Das Vertrauen in die USA als Schuldner sinkt kontinuierlich. Bislang finanzierte hauptsächlich das Ausland die US-Schuldenorgie, so dass die Fed beinahe unbegrenzt Dollars auf den Markt werfen konnte, ohne hierbei die Inflation anzuheizen. Liberalisierte Kapitalmärkte verlagerten diese in den Bereich der Finanzindustrie, die damit zur finanziellen Massenvernichtungswaffe wurde.

Über ihre wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse leben die Amerikaner schon lange. Der einzige Grund, warum das bislang funktionierte: die USA sind "too big to fail". Mit der künstlich am Leben erhaltenen Omnipräsenz des US-Dollars als wichtigste Währung der Welt, in der beinahe zum Beispiel beinahe alle Rohstoffe gehandelt werden, verlagerten die USA ihre eigenen Probleme ins Ausland. Doch langsam macht sich eine Trendwende bemerkbar.

US-Bonds AuslandChina, bislang wohl der wichtigste Käufer für US-Staatsanleihen nach der Fed, versucht vorsichtig den angehäuften Dollarberg irgendwie zu verwerten. Russland, welches sich von den USA nicht mehr weiter nach Belieben unter Druck setzen lassen will, verkaufte kürzlich ebenfalls einen Teil der Dollarreserven. Gerade in den BRICS-Staaten und anderen eher US-kritischen Ländern reift die Erkenntnis, dass man den bilateralen Handel auch ohne Dollars abwickeln kann und soll.

Schon in den letzten Jahren musste die Fed teilweise bis zu zwei Drittel der US-Bonds aufkaufen, weil die Dollarflut angesichts der (von den Vereinigten Staaten ausgehenden) Wirtschafts- und Finanzkrise kaum ausländische Abnehmer fand. Inzwischen liegt das Niveau der Käufe der Staatspapiere wieder auf dem Niveau von 2006. Tendenz weiter sinkend. Offiziell halten inländische Gläubiger – ohne Fed – inzwischen ein Drittel der langfristigen Staatsanleihen. Wie glaubwürdig diese Angabe ist, darf Jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin ist beispielsweise das kleine Belgien (siehe Grafik, zum Vergrößern klicken) auf Platz 3 aller ausländischen Halter gelistet, während das große Deutschland mit umfangreicheren Handelsbeziehungen gerade einmal auf Rang 19 kommt.

Inzwischen heißt es, dass verstärkt inländische Käufer auftreten, die die fallende Auslandsnachfrage auffangen würden. Hauptsächlich wären dies US-Pensionsfonds, die jedes mickrige Zehntelprozent an zusätzlicher Rendite benötigen um den Kollaps hinauszuzögern. Offenbar glaubt man in den Vereinigten Staaten, damit ein Perpetuum Mobile geschaffen zu haben, mit dem sich die Konsumparty endlos finanzieren lässt.

Auf jeden Fall wird klar, dass sich die ausländischen Halter von US-Bonds über kurz oder lang zu einer Reduktion des finanziellen Umfangs dieser Position entscheiden müssen. Denn die Dollarblase erhält nun einen neuen Kompressor, der diese Blase zusätzlich aufpumpt. Jeder weiß, dass der Wert von Papier- und Digitalgeld nur auf Vertrauen basiert, da diese nichts weiter als Schuldscheine und Zahlungsverpflichtungen darstellen. Doch das Vertrauen schwindet immer mehr.

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