hierzulande längst schon auf der Verbotsliste stünden. Doch wenn es darum geht, dem russischen Präsidenten Vladimir Putin Steine in den Weg zu legen, ist offenbar jedes Mittel recht.

Sicher, Russland ist – im westlichen Sinne – keine Vorzeigedemokratie. Auch die Menschenrechtssituation wird immer wieder zu Recht kritisiert. Dennoch muss man auf die kulturellen Eigenheiten Russlands und seiner Völker Rücksicht nehmen. Zu erwarten, dass die Menschen in diesem riesigen Land nach dem Zusammenbruch der UdSSR mit "Hurra!" das westliche Modell kopieren ist schlichtweg ein Unsinn. Dazu hat auch die desaströse Politik Boris Jelzins beigetragen, der Russland beinahe in den totalen Bankrott führte.

Und dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass Putin insbesondere gegenüber Deutschland stets eine sehr positive Haltung hatte, auch wenn ihm hier viel Gegenwind entgegen blies. Sind "wir Westler" vielleicht einfach zu kulturchauvinistisch? Haben wir nach all den Jahrzehnten in denen wir mit Hollywoodschinken gemästet wurden, in denen die Amerikaner immer die Guten und die Russen immer die Bösen waren, den Blick für das Wesentliche verloren? Haben die Russen nicht selbst das Recht darüber zu entscheiden, wer sie wie regiert?

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Im Kalten Krieg mag die NATO ja noch einen Zweck erfüllt haben. Doch heute, rund ein Vierteljahrhundert nach dem Zerfall des Ostblocks erleben wir den Wandel hin zu einer multipolaren Welt. Dem wird das nordatlantische Militärbündnis nicht gerecht. Insbesondere deshalb, weil wir Europa so wieder zu einem Frontgebiet machen. Dabei stünde uns doch schon aus historischer und kultureller Sicht die Mittlerrolle zwischen Ost und West deutlich besser. Deutschland und Österreich könnten hier so viel für einen gesamteuropäischen Ausgleich erreichen.

Aber was machen "wir"? Wir verstärken unsere Militärpräsenz in Osteuropa. Deutschland schickt Flugzeuge und ein Kriegsschiff nach Osten, und die Amerikaner beginnen sogar mit der Verlegung von Fußtruppen. Sicher, Russland hat ebenfalls Truppen an der Grenze zur Ukraine stationiert, was jedoch angesichts der unruhigen Lage in der Ukraine und der massiven Kriegsrhetorik in Kiew verständlich ist. Während des Jugoslawienkriegs hat Österreich ja auch die Militärpräsenz an der Grenze zum heutigen Slowenien massiv verstärkt, ohne eine Absicht zum Eingreifen in den Konflikt gehabt zu haben.

Doch aus leidvoller Erfahrung heraus sollte uns klar sein, dass man Krieg ernten wird wenn man Soldaten sät. Ich mag zwar kein Christ sein, respektiere jedoch den Glauben der Christen, die in all den unterschiedlichen Konfessionen immerhin auch einen Großteil der Beteiligten in diesem Konflikt ausmachen. Heute am Karsamstag gedenkt die Christenheit der Grabesruhe Christi, dessen Auferstehung morgen gefeiert wird. Wie können es gerade die christlichen Politiker und Militärs überhaupt verantworten, zur Zeit des wichtigsten Festes der Christenheit mit dem Feuer des Kriegs zu spielen?

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1 KOMMENTAR

  1. Die Krise in der Ukraine hat nur das Ziel, besser an Russland ranzukommen, um von dort aus dann Terroristen in das Land einzuschleusen und dem Inneren heraus anzugreifen. Diese Strategie ist im Tschetschenien- und Georgien-Krieg nicht aufgegangen. Und sie wird in der Ukraine auch scheitern.

    Die NATO wird niemals einen Angriffskrieg auf Russland einleiten, denn das würde die NATO international isolieren und sämtliche Kräfte gegen sie mobilisieren. Zudem hätte die NATO nichts davon, wenn russische Atomraketen aus Vergeltung in Richtung Europa und Amerika fliegen würden. Der Begriff "Dead Hand" sollte der NATO ein Begriff sein. Der US-Raketenschild kann dank modernster Technik umgangen werden.

    Der Westen wird den finanziellen Kollaps erdulden müssen und untergehen wie einst das röhmische Reich. Somit bestünde die Chance, sich später wieder aufzubauen. Doch durch einen Krieg mit Russland wäre für den Westen und den Rest der Welt nichts gewonnen.

    Ich finde, man sollte etwas weniger Panik verbreiten und sich die heutigen Umstände mal anschauen. Ja, die heutige Krise ähnelt stark der vor dem ersten Weltkrieg, aber damals gab es auch keine Atomwaffen zur gegenseitigen Abschreckung.

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