Ukrainische Extremisten: Der lange Arm der CIA

Alexdander Musytschko mit dem niedlichen Beinamen Sascha Belyi ist tot. Diese Nachricht offenbart ihre Brisanz nur dem, der weiß, wer Musytschko war: der Koordinator des „Rechten Sektors“ in der Ukraine. Wenn die Anhänger der Swoboda-Partei des Präsidenten Jazenjuk Nazis sind, so ist der „Rechte Sektor“ die dazugehörige SS. 

Von Florian Stumfall

Da ist es zunächst rätselhaft, warum plötzlich einer der schlimmsten Täter selbst zum Opfer wird. Denn es handelt sich dabei keineswegs um die Rache oder die Selbstverteidigung eines der Menschen, die er verfolgt hat. Vielmehr erschoß ihn bei einem nächtlichen Sondereinsatz eine Einheit der Polizei in der westukrainischen Stadt Rowno. Das geschah auf Befehl des Chefs des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU, Valentin Naliwajtschenko. Das jedenfalls teilte ein ehemaliger ranghoher Mitarbeiter von SBU einer russischen Nachrichten-Agentur mit. Delikat wird die Angelegenheit durch den Umstand, daß Naliwajtschenko enge Beziehungen zur CIA pflegt, die in der Ukraine eine starke Präsenz aufweist, schließlich hatte man ja einen Staatsstreich vorzubereiten. Ein Sprecher des ukrainischen Innenministeriums gab auch unverhohlen bekannt: „Es ist kein Geheimnis, daß Naliwajtschenko der Hauptpartner der US-Geheimdienste ist und bei ihnen großes Vertrauen genießt.“ Und er fuhr fort: „Das Ziel des Einsatzes war nicht die Festnahme sondern die Tötung Musytschkos.“

Auch die ukrainische Staatsanwaltschaft hatte großes Interesse an Sascha Belyi. Gegen ihn lief ein Verfahren, weil er Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft bedroht und physische Gewalt gegen sie geübt hatte. Im Internet zirkuliert ein Video über diese Szene. Auch die russischen Behörden hatten mit ihm eine Rechnung offen und zwar eine weitaus größere als die Ukrainer. So gab es einen Haftbefehl gegen Musytschko weil er im Verdacht stand, während des Tschetschenien-Krieges gefangene Russen gefoltert und mindestens 20 von ihnen auf viehische Weise getötet zu haben. Musytschko hatte sich damals zu den Extremisten von Schamli Bassajew und Chattab geschlagen.

Berücksichtigt man, daß die CIA im Tschetschenien-Krieg ordentlich Öl ins Feuer gegossen hatte, so wird allmählich klar, warum sie kein Interesse daran haben konnte, daß durch einen unglücklichen Zufall Musytschko dazukäme, vor einem Gericht die Hintergründe und damit die Rolle der CIA in Tschetschenien zu offenbaren. Die Lösung des Problems war so einfach wie wirksam: Mit ein paar Kugeln im Leib wird Musytschko dauerhaft schweigen. Inzwischen besteht anscheinend neuer Bedarf, beim ukrainischen „Rechten Sektor“ eine Flurbereinigung vorzunehmen: Aus dem Innenministerium in Kiew verlautete, niemand brauche mehr den Chef des „Rechten Sektors“ Dmitri Jarosch. Kann sein, daß der Mann nun gefährlich lebt.

Artikelbild: Russia Today

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