Bild: Flickr / epp group CC-BY-ND 2.0

EZB-Direktor Mario Draghi will in Europa den "amerikanischen Weg" gehen und mittels dem Ankauf von Anleihen mehr Geld in die Wirtschaft pumpen. Die Geldmengenausweitung, auch Quantitative Easing (QE) genannt, wird letztendlich jedoch hauptsächlich dem Finanzsektor zugute kommen und die Realwirtschaft noch stärker unter Druck setzen.

Von Marco Maier

DraghiAm vergangenen Donnerstag signalisierte Draghi, dass er für schwerere Geschütze im Kampf gegen die drohende Deflation zu haben ist. Das Problem dabei: Mit einem Anleihen-Kaufprogramm ähnlich dem der USA wird die EZB in die falsche Richtung schießen. Zwar haben manche Länder, wie zum Beispiel Spanien, schon mit sinkenden Preisen zu kämpfen, und auch in Deutschland und Österreich liegt die Teuerungsrate inzwischen schon nahe am Nullpunkt – doch mehr Geld in den falschen Bereichen hilft da nicht weiter.

Der Leitzinssatz bleibt weiterhin bei 0,25 Prozent und damit extrem niedrig. Für die Realwirtschaft eigentlich ein guter Zeitpunkt um Investitionen per Kredit zu tätigen. Angesichts der Austeritätspolitik quer über den Kontinent, welche der Binnennachfrage nicht gerade zuträglich ist, besteht für die Unternehmen jedoch kaum ein Grund dazu. Ebenso sorgt die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit und die grassierende Unsicherheit über die berufliche Zukunft in vielen europäischen Ländern dafür, dass die private Kreditnachfrage weiterhin verhalten bleibt.

Und so wird die Ausweitung der Geldmenge durch die EZB lediglich dazu führen, dass die Finanzindustrie mit noch mehr Kapital versorgt wird, was lediglich die Aktienkurse und Immobilienpreise in die Höhe treibt. Für den Großteil der Menschen selbst wird diese Entwicklung – siehe hier – kaum positive Effekte haben.

Hier muss man sich die Frage stellen, ob der Ex-Goldman-Sachs-Banker Mario Draghi nicht vielleicht einfach nur im Sinne seiner Bankerkollegen handelt, Dreht nämlich die EZB nun den Geldhahn auf, kann ihn die Fed langsam zudrehen, ohne damit eine neue Finanzkrise zu riskieren. Damit würde der "Schwarze Peter" dann den EZB-Währungshütern zugeschoben, wenn es dann das nächste Mal kracht.

Artikelbild: Flickr / EPP Group in the European Parliament CC-BY-ND 2.0

2 KOMMENTARE

  1. wie Lustig,…. ganz im Sinne der USA also. …..einfach neue Schulden machen,… natürlich mit unendlichem OMT,  nur auf Kosten der Steuerzahler um angeblich die Deflation zu bekämpfen? das ist die Banken-und Staatsfinanzierung von hinten. das macht man sich einfach so passend und bestellt sich dafür das urteil für OMT. es werden so die 100 Billionen Schulden bezahlt? 

  2. Zum ganzen Thema Fiat Money Weltgeldschuldsystem sind 2 Buecher ganz besonders hervorragend:

    „Die Kreatur von Jekyll Island“ von G.Edward Griffin
    „Befreit die Welt von der US-Notenbank!“ von Ron Paul

    Abgesehen von all den hervorragenden Alternative Medien Blogs die ausfuehrlich darueber berichten, ebenso all die ausgezeichneten Youtube Dokus.

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