In den meisten Medien wird ein Siegeszug der europäischen Rechtsparteien prophezeit. Doch wie sehen die Fakten aus? Welche Auswirkungen auf das Europäische Parlament werden die prognostizierten Zugewinne für Front National, Freiheitliche Partei Österreichs, Dansk Folkepartiet & Co wirklich haben? Hier finden Sie eine kleine Übersicht.

Von Marco Maier

Geht man nach den aktuellen Umfragen, so können sich die Europäische Volkspartei (EVP) und die Sozialdemokraten (S&P) doch klar als stärkste Fraktionen im künftigen Europäischen Parlament behaupten. Allein diese beiden großen Fraktionen zusammen dürften sich die absolute Mehrheit an Sitzen sichern.

Europawahl Umfragen

Als Fraktion selbst folgt stabil auf Platz 3 die liberale ALDE. Die grüne Fraktion G/EFA und die Linksfraktion GUE/NGL folgen dann auf den Rängen. Schlusslichter bilden derzeit die beiden Rechtsfraktionen ECR und EFD.

Doch wie stark werden die dezidierten Rechtsparteien im neuen Europäischen Parlament vertreten sein? Bislang lassen die vorhandenen Umfragen, sowie die Tendenzen in jenen Ländern, in denen es dazu noch keine Umfragen gibt, auf Folgendes schließen: Aktuell liegen diese Parteien bei insgesamt rund 120 möglichen Mandaten. Darin vertreten sind jene Parteien, die derzeit Mitglied der beiden Rechtsfraktionen ECR und EFD sind, sowie jene ohne Fraktionsangehörigkeit. Je nach Entwicklung in den nächsten Wochen, dürfte also ein Bereich von 110-130 Sitzen (14,5-17,5 Prozent) möglich sein.

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Gleichzeitig gibt es ebenso einen Zuwachs bei der Linksfraktion GUE/NGL, die ihre Sitzanzahl wohl von derzeit 35 auf etwa 55 erhöhen können wird. Den größten Verlust dürfte die EVP zu erleiden haben, die von aktuell 274 Sitzen wohl um die 60 verlieren wird. Ebenso verzeichnen Liberale und Grüne laut Umfragen teils schwere Verluste. Die Sozialdemokraten (S&D) hingegen dürften leicht zulegen können.

Insgesamt gesehen kann man sagen, dass die Verluste der Konservativen vor allem den Rechtsparteien zugute kommen und die Parteien an den Rändern des politischen Spektrums insgesamt gesehen zulegen. Damit werden die Beschlüsse künftig wohl hauptsächlich zwischen Konservativen und Sozialdemokraten ausgehandelt. Europa erhält damit eine Art "große Koalition", in der Schulz und Juncker gemeinsam den weiteren Weg bestimmen werden.

Artikelbild: Claude Truong-Ngoc CC-BY-SA 3.0

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