Der US-Arbeitsmarkt schafft zwar neue Jobs, doch bei weitem viel zu wenige um damit in Richtung Vollbeschäftigung zu marschieren. Wenn das aktuelle Tempo bei der Schaffung von Arbeitsplätzen anhält, würden die Vereinigten Staaten noch ganze 28 Jahre brauchen, um die vorhandene menschliche Arbeitskraft voll und ganz zu nutzen.

Dank eines Rückgangs bei den Teilzeitbeschäftigten und einem gesamten Plus bei den neuen Stellen von 147.000 im Februar, konnte die US-Wirtschaft der volkswirtschaftlichen Definition einer Vollbeschäftigung um 45.000 Stellen, gerechnet in Vollzeit-Äquivalenten (VZÄ)*, näher rücken. Was auf den ersten Blick gut klingt, ist angesichts der massiven Unterbeschäftigung jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Heute ist die US-Wirtschaft trotz des angeblichen Wirtschaftsaufschwungs um ganze 2,2 Millionen Arbeitsplätze weiter von einer Vollbeschäftigung entfernt, als es noch im Jahr 2009 mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise der Fall war. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass die Fed im Rahmen von "Quantitative Easing" im Februar mit 102,7 Milliarden Dollar rund das Achtfache dessen in die Finanzmärkte pumpte als noch im Januar (12,7 Milliarden Dollar), das Jobwachstum jedoch im Januar deutlich stärker war. Konservative Beobachter führen dies jedoch auch auf die Streichung des staatlichen Arbeitslosengelds zurück, was mehr Menschen in den Arbeitsmarkt drängte.

Also, im Februar 2014 hatten die USA insgesamt um rund 2 Millionen Jobs (VZÄ) weniger als noch im November 2007. In der Zwischenzeit ist jedoch die Bevölkerung im Erwerbsalter um 13,9 Millionen Personen gewachsen. Allerdings sank die Erwerbstätigenquote in diesem Zeitraum um satte 3 Prozent oder 7,4 Millionen Menschen. Um diese Lücke wieder aufzufüllen und dem Wachstum der Bevölkerung im Erwerbsalter gerecht zu werden, bräuchten die Vereinigten Staaten mit dem aktuellen Stellenwachstum ganze 28 Jahre, um wieder Vollbeschäftigung im Land zu haben. Doch angesichts der maroden Staatsfinanzen könnten die Pläne der Obama-Administration zur Verbesserung der wirtschtaftlichen Rahmenbedingungen rasch ins Wasser fallen.

* Vollzeit-Äquivalent bedeutet, dass zum Beispiel 2 Jobs zu 20, oder 5 Jobs zu 8 Stunden pro Woche einem Vollzeitjob mit 40 Stunden entsprechen.

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