Der maskierte Krake – US-Militär umschlingt die Welt

Unter dem Vorwand, sie müssten global Freiheit, Recht und Ordnung bewahren, haben sich die USA, ob mit ihren Verbündeten oder ohne sie, militärisch in 43 Ländern dieser Welt festgesetzt. In ihrer Strategie ist das Ziel erkennbar, Russland möglichst lückenlos einzuschließen.

Von Florian Stumfall

US-MilitaerbasenVon den weltweit existierenden militärischen Exklaven sind volle 95 Prozent in US-amerikanischer Hand, sie verteilen sich auf 43 Länder und bestehen aus über tausend Stützpunkten aller Teilstreitkräfte, die allerdings nur zu drei Vierteln voll besetzt sein dürften. Und obwohl US-Präsident Bush sen., Bundeskanzler Kohl und andere westliche Spitzenpolitiker im Zuge der deutschen Wiedervereinigung und des Abzugs der Moskauer Truppen aus Mitteleuropa den Russen wiederholt versprochen hatten, die NATO werde sich nicht nach Osten ausdehnen, sind zwölf der derzeit 28 Mitgliedsländer der Allianz nach 1989 beigetreten. 

Die NATO hat nun Russland in dessen Westen vom norwegischen Polarkreis über das Baltikum und sämtliche europäische Länder des ehemaligen Warschauer Paktes bis Südosteuropa und weiter zur Türkei umkreist. Russische Experten sagen zudem, das Assoziierungsabkommen, das die neue Regierung in Kiew mit der EU unterzeichnet hat, mache die Ukraine faktisch zu einem NATO-Verbündeten. „Das ursprüngliche Ziel des Assoziierungsabkommens mit der EU ist die Integration der Ukraine in die Militärstruktur der NATO“, so Veronika Krascheninnikowa, Generaldirektorin des Instituts für außenpolitische Studien und Initiativen. „Die analogen Militärstrukturen der EU dienen dabei als eine Hintertür zur NATO. Das Hauptziel besteht natürlich in einer Stationierung von Militärkräften der NATO vor den russischen Westgrenzen, geschützt vom US-Raketenschild. Eine Einbeziehung der Ukraine würde außerdem die strategischen Positionen der NATO in Bezug auf Weißrussland festigen. Mit dem Abschluss dieses Abkommens bekommt die NATO die gewünschte Rechtsbasis für den weiteren Drang nach Osten – gegen Russland.“ Nach Ansicht von Igor Korotschenko, dem Leiter des Zentrums für Analyse des globalen Waffenhandels, wird die Assoziierung mit der EU die Umstellung der Ukraine auf die NATO-Standards der Militärplanung einleiten.

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Vor Tagen erst nahmen die USA die Ukraine-Krise zum Vorwand für eine weitere Aufrüstung ihrer europäischen Basen. „Wir möchten sicher sein, dass wir einen adäquaten Schutz für diese 28 Länder haben. Ich denke nicht, dass es sich unsererseits um eine Eskalation handelt“, so US-Kriegsminister Hagel.

Gleichzeitig unterhalten die USA Militärbasen in Mittelasien – neben den Festland-Stützpunkten ist die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean von Bedeutung – und Fernost, davon drei in Japan und 22 in Südkorea. Die Thule Air Base in Qaanaaq auf Grönland bedroht Russland von Norden her über die Eismeerküste.

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Zieht man noch die lateinamerikanischen US-Basen in Betracht, so ergibt sich allerdings für Washington die Gefahr der Überdehnung des Systems. Und es sind nicht nur die überlangen Versorgungswege, die Probleme machen dürften. Bei einem absehbaren Crash des Dollar könnte es ein, dass tausende GI froh sein müssen, wenn sie noch genug Sprit haben, um in die USA zurückzukehren.

Artikelbild: Flickr / DVIDSHUB CC-BY 2.0

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Ein Kommentar

  1. Wer sich mit dem russischen Bären anlegt, tut das nur einmal und danach nie wieder, weil der Angreifer dann Geschichte ist, wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat. Auch in Zeiten der Superwaffen wird sich diese Geschichte nicht ändern, denn dieses ständige Gefassel, dass die USA irgendwelche Superwaffen hätten und damit Russland mit einem Schlag enthaupten könnten, könnte man auch damit begründen, dass der Mond in Wirklichkeit ein Todesstern des US-Imperiums ist und Obama ist der Sith Lord mit einer Klonarmee. Alles Blödsinn!

    Schaut man sich die Militärtechnik der USA mal an, so wird man feststellen, dass vieles noch aus den 90er stammt, nur eben in größerer Stückzahl produziert wird und hier und da mal nen Upgrade durchgeführt wird. Aber so wirklich was Neues haben sie nicht in ihrem Arsenal. Die russische Militärtechnik ist in vielen Bereichen eine Generation weiter, aber eben nur in kleiner Stückzahl vorhanden. Bis 2020 soll sich das ja ändern. Die USA hat trotz ihrer vermeintlich überlegenen Streitkräfte seit dem zweiten Weltkrieg keinen Krieg mehr gewonnen und immer hohe Verluste zu beklagen, denn die Strategie des US-Militärs beruhte nie auf besonderer Taktik, sondern auf den blinden Verlass auf rohe Feuerkraft und der eigenen Überheblichkeit. Sie können nur Angriffskriege durchführen, aber bei der Verteidigung fehlt ihnen jede Erfahrung und das weiß Putin zu nutzen, während die Geschichte Russlands bis auf einige Ausnahmen (Afghanisten 80er Jahre) IMMER auf Verteidigungskriege bassierte.

    Russland ist für die USA der Feind Nr. 1, da die Bedrohung real ist, dass sich Russland, neben China, erneut zu einer Weltmacht erhebt und USA, ein einziger Schuldschein, geopolitisch zurückdrängt. Schaut man sich so manche Hardliner des USA an, so muss an deren Verstand zweifeln. Ihrer Meinung nach sei die USA von Gott ausersehen worden, die Welt zu regieren.

    Hochmut kommt vor dem Fall.

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