Wildes spekulieren soll sich für die Banker der Deutschen Bank offenbar wieder lohnen. Das Spitzenmanagement der international tätigen Großbank verkündete deshalb eine Ausweitung der Sonderzahlungen. Damit soll der von der EU vorgegebene Maximalrahmen voll ausgeschöpft werden.

Von Marco Maier

Bei der Hauptversammlung am 22. Mai sollen die Aktionäre darüber abstimmen, ob die variablen Gehaltsbestandteile (Boni) bis aufs Maximum der neuen Regelungen ausgereizt werden dürfen oder nicht. Dass die Boni damit tätsächlich gleich im vollen Umfang erhöht werden, soll laut einem Konzernsprecher nicht der Fall sein. Man wolle damit lediglich "mehr Flexibilität" erreichen, so der Beschwichtigungsversuch.

Bislang dürfen die Bonuszahlungen maximal so hoch sein wie das Fixgehalt – außer, die Aktionärsversammlung erlaubt das Doppelte davon. Mit dieser Deckelung wollte die EU verhindern, dass die Banker mit riskanten Spekulationen die eigenen Boni hochpushen, während die Banken selbst dadurch unter Umständen massive Verlusten erleiden können. Dies war eine der wenigen Lehren, die aus der jüngsten Finanzkrise gezogen wurden.

Sollte die Aktionärsversammlung dies ablehnen, haben die Spitzenmanager schon einen Alternativplan ausgeheckt: dann werden eben die Fixgehälter massiv erhöht. Nur so könne man im Wettbewerb um das beste Personal international mithalten. Wie sich dieser Schritt auf das Risikoverhalten der Banker auswirken würde, kann jedoch nicht gesagt werden. Allerdings könnte dadurch die wilde Spekulation mit hochriskanten Anlagen etwas eingedämmt werden.

Artikelbild: Flickr / Ell Brown CC-BY 2.0

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