Ein Gastbeitrag von Eugenij Popov, Gazeta 1+1 (Russland)

Dass die Ukraine für Russland mehr als ein einfach Nachbarland, bzw. ein wichtigster Wirtschaftspartner ist, kann nicht bezweifelt werden. In unseren Ländern lebt praktisch ein Volk. Kommunizieren mit unseren Verwandten müssen wir aber über die Staatsgrenzen hinweg. Nun entwickelt sich die Situation in der Ukraine so rasch, dass es überhaupt unklar ist, wie das Schicksal der russischsprachigen Bevölkerung in Zukunft aussieht.

Trotzdem wäre es fehlerhaft, die akuteste politische Krise in der Ukraine ohne Rücksicht auf Außenfaktoren zu betrachten. Lassen wir den Informationsschaum, sowie alte Klischees beiseite und vergleichen die Lage mit einem Schachbrett – oder doch besser mit einer Schachspieletüde zwischen den USA, der EU und Russland.

„Das Quadrat der Ukraine“ ist sehr wichtig für alle drei Schachspieler. Die Ukraine ist heute ein Schlüssel! Ein Schlüssel für das „Herzland“, ein Schlüssel für eine neue Kontinentalstrategie, ein Schlüssel für den Frieden. Eine richtige Entscheidung der Ukrainisch Sprechenden kann eine gute Möglichkeit für die Völker Europas und Eurasiens sein und für bessere Perspektiven sorgen. Eine Niederlage könnte viele Länder in eine Revolte und gar in einen neuen Krieg stürzen.

Ein wenig Geschichte

Wir wissen, was die schrecklichste Phobie der Atlantisten bedeutet: eine Union zwischen Deutschland und Russland. Noch vor dem 20. Jahrhundert hat der „eiserne Kanzler“ Deutschlands, Otto von Bismarck, auf eine Notwendigkeit einer Union zwischen Deutschland, Österreich und Russland hingewiesen. Es ist merkwürdig, dass Bismarck die Bedeutung dieser Union als einer Vereinigung unterstrich, die auf einer objektiven Anerkennung seitens jeder eventuellen Teilnehmer-Macht der Notwendigkeit und nicht auf einer monarchischen, bzw. dynastischen Solidarität beruht. Bismarck hat das Wichtigste betont: eine objektive Notwendigkeit.

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Hier kann man auch den hervorragenden deutschen Wissenschaftler, Gründer des Deutschen Instituts für Geopolitik (1922), Karl Haushofer, ins Gedächtnis rufen. Er hat eine Doktrin des Kontinentalblocks (Union) ausgearbeitet. Diese Union sollte Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Russland und Japan vereinigen und ein Gegengewicht und eine Alternative zur westlichen angelsächsische Welt (Britisches Imperium und die USA) werden.

Wie es bekannt ist, waren diese Pläne nicht zu realisieren, denn die atlantischen Mächte haben die Gefahr einer solchen Union für sich ganz offensichtlich im Voraus erkannt. Diese Mächte haben auch über ihre klaren Gewinne wegen der Kriege im 19. Jahrhundert nicht vergessen. Gerade Napoleon hat die kontinentalen Armeen in Russland begraben. Von den Kämpfen der kontinentalen Machtzentren haben eben immer die Atlantisten pofitiert. Dabei wäre es gar nicht möglich gewesen, die kontinentalen Mächte ohne deren Spaltung im 20. Jahrhundert zu besiegen. Man brauchte eine Spaltung, man versuchte zu entzweien.

Und zweimal ist es gelungen. In 20. Jahrhundert sind Russland und Deutschland in den Gegenecken gestanden – während der beiden blutigsten Auseinandersetzungen in der Menschengeschichte. Im Rahmen dieses Artikels wäre ganz unmöglich den Prozess der Aufhetzerei Russlands und Deutschlands zu beschreiben. Deshalb möchte ich nur Harry Truman (der später zum US-Präsidenten geworden war)  über den begonnen Zweiten Weltkrieg zitieren: „Wenn wir erkennen, dass Deutschland gewinnt, dann müssen wir unsere Hilfe Russland leisten. Wenn Russland gewinnen wird, dann wäre unsere Hilfe an Deutschland zu adressieren. Also sie müssen einander möglichst mehr töten…“ Diese Aussage wurde in der New York Times am 24.06.1941 veröffentlicht und man findet sie in den Archiven und mehreren Publikationen. Diese These demonstriert die Aufgaben der Atlantisten mit aller Klarheit.

Truman

Und was passiert heute?

Russland und die EU entwickeln ihre Wirtschaftsbeziehungen mit stürmischen Schritten. Im Jahre 2012 betrugen unsere Handelsvolumen 410 Mrd. US-Dollar. Russland ist ein führender Lieferant der Kohlenwasserstoffe auf dem EU-Markt. Der russische Anteil am Gas beträgt 24 Prozent, jener am Öl 27 Prozent. Mehr als 60 Prozent der russischen Auslandsinvestitionen fließen in die EU-Staaten. Die Firmen aus Russland haben etwa 80 Mrd. Dollar in der EU investiert. Aber die Wirtschaft und der allgemeine Zustand Europas werden allmählich vom seinem „Verbündeten“ unterhöhlt.

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4 KOMMENTARE

  1. Das Zitat rumans ist ja stellvertretend bezeichnend für die notorisch hinterhältige Politik der USA, die sich noch nie um Demokratie und nationale Souveränität geschert haben. Es geht ihnen immer nur allein um ihre egoistischen Interessen, genauer: die des militärisch-industriell-finanziellen Komplexes, gelenkt durch die Schattenregierung hinter dem Marionettenkabinett.
    Sie werden ihre Strafe kriegen und genauso zusammenbrechen wie einst die UDSSR.
    Bald ist Dominoday, Leute, der Dollar hält sich nicht mehr lange, dann können sie zusehen wie sie ihren Militarismus auf über 700 Basen weltweit noch bezahlen wollen…

    Die Doktrin des Kontinentalblocks (Union) mit Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Russland und Japan als Gegengewicht und eine Alternative zur westlichen angelsächsische Welt (Britisches Imperium und die USA)… welch interessanter guter Gedanke.
    Leider verhindern das eben genau diese Finanzoligarchen bzw. Bankster, die den meisten Profit aus der Parasitierung dieser Länder ziehen, da sie sie mittels freimaurerischer Verflechtung und Korrumpierung in Politik und Wirtschaft unter Kontrolle haben. Noch mehr ein Grund, all diese Handlanger und Stiefellecker aus dem Parlament zu schmeißen, und die entsprechenden Banken und Konzerne zu boykottieren.
    Es gibt doch schließlich Banken wie die GLS und muslimische Banken, die keinen Zins nehmen oder aber ethisch handelnd investieren. Konzerne können auch von der Belegschaft übernommen werden, das beweist Michael Moore exemplarisch in seinem sarkastischen Film „Capitalism – a love story“ in einem Beispiel, wo eine Kooperative ausgezeichnet funktioniert.

  2. Ma halb lang.. Ich denke mal nicht, dass die Menschheit so blöde ist. Selbst in den USA sehen die meisten Leute das so!

    Wie oft sahen wir uns schon am Rande eines Atomkriegs? Ja ganz Recht!

    Aber an der Idee die Banken mal neustrukturieren ist keine so schlechte Idee!

     

     

  3. Man sieht doch gerade auch an China, was wirklich vorgeht. Die USA sind auch im Pazifik raum dabei, ihre Vasallen zu sammeln. Die USA streben die Entscheidung darüber an, wer in den nächsten 100 Jahren die Welt beherrscht soll. Nichts anderes passiert in der Ukraine. Die Ukraine ist nicht anderes als der Stein an dem sich die EU und Russland fetzen sollen. Es sieht sehr sehr schlimm aus wenn sich unsere Blödpoliticker nicht eines Besseren besinnen. Die Angelsachsen versuchen den nächsten Krieg. Es geht um Geld, Kapitalismus in seiner schlimmsten Art.  An den Ländern der EU kann man schon erkennen was gewollt wird von den Angelsachsen. Verarmung breiter Bevölkerungsschichten, Überfremdung. Mit diesen Mitteln wurde und wird die EU destabilisiert.

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